Stolberg - Saint-Gobain-Werk ist Vorreiter in Sachen Sicherheit

Weltmeisterschaft Weltmeister WM Pokal Russland Fifa DFB Nationalmannschaft

Saint-Gobain-Werk ist Vorreiter in Sachen Sicherheit

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
Stellvertretend für die Beleg
Stellvertretend für die Belegschaft des Stolberger Standorts nimmt Thorsten Böllinghaus (3. v. r.) als erster Werksleiter weltweit von Marc Theisen (2. v. r.) das Zertifikat entgegen, das die Erfüllung des neuen 40-Punkte-Sicherheits-Katalogs bestätigt. Foto: D. Müller

Stolberg. „Nichts ist so wichtig, dass es nicht sicher gemacht werden kann”, begrüßt die Angestellten wie Besucher das erste Schild auf dem Gelände der Stolberger Niederlassung von Saint-Gobain. Auf dem zweiten Schild erfährt man, dass dort seit mehr als 1000 Tagen kein ernster Arbeitsunfall geschehen ist.

„Sicherheit wird bei uns groß geschrieben. Zum Beispiel beginnt jede Besprechung mit dem Thema Arbeitssicherheit - sie gehört zur Kultur unseres Unternehmens”, erklärt Werksleiter Thorsten Böllinghaus. Dass der Stolberger Standort ein Vorreiter in Sachen Sicherheit ist, bekamen Böllinghaus und die Belegschaft nun auch schwarz auf weiß bestätigt; in Form eines Zertifikats, das Marc Theisen jetzt überreichte.

40-Punkte-Katalog

Theisen gehört einer Arbeitsgruppe an, die einen 40-Punkte-Katalog entworfen hat, um die Arbeitssicherheit im Bereich Lager und Logistik, also Verpackung und Versand, noch weiter zu erhöhen. „Während bei der Produktion das Meiste maschinell geschieht, bewegen die Angestellten im Lager das Glas. Diese manuelle Tätigkeit in Verbindung mit der unmittelbaren Nähe zu dem schweren Glas macht die Arbeit im Lager potenziell gefährlicher”, erläutert Theisen. Von den 30 Saint-Gobain-Werken weltweit ist das Kupferstädter jetzt das erste, das alle 40 Punkte des neuen Sicherheits-Katalogs vollständig erfüllt.

Diese Vorreiterrolle komme allerdings nicht von ungefähr, betont Stefan Müller, Leiter der Logistik: „Es ist wichtig, dass unser Unternehmen auch in Krisenzeiten in die Arbeitssicherheit investiert. Alleine um diesen 40-Punkte-Katalog, der weit über die gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen hinausgeht, zu erfüllen, wurden in den letzten zwei Jahren rund 100.000 Euro in die Hand genommen.” Der Kostenaufwand begründe sich hauptsächlich in technischen Maßnahmen. Arbeiter, die in zwei Meter Höhe Containertüren schließen, sind fortan durch ein neues Gurtsystem vor dem Absturz geschützt, neuralgische Punkte wurden mit Spiegeln versehen, um die Übersicht zu verbessern.

„Die Ladebuchten wurden technisch umgerüstet, alle Fahrzeuge mit Geschwindigkeitsbegrenzungen ausgestattet und intelligente Sensoren stoppen nun automatisch alle Maschinen, sobald Gefahr drohen könnte”, nennt Stefan van Megeren, zuständig für Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Qualitätssicherung, weitere Beispiele. Ebenfalls im Fokus der Bemühungen um mehr Sicherheit am Arbeitsplatz standen die „Transpalette” genannten Glasgestelltransporter. Warum beschreibt Personalleiter Leo Wenn: „Diese Fahrzeuge weisen beladen ein Gesamtgewicht von 44 Tonnen auf und sind daher nicht von jetzt auf gleich zu bremsen. Die Fahrer haben keine optimale Übersicht und die strombetriebenen Transporter bewegen sich nahezu lautlos, so dass die potenzielle Gefahr sich nicht ankündigt.”

Mehr Übersicht, weniger Tempo

Neu installierte Kameras in den „Transpalletten” verhelfen dem Fahrer jetzt zu mehr Übersicht, und alle im Werk verwendeten Fahrzeuge sind nicht nur geschwindigkeitsbegrenzt sondern mit einer Checkliste ausgestattet, die bei Schichtantritt abgehakt werden muss. Ist einer der zehn bis zwölf zu prüfenden Punkte nicht hundertprozentig erfüllt, darf das Fahrzeug nicht benutzt werden. Verantwortlich für die Umsetzung der noch höheren Sicherheitsstandards sei aber vor allem das Personal, betont Wenn: „In unserem Werk fühlen die Arbeiter sich sicher, daher ist es notwendig, sie immer wieder für mögliche Gefahren zu sensibilisieren.”

Theisen stimmt zu und verweist auf den 40-Punkte-Katalog: „Neben konkreten Beispielen wie der Umgang mit gebrochenem Glas, geht es darum, ein grundsätzliches Sicherheitsbewusstsein bezüglich des eigenen Verhaltens zu etablieren. Wenn man den schlimmsten Fall immer im Hinterkopf hat, ist man auch stets darauf bedacht, sich außerhalb von Gefahrenzonen zu bewegen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert