Stolberg-Werth - Rückenwind aus Werth für sauberen Strom

Rückenwind aus Werth für sauberen Strom

Von: Heike Eisenmenger
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Die Zukunft liegt in regenerat
Die Zukunft liegt in regenerativer Energie: Windmüller Dr. Franz Josef Ingermann (re.) und Dr. Thomas Griese von der Städteregion freuen sich über das erste Repowering der Region in Werth. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Werth. Die Konsequenzen des Reaktorunfalls in Japan reichen bis ins ländliche Werth. „Vor Fukushima war ich gegen Windräder”, räumt einer der Anwohner, die zur Einweihungsfeier der beiden neuen Windkraftanlagen gekommen waren, ein.

Durch das Unglück habe sich seine Einstellung grundlegend geändert. „Ich bin nun ein Befürworter regenerativer Energie”, sinniert der junge Familienvater, obwohl er einige Dinge durchaus noch kritisch sehen würde. Damit meint er vor allem das Geräusch, das entsteht, wenn Wind an den Rotorblättern und am Mast vorbeistreicht.

Die perfekte Energiequelle ist halt noch nicht entdeckt worden. „In Deutschland leben 82 Millionen Menschen, die alle mit sauberem Strom versorgt werden wollen, ohne aber dass jemand beeinträchtigt wird. Das funktioniert leider nicht, obwohl die Nachteile im Vergleich zur herkömmlichen Stromerzeugung minimal sind”, sagt Benjamin Heep, Projektleiter der Energiesysteme Windpark Weißenberg.

In Deutschland regiere das Sankt-Forian-Prinzip: „Ökologisch sauberen Strom Ja, aber bitte nicht vor meiner Tür.” Wobei Anlagen der neuen Generation, wie sie nun auf dem Weißenberg stehen, so konstruiert sind, dass Probleme wie Geräuschentwicklung weitgehendst beseitigt wurden.

Die beiden Anlagen des Typs Enercon E70-E4 sind die ersten in der Städteregion, die repowered wurden. Dabei werden bestehende durch leistungsstärkere Windkraftanlagen ersetzt.

Die beiden neuen Anlagen bringen nicht nur die doppelte Leistung, sondern sind auch weniger störanfällig. „In meinen Augen seid ihr Pioniere”, lobt Dr. Thomas Griese, stellvertretender Städteregionsrat und zukünftiger Staatssekretär im Umweltministerium Rheinland-Pfalz. Frühzeitig hatte auch die Städteregion beschlossen, verstärkt auf Öko-Strom zu setzen.

In 20 Jahren sollen 75 Prozent des Bedarfs aus regenerativer Energie gedeckt werden. Griese: „Wir setzen auf eine Kombination aus Windkraft, Photovoltaik und Biogas. Letzteres ist die ideale Ergänzung.” In Würselen werde eine Biogas-Anlage gebaut. Über weiteres Potenzial für Windkraft verfüge die Region: „Wir haben viele geeignete Standorte. Wald ist einer davon”, so Griese.
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