Stolberg - Rollstuhlfahrer kommen nicht mehr ins Becken

Rollstuhlfahrer kommen nicht mehr ins Becken

Von: oha
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Lutz Gärtner, Betriebsleiter im Hallenbad Glashütter Weiher, weist auf den Schwenkarm, der jeweils aus der Abstellkammer geholt werden muss, wenn ein Rollstuhlfahrer ins Wasser gelassen werden Foto: O. Hansen

Stolberg. Wer als Rollstuhlfahrer im Schwimmbad Glashütter Weiher ins Wasser möchte, hat ein Problem. Zwar gibt es auch in diesem Hallenbad einen Wasserlift für Behinderte, doch der ist offenbar nur sehr umständlich zu bedienen und wird deshalb nur selten genutzt.

Während Rollstuhlfahrer in früheren Jahren über eine Rampe ins Schwimmbecken gelangen konnten, ist dies nach der Sanierung des Bades nicht mehr möglich. In das Metallbecken geht es nur noch über eine Treppe oder über Leitern. Zwar gibt es für Rollstuhlfahrer einen Schwenkarm, doch der kann nur mit Hilfe mehrerer Personen aufgestellt und benutzt werden. Der Stahlarm fristet deshalb ein unbeachtetes Dasein in einer Abstellkammer. des Bades.

Kontrollbesuch im Bad

„Der Sitz kann aus Sicherheitsgründen nicht fest installiert werden“, informierte Vorsitzende Marita Stahl jetzt die Mitglieder des Behindertenbeirates über das Ergebnis eines Kontrollbesuches im Hallenbad. „Man sitzt wie in einer Babyschaukel. Und braucht die Hilfe von mindestens drei Leuten, um ins Wasser zu kommen.“ Jeder Behinderte wolle aber möglichst ohne fremde Hilfe ins Becken gelangen.

Der Beirat war sich einig, dass es für das Image des Bades und der Stadt sicher nicht schlecht wäre, wenn es einen behindertengerechten Zugang zum Wasser gäbe. In benachbarten Städten könne man als Behinderter diesbezüglich längst auf einen modernen Technikservice zurück greifen.

Lehrer verzichten darauf

Nicht ganz glücklich ist derzeit im städtischen Hallenbad auch die Nutzung der angeschafften Spielgeräte. Viele müssen vorher aufgepumpt werden, bevor Kinder und Erwachsene ihren Spaß damit haben können. Beim oft zeitlich begrenzten Schulschwimmen verzichten die Lehrer darauf. Eine Regelung könnte für die Zukunft sein: An bestimmten Tagen im Jahr werden die Geräte morgens früh aufgepumpt und bleiben den Tag über für alle Klassen nutzbar. Dann gibt es eben einen „Spieltag“.

Ansonsten können die Geräte in der Regel freitags beim öffentlichen Schwimmen eingesetzt werden.

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