Röntgenpraxis: Protest erfolgreich

Von: Katharina Menne
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Stolberg. Der Protest der Stolberger Hausärzte gegen die Schließung der Röntgenpraxis am Kaiserplatz war vorerst erfolgreich. An drei Vormittagen in der Woche bietet die Eschweiler Gemeinschaftspraxis „Radiologie 360°“ nun wieder konventionelle Röntgenuntersuchungen in den alten Praxisräumen an.

Der bisher dort ansässige Radiologe Dr. Hartmut Michael-Wernerus hatte sich aus wirtschaftlichen Gründen zum 1. Juli den Eschweiler Kollegen angeschlossen. Doch sowohl der Qualitätszirkel der Stolberger Hausärzte als auch Bürgermeister Tim Grüttemeier hatten sich daraufhin an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein gewandt und ihren Unmut über den Wegzug mitgeteilt.

Das verschlechtere die medizinische Versorgung in der Kupferstadt. Die ebenfalls am Kaiserplatz ansässige Ärztin für Innere Medizin, Dr. Christiane Vohn, sprach gegenüber dieser Zeitung sogar von einer „Katastrophe für die ärztliche Versorgung in Stolberg“.

Ihr Argument: Vor allem ältere, nicht mehr mobile Patienten stünden vor dem Problem, dass sie die Praxis in Eschweiler selbständig und auf eigene Kosten erreichen müssen. Außerdem sei Stolberg auch Anlaufstelle für Patienten aus den Voreifelgebieten, für die der Weg nun noch weiter werde. Denn abgesehen von Notfällen, für die das Bethlehem Gesundheitszentrum zuständig ist, konnten nach dem Wegzug von Dr. Michael-Wernerus keine Patienten mehr in Stolberg radiologisch untersucht werden.

Zwischenlösung Zweigpraxis

Als Reaktion auf die Proteste der Stolberger hat sich der Betreiber der Gemeinschaftspraxis in Eschweiler, die Med 360° Rheinland GmbH, nun aus eigenem Antrieb dazu entschlossen, die Zeit bis zum Auslaufen des Mietvertrags Ende Juni 2017 zu nutzen und eine Zweigpraxis in Stolberg einzurichten.

Dass diese auch vom zuständigen Zulassungsausschuss genehmigt wurde, bestätigte jetzt der Geschäftsführer der Med-Gruppe Dr. Winfried Leßmann im Gespräch mit dieser Zeitung. Das sei aber eine vorerst zeitlich begrenzte Zwischenlösung. Es sei nicht geplant, den Mietvertrag zu verlängern.

„Wir prüfen allerdings aktuell, ob wir einen anderen Weg finden, langfristig in Stolberg eine ambulante Radiologieversorgung zu sichern“, sagt er. Voraussetzung sei, dass diese Lösung medizinisch sinnvoll und wirtschaftlich tragbar sei.

Für einen niedergelassenen Arzt alleine seien die Kosten für die teuren radiologischen Geräte nicht zu stemmen – ein Grund, warum sich Radiologen oft zusammenschließen. Man führe deshalb zum Beispiel Gespräche mit dem Bethlehem Gesundheitszentrum, ob eine für beide Seiten zielführende Kooperation möglich ist.

Spezialuntersuchungen wie Computertomographie oder MRT müssen aktuell trotzdem in Eschweiler durchgeführt werden. Die Geräte dort seien technisch ausgereifter und hätten eine geringere Strahlenbelastung als die in der Stolberger Praxis, so Leßmann.

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