„Rockballast”: Drei Bands rocken auf hohem Niveau

Von: Dirk Müller
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„The Cable Bugs” liefern fri
„The Cable Bugs” liefern frischen Rockabilly mit einer ansprechenden Show. Fotos: D: Müller Foto: ller

Stolberg. Der Versuch, die Grundfesten der altehrwürdigen Stolberger Burg zu erschüttern, ist auch bei der elften Auflage von „Rockballast” nicht geglückt - ein Konzert, das nicht nur laut war, sondern die vielen Gäste vor allem qualitativ begeisterte, dagegen schon.

Drei Bands machten dem Namen der Open-Air-Konzertreihe alle Ehre, und auch wenn die Formationen alle dem Rock huldigten, so erlebte das Publikum dennoch einen musikalisch abwechslungsreichen Abend auf hohem Niveau. Marita Matousek und Erwin Görres hatten das Burghaus erneut von der KG Fidele Zunfthäre ausgeliehen und in der malerischen Kulisse ein sehr ansprechendes Programm auf die Beine gestellt.

In sengender Hitze begann der lange Konzertabend für „The smokin Ribs” mit einem Heimspiel, denn die „rauchenden Rippchen” setzen sich zum Teil aus Kupferstädter Musikern zusammen und proben in Büsbach. Jüngst ging die Formation als Sieger aus dem ersten Stolberger Band-Contest hervor, und auch beim „Rockballast” wusste sie das Publikum gut zu unterhalten und gewann neue Fans hinzu.

Sänger und Gitarrist Marcel Moitroux, Marcel Keusgen (Gitarre), Schlagzeuger Maximilian Möhring und Bassist Dennis Hudalla präsentierten ausschließlich Eigenkompositionen. Stücke wie „Seven Seas”, „Sun” oder „Last Man in the Bar” überzeugten durch geradlinige Arrangements und eingängige Melodien.

Einflüsse von Country, Folk, Bluegrass und natürlich Rock würzten den Sound von „The smokin Ribs”, den Moitroux mit markant rauchiger Stimme veredelte.

Nach dem weitgehend akustischen Auftritt der jungen Band wurde es ein wenig rauer, als „The Cable Bugs” übernahmen. Die belgisch-deutschen „Käfer” stöpselten die Kabel der verzerrten Gitarren ein und hievten den Kontrabass auf die Bühne, um ihren energiegeladenen Rockabilly erklingen zu lassen. Genre-Klassiker wie „Rip it up”, das durch Bill Haley und Little Richard bekannt wurde, oder Jackie Wilsons „Reet Petite” und die zahlreichen eigenen Songs des Quartetts wurden am Burghaus bejubelt.

Mark Dittrich (Gesang, Gitarre), Bassist Ralph Offermann, Gitarrist Richie Bravo und Kalle Boston (Drums) brachten mit der „Cable Bug Party”, „Mr. Bankman” oder „Something I said” alle Füße zum Wippen und viele Rockfreunde zum Tanzen.

Zudem lieferten die Musiker in der Optik der 50er und 60er Jahre eine sehenswerte Liveshow: Bravo spiel­te die Gitarre hinter dem Kopf, Dittrich stieg auf die Tische am Burghaus, rekrutierte einen spontanen Backgroundchor aus dem Publikum, tauschte mit Offermann die Ins­trumente. Zwischenzeitlich befanden sich die „Bugs” - außer Boston, der am Schlagzeug blieb - vor der Bühne und rockten mitten unter den Gästen.

Dem Wunsch nach Zugaben kam die Band unter anderem mit sehr gelungenen Interpretationen von „Tainted Love” („Soft Cell”) oder Johnny Cashs „Ring of Fire” nach. Die Stimmung im Schatten der Burg war auf dem Höhepunkt, und damit dies so blieb, hatte das „Rockballast”-Team mit „Just one more” eine Coverband von Format verpflichtet.

Sänger Michael Mäntz, Gitarrist Sebastian Dreher, Fabian Weindorf (Keyboard), Alex Kophamel an den Drums und Bassist Jens Beißel ließen es mit Stücken wie „Highway to Hell” (AC/DC), „Smoke on the Water” (Deep Purple) und „Cocaine” zur Freude des Publikums krachen.

Auch ruhigere Stücke wie „Kayleigh” von „Marillion” oder „Africa” von „Toto” gehörten zu dem Programm von „Just one more”, das die Band besonders vielfältig gestaltete, da sie mit Susanne Maaßen, der Sängerin von „Pearls and Pigs”, eine Gastmusikerin mit in die Kupferstadt gebracht hatte. Mit warmer wie temperamentvoller Stimme sang sie Songs wie „Rolling in the Deep” von Adele, „Valerie” von Amy Winehouse oder „Mercy” Duffy.

Die deutsche Variante von „Just one more”, also „Zugabe”, war zu hören, als die Fans nach mehr als 30 Liedern immer noch nicht genug hatten. Und nach weiteren Rock- und Pop-Klassikern und dem endgültig letzten Applaus des Abends begann für die Musikfreunde an der Burg bereits die Vorfreude auf den zwölften „Rockballast”.
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