„Ritze Earth Band“ und „Final Virus“ krönen Projekt „Music is fun“

Von: Dirk Müller
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Profis und Nachwuchsmusiker trumpften gemeinsam groß auf beim Konzert im Kulturzentrum Frankental, wo das Motto des Kulturprojektes lebendig wurde: „Music is fun.“ Foto: D. Müller

Stolberg. Wenn der renommierte Bassist Peter Sonntag sagt, „es ist mir eine große Freude, wieder mit meiner Lieblingsband aufzutreten“, meint er diesmal nicht „Final Virus“, sondern die „Ritze Earth Band“. Die rund 35 Nachwuchsmusiker tragen „Final Virus“-T-Shirts und sind sichtlich stolz, gemeinsam mit den Berufsmusikern auf der Bühne im Kulturzentrum Frankental zu stehen.

Sie haben mit den Profis an dem von Dr. Nina Mika-Helfmeier, Amtsleiterin für Kultur und empirische Forschung der Städteregion, umgesetzten NRW-Förderprogramm „Kulturrucksack“ teilgenommen. Bereits im zweiten Jahr arbeiten in 20 Schulen der Städteregion Berufsmusiker mit Schülern in Workshops, die den Titel „Music is fun“ tragen.

Am Ritzefeld-Gymnasium war der Name des Workshops Programm, wie das Konzert der „Ritze Earth Band“ deutlich zeigte: Schon bei der ersten Improvisationsübung sprang der Funken über in die dicht besetzten Publikumsreihen, denn die Spielfreude der Schüler war nicht zu überhören – und nicht zu übersehen. Der Spaß am Musizieren war allgegenwärtig.

Die Querflöte traf auf Trompeten, Posaunen und Saxophone, drei Schlagzeuger und zwei Bassisten sorgten für den Rhythmus, vier Gitarren und drei E-Pianos erklangen beeindruckend. Bei dem Stück „Ritze forever“ klatschten die Zuhörer mit und spendeten während des gesamten Konzerts reichlich Szenenapplaus für die mutigen und gekonnten Soli der jungen Musiker.

Die Ritze Earth Band begeisterte mit dem „The Who“-Klassiker „Behind blue Eyes“ und dem „Mission Impossible Theme“ von Lalo Schifrin. Einer der Akteure war Silas Nobel aus der Klase 8b, der in der Nähe des „Final Virus“-Posanisten, -Trompeter und -Keyboarder Markus Plum saß. Der 14-Jährige war schon beim letzten Workshop am E-Piano dabei und spielt auch in der Schul-Big-Band „Crack Field Stompers“.

„In der Big-Band spielen wir die Noten vom Blatt, wogegen wir mit den Musikern von ‚Final Virus‘ freier arbeiten. In der ‚Ritze Earth Band‘ improvisieren wir viel, sitzen nicht in Reihen, sondern im Halbkreis auf der Bühne, weil wir quasi musikalisch miteinander kommunizieren“, beschrieb Silas in der Pause des Konzerts.

Sein Kollege Simon Brodmühler aus der 6b stimmte zu. „Ich finde es besonders gut, dass auch absolute Anfänger bei dem Workshop mitmachen und heute schon Soli spielen können. Und es macht einfach sehr viel Spaß, gemeinsam mit richtigen Profis Musik zu machen“, sagte der elfjährige Bassist, der zum ersten Mal bei „Music is fun“ dabei war.

„Final Virus“-Schlagzeuger Max Sonntag spiegelte Simons Gedanken: „Auch für uns Berufsmusiker ist es eine schöne Erfahrung, dass nicht die Leistung, sondern der Spaß an der Musik im Vordergrund steht. Dann noch zu sehen, wie aus talentierten jungen Leuten echt gute Musiker werden, macht viel Freude.“

Reno Schnell war ebenfalls von der Arbeit mit den Schülern angetan: „Sie sind in unterschiedlichen Altern, manche musikalische Anfänger, andere schon weit fortgeschritten, und alle haben sich gegenseitig an die Hand genommen und unterstützt. Diese tolle Gruppendynamik kann man heute Abend auch hören, denn ausnahmslos alle jungen Musiker gestalten den Klangkörper“, erklärte die Profi-Gitarristin. Und eben dies galt auch für die sechs Sängerinnen, die nach der Pause dem Konzert der „Ritze Earth Band“ eindrucksvoll Stimme verliehen, und anspruchsvolle Stücke wie „Epitaph“ von „King Crimson“ sangen.

Das große Ensemble aus engagierten Musikern im Alter von neun bis 59 Jahren präsentierte unter anderem eine ekstatische Version des „Beatles“-Songs „Hey Jude“. Das Publikum stimmte euphorisch mit ein, und mehrere Generationen Stolberger auf und vor der Bühne ließen den Workshop-Namen „Music is fun“ im Kulturzentrum klangvolle Realität werden.

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