Stolberg - Reichhaltige Belohnung winkt im Atelierhaus am Hammerberg

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Reichhaltige Belohnung winkt im Atelierhaus am Hammerberg

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Gastkünstler Im Atelierhaus und Skulpturengarten am Hammerberg sind Agnes Bläser, Petra Rink, Franz Holli mit Gastgeberin Birgit Engelen (v.l.).

Stolberg. Hat man auf dem Spaziergang durch die Altstadt den Hammerberg erstiegen, wird man reich belohnt mit einer interessanten Mischung künstlerischen Schaffens. Denn wieder ist das Atelierhaus der Künstlerin Birgit Engelen mit seinem Skulpturengarten (Station 11) eine bemerkenswerte Station bei Kunst auf dem Weg am Sonntag, 29.August.

Gleich drei Sinne seiner Besucher spricht der Waldbröler Klangkünstler Jochen Fassbender an. Unvermittelt befindet sich der Besucher auf der Spur der Klangphänomene seiner selbst entwickelten Instrumente. Sie bestehen aus den unterschiedlichsten Materialien und so lauscht man ihren Resonanzen, beobachtet dabei Klangmobiles und ist eingeladen zum Spiel mit Terraphon oder Lithophon aus Basalt, Travertin und Keramik.

Seine Frau wird den Klangarten betreuen, während Fassbender mit seinen Instrumenten und Live-Vorträgen in der benachbarten Finkenbergkirche vertreten sein wird.

Im Stundentakt lässt ein weibliches Duo aus Herzogenrath und Kerkrade Poesie erklingen. Im weißen Zelt des Skulpturengartens treten Agnes Bläsen und Erika Lieber mit ihrem aktuellen Programm „Mit tausend Küssen im Kerzenschein” auf. Vom Hin und Her, vom Lieben und Sehnen, von Küssen und Kerzenschein handelt die Darbietung der beiden Künstlerinnen. In einer szenischen Lesung wird die breite Palette in Sachen Liebe rezitiert und gesungen. Mal ernst, mal schmunzelnd, mal zärtlich, mal theatralisch. Zu hören sind Gedichte und Lieder unter anderem von Paul Boldt, Johann-Wolfgang Goethe, Stef Bos oder Dirk Schulte - immer um 12, 14, 15 und 16 Uhr.

Norbert Walter Peters präsentiert jugendliche und jung gebliebene Akteure in verschiedenen Bandprojekten: „Chris To Jan” mit Oldies aus den 50er Jahren; das Projekt „Molusiko” mit den Evergreens von Deep Purple, Black Sabbath, AC/DC oder der Tennie-Band The Rasmus sowie das Duo „FranzRudolf” mit Hits aus dem Country & Western-Genre. Außerdem musizieren Mitglieder der Stolberger Sing- und Spielgemeinschaft (SSG) und der Big Band des Ritzefeld-Gymnasiums.

Mit Petra Rink, einer Schmuckgestalterin und Goldschmiedemeisterin, die in Breinig lebt und arbeitet, ist ein besonderes Handwerk vertreten. Sie entwirft Schmuck- und Objektunikate. Ihr handgefertigter Schmuck umfasst das ganze Spektrum von Ringen, über meist asymetrische Schmuckketten, ungewöhnlichen Ohrschmuck und Broschen. Sie präsentiert im Atelierhaus eine neue Serie von Ringen aus halbrund gebogenen Gold- oder Silberringschienen, die an den Oberseiten rechtwinklig abgekantet sind, oder offen enden. Spannungsreich und lebendig werden dazwischen die Edelsteine, wie z.B. Turmaline, Aquamarine, Mandaringranaten und Brillanten gefasst. In Holzkästen und auf Holzbohlen zeigt sie Themenobjekte, die mit Hilfe von verschiedenen Materialien, wie Edelmetallen, Fundstücke aus rostigem Eisen, sowie Keramikscherben, Zeichnungen und bemaltes Acryl, ihren Ausdruck finden.

Exot unter den Gastkünstlern, der alleine schon aufgrund seiner spannenden Lebensgeschichte viel zu erzählen hätte, ist Jörg Ridderbusch. Nach einer Ausbildung als Metallbauer hat er für einige Jahre als Entwicklungshelfer in Kenia gelebt. Aus Afrika zurückgekehrt, arbeitete er noch zwei Jahre in einem Dritte-Welt-Projekt mit Jugendlichen, anschließend widmete er sich dann intensiv seinem Handwerk und der Kunst. Seit den 80er Jahren entstehen unter seinen Händen skurrile, bzw. phantasievolle Objekte aus Metall, deren afrikanische Wurzeln nicht zu verkennen sind, abstrakt, farbenfroh, ja, humorvoll. So mutierte zum Beispiel eine alte Metalltonne zu einem wunderschönen Löwenkopf. Im Skulpturengarten zeigt er eine repräsentative Auswahl von etwa 20 Exponaten.

Gastgeberin Birgit Engelen befasst sich seit langem mit botanischen Formen. Sie modelliert Samenkapseln, Schwämme und andere Naturformen in Stein. Ihre Objekte sehen sehr „echt” aus; auch wenn man als biologischer Laie nicht immer weiß, wo in der Natur diese Form vorkommt, glaubt man sofort an ihre Authentizität. Gleichzeitig verhehlen sie nie ihre „Künstlichkeit”, ihren Kunstcharakter. Man spürt daher auch immer beim Betrachten ihrer Plastiken die intensive Auseinandersetzung mit der Form, mit dem Material und seinen Gesetzen. Ihre eigene, ruhige und konzentrierte Ausstrahlung spiegelt sich in ihren Arbeiten wider.

In einer ständigen Ausstellung zeigt Birgit Engelen Arbeiten von Matthias Peters, Wilhelm Gerhards, Prof. Ulf Hegewald und Holger Vanicek im Skulpturengarten Hammerberg. Zu erwähnen ist noch, dass Birgit Engelen übers Jahr verteilt, vier Events mit wechselnden Gastkünstlern bietet, so dass es im Atelierhaus/Skulpturengarten Hammerberg eigentlich immer etwas zu entdecken gibt. Interessierte Besucher sind ab 11 Uhr herzlich eingeladen zu verweilen, zu hören, zu spielen und zu genießen. Der Besuch lohnt sich.
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