Regulierung beim Anmeldeverfahren: Klartext gibt es vorerst nur intern

Von: Michael Grobusch
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Hille Breuer (l.) muss damit rechnen, dass im Zuge einer Regulierung die von ihr geleitete Grundschule Höhenstraße auf zwei Eingangsklassen beschränkt wird. Das würde unter anderem die von der Einzügigkeit bedrohte Hermannschule von Renate Krickel stärken. Foto: M. Grobusch
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Hille Breuer (l.) muss damit rechnen, dass im Zuge einer Regulierung die von ihr geleitete Grundschule Höhenstraße auf zwei Eingangsklassen beschränkt wird. Das würde unter anderem die von der Einzügigkeit bedrohte Hermannschule von Renate Krickel stärken. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Der Antrag der SPD-Fraktion, die Zahl der Eingangsklassen in den Grundschulen ab dem Schuljahr 2014/15 festzulegen und damit gezielt Einfluss auf die Schülerströme im Stadtgebiet zu nehmen (wir berichteten), sorgt für viel Gesprächsstoff – zumindest hinter den Kulissen.

Dort wird kontrovers diskutiert, nicht zuletzt aufgrund des Umstandes, dass von einer Regulierung zahlenmäßig schwache Schulen profitieren würden und andere mit Einschränkungen zu rechnen hätten.

Die öffentlichen Reaktionen fallen derweil sehr verhalten aus, wie Nachfragen unserer Zeitung zeigen. Unisono bestätigt wird lediglich, dass es nach Karneval eine erste Sitzung mit der Stadtverwaltung und allen zehn Grundschulleitern geben soll. „Das geschieht im Rahmen der turnusmäßigen Sitzung der Grundschulleiter-Konferenz. Es handelt sich nicht um eine Sondersitzung“, betont der zuständige Fachbereichsleiter Willi Seyffarth, der nicht von einer Problemlage sprechen will, sondern von einem „offenen Prozess, dem er nicht vorgreifen wolle, „der aber auch Chancen bietet“.

In diesem Punkt erhält er uneingeschränkte Zustimmung von Renate Krickel. Allerdings fordert die Leiterin der Hermannschule ausdrücklich, dass der noch zu bildende Arbeitskreis, so wie ihn die Sozialdemokraten vorgeschlagen haben, von einer externen Fachkraft unterstützt wird. „Ich dränge sehr darauf, dass diese Runde professionell begleitet wird, entweder durch unsere Schulrätin Ulla Rode oder durch ein Bildungsbüro“, so Krickel. „Alle Schulleiter müssen ihre Sorgen und Bedenken vernünftig vortragen können, Lösungsszenarien müssen kommuniziert werden. Das klappt meiner Meinung nach nicht ohne unparteiische Moderation.“

Die dürfte vor allem mit Blick auf die Innenstadt erforderlich sein, weil der Fortbestand der Hermann- und Grüntalschule mit jeweils zwei Eingangsklassen in Zukunft wohl nur gewährleistet werden kann, wenn die momentan dreizügige Grundschule Donnerberg, zu der seit Jahren viele Kinder aus der City abwandern, auf nur noch zwei Züge begrenzt wird.

Solche Überlegungen erfahren dem Vernehmen nach an der Höhenstraße keine positive Resonanz. Leiterin Hille Breuer brachte gegenüber unserer Redaktion zwar ihre „Befremdlichkeit“ über die schon jetzt in der Öffentlichkeit geführte Diskussion zum Ausdruck, wollte sich aber darüber hinaus vor dem internen Austausch zwischen den Kollegen im Februar nicht weiter äußern.

Derweil begrüßt Renate Krickel die Initiative der SPD. „Der Antrag trägt den veränderten Verhältnissen in Stolberg Rechnung und reagiert auf die Schülerrückgänge und die unterschiedliche Zusammensetzung der Einzugsgebiete.“ Und mit Blick auf die eigene Schule stellt sie fest: „Ich gehe davon aus, dass die uns drohende Einzügigkeit nicht gewünscht ist.“

Dem kann sich Kollege Peter Kronenberg nur anschließen: „Ich halte eine Änderung der derzeitigen Anmeldepraxis für eine gesellschaftliche Notwendigkeit.“ Dies stelle er vor allem mit Blick auf die Innenstadt fest – „und in erster Linie als Stolberger, nicht als Leiter der Grundschule Grüntalstraße.“

Inwieweit auch Einrichtungen in den Außenbezirken von Veränderungen betroffen sein könnten, bleibt abzuwarten. Die jüngsten Zahlen lassen zumindest Raum für Spekulationen: Vor allem an den Grundschulen in Mausbach (36 Anmeldungen) und Zweifall (38) könnte die Zweizügigkeit zur Disposition gestellt werden. Und das möglicherweise ohne einen direkten Zusammenhang mit einer anderen Schule.

Denn nach der neuen Berechnungsgrundlage des Landes, die im 8. Schulrechtsänderungsgesetz für die Zeit ab Sommer 2014 festgeschrieben worden ist, hat Stolberg derzeit in der Summe eine Grundschulklasse zu viel. Es bleibt abzuwarten, ob diese Differenz, die sich im nächsten Schuljahr noch erhöhen könnte, allein durch die geplante schrittweise Senkung des Klassenfrequenzrichtwertes von 24 auf 22,5 kompensiert werden kann.

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