Stolberg - Raumnutzung und geringe Kosten zählen

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Raumnutzung und geringe Kosten zählen

Von: Michael Grobusch
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Eine Mensa für zwei Schulen? Am Goethe-Gymnasium könnten in Zukunft auch Gesamtschüler ihr Mittagessen einnehmen. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Auch am Morgen danach war die Zurückhaltung groß. Weder Politiker noch Schulleiter wollten sich einen Tag nach der Präsentation der möglichen Standorte für eine Gesamtschule positionieren.

Stattdessen wurde Prüfungsbedarf reklamiert, was nicht verwundert angesichts de Vielzahl von Daten und Anmerkungen, die Wolf Krämer-Mandeau dem Schulausschuss in seiner Sondersitzung präsentiert hat.

Am Montag sollen die Fraktionen die Ausführungen in schriftlicher Form erhalten, bis zur nächsten Sitzung des Gremiums am 6. April soll dann der Weg zu einem - so erklärten SPD und CDU - möglichst einstimmigen Beschluss für die Beantragung einer Gesamtschule geebnet werden.

Start zum Schuljahr 2012/13

Zum Schuljahr 2012/12 dürfte sie dann ihren Betrieb aufnehmen - aller Voraussicht nach auf der Liester, wo sie in der derzeitige Realschule I und in den frei werdenden Räumen der Gutenberg-Schule beheimatet sein könnte. Dies ist zwar nur eine von insgesamt sieben Möglichkeiten, die Schulentwicklungsplaner Krämer-Mandeau am Donnerstagabend vorgestellt hat. Sie ist aber zugleich der haushohe Favorit, weil sich die Kosten in sehr engen Grenzen halten und die vorhandenen Räume sehr gut genutzt werden könnten.

In der Folge werden alle sieben Standort-Varianten samt ihrer vor allem raumkonzeptionellen Vor- und Nachteile, wie sie Wolf Krämer-Mandeau ermittelt hat, kurz vorgestellt werden.

Variante 1, Neubau auf der grünen Wiese. Er würde mit geschätzten Baukosten von rund 20 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Variante 2, Gesamtschule im Ritzefeld-Gymnasium. In dem Gebäude würden fast 2000 Quadratmeter Fläche fehlen. Auf der anderen Seite würde das räumlich laut Krämer-Mandeau eigentlich sehr gut ausgestattete Goethe-Gymnasium Platzprobleme bekommen, weil es als dann einziges Gymnasium der Stadt sechszügig wäre.

Variante 3, Gesamtschule im Goethe-Gymnasium: Unter Einbeziehung der Gutenberg-Schule würde das Raumangebot ausreichend sein. Dem Ritzefeld-Gymnasium würden allerdings rund 2900 Quadratmeter fehlen, um alle Gymnasiasten aufnehmen zu können.

Variante 4, Gesamtschule in Mausbach: „Nicht finanzierbar”, lautet die klare Einschätzung des Schulentwcklungsplaners. Um genügend Platz zu schaffen, müsste die Grundschule in Mausbach aufgelöst und mit Gressenich zusammengelegt werden. In der Realschule I als dann einzige Einrichtung dieser Schulform gäbe es einen erheblichen Erweiterungsbedarf.

Variante 5, Gesamtschule in Kogelshäuserschule und alter Gutenberg-Schule:Schwerer als das Defizit von rund 800 Quadratmetern wiegt die Entfernung zwischen den beiden Schulteilen, die in der Velau und auf der Liester liegen würden. Eine Aufteilung nach Jahrgängen wäre zwar möglich, wird aber sehr kritisch gesehen.

Variante 6, Gesamtschule in der Realschule I und der Gutenberg-Schule, Kogelshäuserschule und Realschule Mausbach als Verbundschulen: Diese Variante, die von Krämer-Mandeau als letzt aufgezeigt wurde, baut auf der favorisierten Auswahl von Realschule I und Gutenberg-Schule auf. Sie löst sich aber in Erwartung der Veränderungen im Schulsystem von den Grenzen des dreigliedrigen Systems und sieht die Kogelshäuserschule und die Mausbacher Realschule als Verbund- oder Gemeinschaftsschulen.

Variante 7, Gesamtschule in der Realschule I und Gutenber-Schule: Sie geht vom Status Quo aus und greift zukünftigen Schulformänderungen noch nicht vor. „Es gibt fast kein Raumminus, eine Gesamtschule im Bestand wäre möglich”, positioniert sich Wolf Krämer-Mandeau angesichts des geringen Kostenaufwandes, der auf die von der Überschuldung bedrohte Stadt Stolberg zukäme, sehr positiv. Die Hauptschüler würden auf die dreizügige Kogelshäuserschule gehen, die einzige Realschule läge mit vier bis fünf Zügen in Mausbach, und die beiden Gymnasien blieben - jeweils dreizügig - erhalten. Kleines Manko: Dem Ritzefeld-Gymnasien würden weiterhin 200 Quadratmeter fehlen, das Goethe-Gymnasium hätte eine Überkapazität von 600 Quadratmetern.

Theoretisch hätte auch noch eine Variante 8 angeführt werden können. Doch dieser erteilte Wolf Krämer-Mandeau eine mehr als deutliche Absage, so dass sie für den Entscheidungsprozess unerheblich sein wird: „Wenn Se sich für keine dieser Möglichkeiten entscheiden und deshalb nichts passiert, wird über mindestens zwei Schulen in Stolberg das Damoklesschwert hängen.”

Doch nicht nur die Existenzbedrohung von Einrichtungen, sondern vor allem auch die Erfüllung einer Nachfrage reklamierte der Planer. Dabei bezog er sich auf die Einrichtung einer Gesamtschule, aber auch auf die Schaffung von attraktiven Bildungsangeboten. Vor allem die Gymnasien müssten „in hohem Maße kooperieren, um das Optimale für die Schüler zu erreichen” - zum Beispiel ein möglichst breites Fächerrepertoire in der Oberstufe. „In der Tendenz sind Goethe- und Ritzefeld-Gymnasium eher an der Grenze zur Dreizügigkeit als zur Fünfzügigkeit”, betonte Krämer-Mandeau und fügte hinzu: „Und das trotz der Gymnasilierung des Abendlandes.”
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