Stolberg - Rathaus schaut machtlos der Fällaktion zu

Rathaus schaut machtlos der Fällaktion zu

Von: -jül-
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Ausblick statt Baumblick: Zwei
Ausblick statt Baumblick: Zwei alte Eichen wurden an der Katzhecke zum Leidwesen manches Stolbergers gefällt. Foto: J. Lange

Stolberg. Die Gründe, die für die Eigentümer den Ausschlag zu ihrer Entscheidung gaben, blieben ungeklärt, weil sie nicht erreichbar sind. Aber zumindest eine der beiden alten Eichen zeigte morsche Stellen auf, versicherten die Landschaftsgärtner, die die etwa 70 Jahre alten Bäume an der Katzhecke fällten.

Zwischen den Häusern 24 und 26 endet der Blick der Passanten nun nicht mehr an grünen Blättern, sondern reicht weit hinaus ins Stolberger Tal.

Das verärgerte nicht nur Nachbarn, sondern zog seine Kreise bis ins Rathaus, wo die Verwaltung zwar verständnisvoll, aber letztlich machtlos die Beschwerden über die Fällaktion entgegennahm. Denn juristisch gesehen hat die Stadt keinerlei Handhabe, das Fällen von Bäumen auf Privatgrundstücken in der Innenstadt zu unterbinden.

„Bäume sind Freiwild”, bringt Doris Tomski das zunächst einmal plakativ zum Ausdruck, um im nächsten Atemzug die Gesetzeslage differenziert aufzuzeigen. 14 Jahre lang hat einmal die Stolberger Baumschutzsatzung den Erhalt oder das Fällen von Bäumen im Innenstadtbereich sowie in den Ortslagen, für die Bebauungspläne rechtskräftig sind, geregelt. Von der Stadt genehmigt werden musste das Entfernen von Bäumen, wenn sie in ein Meter Höhe einen definierten Stammesumfang hatten. Dabei mussten Antragsteller Beweggründe aufzeigen und in der Regel Ersatzpflanzungen als Ausgleich vornehmen. Am 29. Januar 1987 hatte der Rat diese Baumschutzsatzung beschlossen; aufgehoben wurde sie mit Datum vom 12. April 2001. Seinerzeit folgte die CDU-Fraktion einer Forderung ihres Koalitionspartners FDP. Die Liberalen hatten argumentiert, dass die Baumschutzsatzung kontraproduktiv für den Erhalt von Bäumen sei. Entweder würden Bürger Bäume fällen bevor sie die Maße erreichen, die sie in den Geltungsbereich der Satzung bringen, oder sie würden illegal vorgehen, um unliebsame Gewächse zu entfernen. Die Katzhecke im Innenstadtbereich ist nicht von einem Bebauungsplan erfasst.

Somit verbleiben in Stolberg drei Aspekte, die Bäumen auf Privatgelände Schutz gewähren können. Einerseits sind einzelne historische Bäume als Naturdenkmale gesichert. Andererseits werden in rechtskräftigen Bebauungsplänen einzelne Bäume oder Baumgruppen erfasst, die erhalten werden können.

Als dritten Aspekt füht Doris Tomski den so genannten „baulichen Außenbereich an, wo die Bebauung” wie beispielsweise am Büsbacher Felshang in die freie Natur hinein reicht. Die ist dort generell geschützt; Ausnahmen müssen von der Landschaftsbehörde bei der Städteregion genehmigt werden.
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