Rathaus-Fassade: Einige Schwachstellen gesichtet

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Fassadenbefahrung: Auf einer Bühne, die 53 Meter in die Höhe kommt, fahren Henry Glos (unten rechts) und Detlef Weyer den Rathaus-Turm ab, um selbigen auf Schwachstellen zu prüfen. Mittels Druckluft werden lose Teile abgeblasen und die Fassade gereinigt. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg. Den Stein des Anstoßes hat Ulrich Coopmann auf seinem Schreibtisch liegen. Es ist nur ein kleiner Kieselstein im Büro des Hochbauamtleiters. Und doch besteht dringender Handlungsbedarf. Das Rathaus ist in die Jahre gekommen, „einige Schwachstellen konnten wir schon vom Fenster aus sehen“, sagt Coopmann. Jetzt wird die Fassade des Rathaus-Turmes überprüft.

Zwei Männer stehen am ersten Tag der Überprüfung auf einer Gelenkteleskopbühne und sind mit der ersten Platte des Turms beschäftigt. An der Front, unten rechts, gibt es auch schon die ersten Schäden: Henry Glos entdeckt vier Abplatzungen. Nichts Dramatisches, hier müssen keine Fotos gemacht werden. Detlef Weyer, der die Bühne bedient, steuert eine andere Stelle an.

Für das 33 Meter hohe Rathaus, dessen Turm Anfang der 70er Jahre gebaut worden war und der 1976 von den städtischen Mitarbeitern bezogen wurde, ist eine Bühne, wie sie am Dienstag und Mittwoch im Einsatz ist, schon nötig. Denn die Stolberger Feuerwehr zum Beispiel käme mit ihrer Drehleiter etwa 30 Meter hoch. Das Arbeitsgerät der Stolberger Firma Büscher dagegen schafft 53 Meter, wenn es komplett ausgefahren ist. „Es handelt sich dabei um ein 27-Tonnen-Fahrzeug mit einer seitlichen Reichweite von 39 Metern“, sagt Detlef Weyer, während er mit Leichtigkeit bis zum Dach hochfährt, damit Henry Glos auch hier die Fassade in Augenschein nehmen kann.

Die Wand besteht aus Waschbetonelementen mit Odenwälder Naturgranit. Mit Druckluft wird sie gereinigt. Gleichzeitig findet auf diese Weise eine Kontrolle der Fassadenplatten sowie der elastischen Fugen zwischen den Platten statt. „Heute machen wir die Rathausfront und seitlich so weit, wie wir eben kommen, morgen geht es dann an der Rückseite weiter“, erklärt Glos. „Dafür muss dann der hintere Teil gesperrt werden, weil wir die Bühne dort aufstellen müssen“, ergänzt Weyer.

Apropos Sperren: Bei den Arbeiten am gestrigen Dienstag ist das Rathaus nur über den hinteren Eingang zu erreichen. Das war auch zuvor breit kommuniziert worden und selbst auf der rot-weißen Absperrung finden sich mehrere Hinweise dazu. Dennoch fragen Bürger immer wieder, wie sie ins Rathaus kommen sollte. „Ich sollte Auskunftsgeld verlangen“, witzelt Glos. Alles kein Problem, allerdings ärgern sich die Männer über ein paar recht dreiste Zeitgenossen, die sich an der Absperrung vorbeidrücken, um doch durch den Haupteingang zu kommen. Lediglich ein „unverbesserlich“ hat Bernd Kistermann dafür übrig.

Schadstellen kartieren

Der Fachbereichsleiter erklärt, dass die Fassadenbefahrung in dieser Form zum ersten Mal vorgenommen werde. Öffentliche Gebäude müssen einmal im Jahr in Augenschein genommen werden. Im vergangenen Jahr habe man mit Hilfe der Feuerwehr die Wand abgeklopft und so die Platten überprüft. „Wir wissen um den Umstand, dass sich in der Vergangenheit immer wieder Kieselsteine gelöst haben“, so Kistermann.

Jetzt werden alle losen Teile abgeblasen und Schadstellen kartiert. „Erstmal sichern und gucken, ob akute Gefahr besteht“, fasst Coopmann zusammen. Im schlimmsten Fall regnen wohl noch ein paar Kieselsteinchen herunter, die Betonelemente sind laut Kistermann noch in Ordnung. Sie halten mittels Aufhängung an der Fassade, und die sei noch in Ordnung. Am heutigen Mittwoch geht es im hinteren Teil weiter.

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