Stolberg - Radikaler Grünschnitt am Friedhof Mausbach

Radikaler Grünschnitt am Friedhof Mausbach

Von: vab
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Radikal: Auf dem Friedhof Mausbach hat die Stadt Sträucher, Bäume und Hecken zum Teil bis auf Bodenniveau zurückgestutzt. Foto: V. Barsig

Stolberg. Ratzekahl ist es am Friedhof in Mausbach: Die Stadt hat einen radikalen Kahlschnitt veranlasst, Sträucher, Hecken und Bäume sind entweder bis auf den Boden niedergeschnitten oder gleichen Stümpfen, die in den Himmel ragen.

Von morbidem Charme eines Friedhofes kann keine Rede mehr sein und das finden Landschaftsarchitektin Andrea Winterscheid und Josef Ingermann vom Bürgerforum Mausbach ärgerlich. Nicht nur, dass sie sich auf dem Friedhof nicht mehr wohl fühlten, der Rückschnitt sei außerdem auch nicht fachgerecht gemacht worden. „Die Pflanzen sind durch den Radikalschnitt in einen Stresszustand geraten“, sagt Winterscheid.

Die Folge sei unkontrolliertes Wachstum und in Zukunft dadurch sogar höhere Kosten bei der Pflege. Durch die offenen Flächen sei die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Pflanzen erkrankten. Durch die erhöhte Sonneneinstrahlung werde außerdem bald viel mehr Unkraut auf dem Friedhof wachsen, so Winterscheid. Hinzu komme das Gefühl, man stehe auf dem Friedhof auf der Straße, denn die Hecken, die um den Platz wuchsen, sind ebenfalls komplett runtergeschnitten worden.

Von Seiten der Stadt wird der Radikalschnitt unter anderem mit dem milden Winter begründet: „Dadurch, dass weniger Winterdienst anfiel, hatten wir endlich Zeit, uns um die Grünflächen zu kümmern“, sagt Fachbereichsleiter Bernd Kistermann. Generell sei er aber gesprächsbereit, wenn Bürger der Meinung seien, der Schnitt sei nicht fachgerecht gewesen. „Wenn in Zukunft wild Unkraut wuchert, dann müssen wir uns selbstverständlich darum kümmern“, sagt Kistermann.

Winterscheid und Ingermann sehen einigen Gesprächsbedarf: Grün habe in Stolberg eine viel zu kleine Lobby, sagen sie. Auch der Stopp für das Baumkataster in Stolberg sei nicht hinnehmbar. Darin werden alle Bäume erfasst und ihre Pflege festgelegt. Auch das Argument der Stadt, der Friedhof sei durch den Schnitt besser einsehbar und stehe so unter sozialer Kontrolle, die beiden nicht verstehen.

Bei der Polizei heißt es auf Nachfrage, dass auf dem Friedhof in Mausbach nicht mehr Kriminalität herrsche als auf anderen Friedhöfen. Einsehbarkeit sei aber generell zu begrüßen, so eine Sprecherin. Auch Bürgermeister Ferdi Gatzweiler zeigte sich zum Gespräch bereit. Nach den Osterferien soll gemeinsam über das Grün in der Stadt beraten werden.

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