Prymaner wollen mit Warnstreik ein Zeichen setzen

Von: Michael Grobusch
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Klare Ansage: „100 Prozent der Anwesenden haben für den Warnstreik gestimmt“, berichtet Ralf Radmacher. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die Stolberger IG Metall steht vor einer ersten Kraftprobe mit der neuen Geschäftsführung der Prym-Gruppe. Heute Vormittag wollen die Beschäftigten der Divisionen Inovan und Consumer sowie der Prym-Holding in einen einstündigen Warnstreik treten. Die Aktion findet unmittelbar vor der dritten Verhandlungsrunde zwischen IG Metall und Unternehmen über den Abschluss eines neuen Haustarifvertrages statt.

„Bislang haben die Arbeitgeber noch keinerlei Angebote gemacht. Es ist Zeit, dass wir ein Zeichen setzen. Die Kollegen haben in den vergangenen Jahren viele Einschnitte hinnehmen müssen und wollen an dem von ihnen erwirtschafteten Erfolg jetzt auch wieder beteiligt werden“, erklärte Ralf Radmacher,. 2. Bevollmächtigter der IG Metall Stolberg, gegenüber unserer Zeitung.

3,4 Prozent mehr Entgelt und damit die Übernahme des Tarifabschlusses für die Metall- und Elektroindustrie in NRW fordert die Gewerkschaft. „Das können wir derzeit nicht leisten“, kontert Jens Waldau, der seit 1. Januar als Nachfolger von Andreas Engelhardt Vorsitzender der Geschäftsführung ist. Ins Detail gehen will Waldau allerdings nicht. „Es gibt gute Gründe dafür für unsere Position. Ich möchte dieses Thema aber nicht in der Öffentlichkeit austragen“, betonte er Anfrage

Die Mitarbeiter haben für die Zurückhaltung der Geschäftsleitung offenbar wenig Verständnis. „Die Stimmung in der Belegschaft ist eindeutig. Wir haben eine Abstimmung zum Thema weiterer Entgelt-Verzicht gemacht, und 100 Prozent der Anwesenden haben sich dagegen ausgesprochen“, berichtet der Gewerkschaftler, der zugleich auch Konzern- und Europa-Betriebsratsvorsitzender von Prym ist. Daran konnte auch eine kritische Nachfrage von Jens Waldau am Nachmittag nicht ändern. „Wenn er auf unsere Forderungen eingehen würde, gäbe es für einen Warnstreik keinen Anlass mehr.“

Der derzeit geltende Haustarifvertrag für Consumer, Inovan und die Holding war Ende Januar 2012 unterzeichnet worden und hatte unter anderem die rückwirkende Übernahme des NRW-Abschlusses der IG Metall festgeschrieben. Darauf hatten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in monatelangen Verhandlungen geeinigt, nachdem die EU der Firma Prym im März 2011 eine Reduzierung des verhängten Bußgeldes wegen illegaler Preis- und Marktabsprachen um 25 Millionen auf rund 15,5 Millionen Euro gewährt hatte.

Von den aktuellen Verhandlungen betroffen sind fast 400 der insgesamt rund 600 Prymaner am Standort Stolberg sowie die Kollegen von Consumer in Alsdorf. Ausgeklammert ist lediglich die in der Vergangenheit wirtschaftlich angeschlagene Division Fashion, für die noch ein Sanierungstarifvertrag gilt.

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