Stolberg - Prozessauftakt: Verteidiger sucht Angeklagten

Prozessauftakt: Verteidiger sucht Angeklagten

Von: -jül-
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Razzia im „Grow-Shop” in der Elgermühle im Januar 2008: Den beiden Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft Beihilfe zum Drogenhandel mittels Vertrieb der Utensilien zum illegalen Anbau von Hanf und der Gewinnung von Cannabis vor. Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg. „Herr Vorsitzender, selbst auf mehrfaches und insistierendes Klingeln hat mein Mandant nicht die Türe geöffnet”, bedauerte Rüdiger Böhm. Der Verteidiger hatte die Wohnanschrift seines Mandanten aufgesucht, weil der 43-Jährige nicht zum Prozessauftakt erschienen war.

Das Erscheinen des Mitangeklagten aus Stolberg war dagegen sichergestellt. Der gleichaltrige Mann ist wegen Drogenhandels zu sieben Jahren Freiheitsentzug verurteilt und sitzt ein.

Er wurde von Justizbeamten in den Sitzungssaal der 1. großen Strafkammer geführt, um sich mit dem von der Aachener Staatsanwaltschaft erhobenen weiteren Vorwurf der Beihilfe zum unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge (Az: 61 Kls 24/08) zu stellen.

Am Donnerstag endete der mit einstündiger Wartezeit begonnene Prozess mangels des zweiten Angeklagten wieder schnell. Die Kammer unter dem Vorsitzenden Richter Arno Bornmann gibt dem Aachener noch die Chance, selbstständig und pünktlich am kommenden Dienstag im Sitzungssaal Nr. 1003 des Landgerichtes zu erscheinen. Anwalt Böhm sicherte zu, sich persönlich darum zu kümmern.

Immerhin liegt vor der 1. großen Strafkammer noch jede Menge Arbeit: Auf 21 Verhandlungstage ist das Verfahren angesetzt; rund 120 Personen stehen auf der Zeugenliste, um den schwunghaften Handel der Angeklagten mit allem, was man so zum illegalen Anbau von Hanf und zur Gewinnung von Cannabis benötigt, zu beweisen. 53 Fälle hat die Staatsanwaltschaft bereits im Juni 2008 angeklagt, bis dahin hatten die Beschuldigten keine Angaben zu den Vorwürfen gemacht.

Dass es erst jetzt zur Hauptverhandlung kommt, soll an der Einbindung der Beschuldigten in weiteren Verfahren liegen. Sie fanden ihren Ursprung in einer bundesweiten Razzia gegen Cannabis-Anbau im Januar 2008, bei der mehr als 1500 Polizeibeamte mehr als 200 potenzielle Tatorte durchsuchten, die mit Equipment aus dem Stolberger Shop ausgestattet gewesen sein sollen. Neben ihrem umfangreichen Laden in der Elgermühle sollen die Angeklagten das Zubehör auch über eigene Internetseiten und -Auktionsplattformen angeboten und veräußert haben.

Das Gesetzbuch sieht für Beihilfe in solchen Drogendelikten Freiheitsstrafen zwischen drei Monaten und elf Jahren vor.
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