Whatsapp Freisteller

Projekt „Das geht!“ setzt auf die Beteiligung junger Stolberger

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
7476423.jpg
Der Bau einer Skaterbahn in der Nähe der Innenstadt hat bei den Jugendlichen aus der Stolberger Arbeitsgruppe eine hohe Priorität. Auch zu diesem Thema sollen sich die Politiker positionieren. Foto: stock/imagebroker

Stolberg. Jugendliche auf Augenhöhe mit Politikern und im Gespräch über für sie wichtige Themen in ihrer Stadt? „Das geht!“, findet Steffen Mingenbach und benennt damit zugleich den Titel des Projektes, das vom Bildungsbüro der Städteregion im Vorfeld der Kommunalwahlen am 25. Mai initiiert wurde.

In fünf Kommunen steht in diesem Jahr die politische und gesellschaftliche Beteiligung von jungen Menschen sowie ihr Dialog mit den Politikern besonders im Blickpunkt. Neben Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler und Herzogenrath hat auch die Kupferstadt den Zuschlag als „Modellkommune“ erhalten.

Mingenbach als studentischer Mitarbeiter sowie Denise Trautmann und Florian Weyand im Rahmen ihres freiwilligen politischen Jahres sind seit Monaten im engen Kontakt mit den Projektteilnehmern. Die Auftaktveranstaltung Mitte Januar im Zinkhütter Hof war eine gelungene Initialzündung. „In unserer Arbeitsgruppe sind alle weiterführenden Stolberger Schulen vertreten“, freut sich Steffen Mingenbach über die rege Beteiligung der 16- bis 20-Jährigen, die im Vorfeld der Wahl ihre Anliegen und Forderungen an die Kandidaten herantragen und sich zugleich ein Bild davon machen wollen, was sie von den einzelnen Parteien zu erwarten haben und welcher Vertreter am besten zu den eigenen Vorstellungen und Ansprüchen passt.

„Es ist wichtig, dass die Jugendlichen sich vor der Wahlentscheidung eine Meinung bilden und die Kandidaten, die sie vertreten wollen, kennenlernen“, betont Michael Bosseler, der das Projekt als Vertreter der Stadt Stolberg begleitet. Und der Jugendpfleger zeigt sich zufrieden. „Die Schüler sind auf einem sehr guten Weg.“ Mehrere Treffen hat es zwischenzeitlich gegeben, bei denen die beiden wichtigsten Vorhaben von „Das geht!“ konkrete Formen angenommen haben. So findet am Donnerstag, 22. Mai, eine öffentliche Veranstaltung im Zinkhütter Hof statt, bei der es unter anderem Workshops zu jugendrelevanten Themen und eine Podiumsdiskussion mit Politikern geben wird. Schon zweieinhalb Wochen zuvor, am 5. Mai, wird im Internet der „Wahlchecker“ freigeschaltet. Nutzer werden hier mit Thesen zur jeweiligen Kommune konfrontiert und können diesen zustimmen, sie ablehnen oder sich der Meinung enthalten. Die Summe der Antworten wird mit denen der verschiedenen Parteien abgeglichen, so dass jeder Teilnehmer am Ende erfährt, welches Programm und Partei am besten zu seinen politischen und gesellschaftlichen Ansichten und Anliegen passt.

Alle Parteien angeschrieben

„In dieser Woche sind alle Fraktionen und Ortsverbände angeschrieben worden – verbunden mit der Bitte, uns bis spätestens 15. April zu antworten“, berichtet Steffen Mingenbach. Anders als die Internet-User haben die Politiker aber nur zwei Möglichkeiten: Sie können Ja oder Nein wählen, Enthaltungen gibt es nicht.

Es gilt also, Position zu beziehen. Zum Beispiel zu der Forderung der Stolberger Jugendlichen, öffentliche Toiletten zu schaffen und einen Skaterpark in Innenstadt-Nähe einzurichten. Besser ausgestattete Kinderspielplätze, die kostenfreie Nutzung der Sportstätten, mehr jugendliche Punkte im städtischen Kulturprogramm und der Ausbau der Schwimmhalle zu einem Freizeitbad haben ebenfalls hohe Priorität. Die Schüler blicken aber auch über den Tellerrand hinaus und zeigen Interesse an Themen, die in Stolberg von altersunabhängiger Bedeutung sind. Dabei scheuen sie nicht vor provokativen Thesen zurück. So konfrontieren sie die Politiker beispielsweise mit dem Vorschlag, den Steinweg zu einem reinen Wohnviertel umzugestalten. Und mit der Aufforderung, dass die Stadt Immobilen kaufen und dann abreißen soll, um die Stolberger City zum Vichtbach hin öffnen zu können.

Man darf gespannt sein, wie sich die Politiker äußern werden. Leere Worthülsen und falsche Versprechen sind nicht gewünscht. Die jungen Leute erwarten vielmehr klare und verlässliche Aussagen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert