Projekt „Alles klar!“: Hilfe für Kinder mit Diabetes

Von: Jule Klieser
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Sie haben am Freitag über die Hilfe für diabeteskranke Kinder informiert: Volker Pöhlsen (v.l., Vorstand Förderkreis Schwerkranke Kinder), Dorothee Schnur (Diabetes-Beraterin), Monika Janssen (Geschäftsführerin „Bunter Kreis“), Dr. Volker Siller („Menschenskind“) und Dr. Heiner Kentrup (Leiter Kinderklinik). Foto: J.Klieser

Stolberg. Damit Familien mit einem an Diabetes erkrankten Kind Unterstützung bekommen, hat der „Bunte Kreis“ vor einem halben Jahr in Zusammenarbeit mit dem Bethlehem Gesundheitszentrum das Projekt „Alles klar!“ ins Leben gerufen.

Die Diagnose „Diabetes mellitus“ bei einem Kind kann die ganze Familie vor neue Probleme stellen. Zuerst muss das Kind für etwa zehn Tage zur stationären Behandlung ins Krankenhaus, dann geht die Behandlung zu Hause weiter.

Eltern und Kinder werden zwar schon auf der Station im Krankenhaus geschult, wie sie am besten mit der Krankheit umgehen. Doch die Betreuung eines betroffenen Kindes ist kompliziert und aufwendig. Deshalb stellt der „Bunte Kreis“ Fachfrauen, die bei Bedarf der Familie stundenweise mit Rat und Tat zur Seite stehen. Bisher sind 20 Familien begleitet worden. Und Nachfrage steigt.

„Die Diagnose ist für jede Familie erst einmal ein Schock oder wirft Probleme auf“, berichtete Dorothee Schnur, Diabetesberaterin am „Bethlehem“. Eltern könnten sich zwar Tag und Nacht an die Klinik wenden, seien aber sehr glücklich über das Angebot. Die Beraterinnen von „Alles klar!“ helfen bei Fragen rund um die Schule, sie können Ängste abbauen und Wissen vermitteln, sie unterstützen die Eltern dabei, in ihren Alltag zurückzukommen, geben Ernährungstipps.

Und sie kennen darüber hinaus alle Verhaltensregeln rund um das Insulinspritzen. Eltern und Kranke müssen lernen, wie die Insulinmenge berechnet wird. Das sei bei Kindern kein leichtes Unterfangen, weil Essverhalten und -menge sich immer wieder ändern. „Die Beraterin ist sehr eng bei der Familie und immer in Bereitschaft“, betonte Monika Janssen, Geschäftsführerin des „Bunten Kreises“. Drei Mitarbeiterinnen sind im Einsatz, der durchschnittlich drei Monate lang notwendig ist.

Immer häufiger werde Diabetes vom Typ 1 bei Kindern diagnostiziert, weiß Dr. Heiner Kentrup, Leiter der Bethlehem Kinderklinik und Diabetologe, zu berichten. Alle 20 Jahre verdoppele sich die Rate der erkrankten Kinder, und es gebe zunehmend jüngere Kinder. Diabetes könne schon im Säuglingsalter auftreten, oft seien zwei- bis dreijährige Kinder betroffen.

Sieben bis acht Millionen Diabetiker gebe es in Deutschland (beide Diabetes-Typen), über 20.000 davon seien Kinder (fast ausschließlich Typ 1). Die Folgen und Risiken der Erkrankung seien dieselben wie bei Erwachsenen. Vor allem Gefäßkomplikationen stellen langfristig eine Gefahr dar. Deshalb sei die korrekte Insulingabe von Anfang an sehr wichtig.

„Wir sind stolz darauf, ein solches Projekt unterstützen zu können“, sagte Dr. Volker Siller vom Verein „Menschenskind“. Dieser sowie der Förderkreis Schwerkranke Kinder haben die Anschubfinanzierung von „Alles klar!“ mit jeweils 3000 Euro gesichert. Weitere 6000 Euro geben die beiden Einrichtung für die Fortführung des Projekts. Monika Janssen hat vor, mit den Krankenkassen in Kontakt zu treten, um das Angebot langfristig sichern zu können. „Es ist einmalig in Deutschland“, versicherte Siller.

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