Stolberg - Professor Klaus Bläsius: Pionier in Sachen Knorpeltransplantation

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Professor Klaus Bläsius: Pionier in Sachen Knorpeltransplantation

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Glückwunsch: Professor Klaus Bläsius ist seit 20 Jahren Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im „Bethlehem“. Foto: Gesundheitszentrum/ H. Eisenmenger

Stolberg. Knochen, Gelenke und Co. sind die Leidenschaft von Professor Klaus Bläsius, der 2013 20 Jahre als Chefarzt der Orthopädie am Bethlehem-Gesundheitszentrum feiert. Die Klinik mit 104 Betten ist auf endoprothetischen Gelenkersatz, arthroskopische Operationen, konservative sowie operative Rückentherapien sowie seit zwei Jahren auch Traumatologie spezialisiert.

Einen weiteren Schwerpunkt, der aber separat zu betrachten ist, stellt die Kinderorthopädie dar. „Es ist schon bemerkenswert, wie sich die Orthopädie allein in den vergangenen zwei Jahrzehnten entwickelt hat“, sagt Professor Bläsius, der das Stolberger Krankenhaus ins Scheinwerferlicht der Fachwelt rückte, als er vor 15 Jahren zum ersten Mal in Deutschland eine Knorpeltransplantation vornahm.

Auch wenn seither andere Kliniken ebenfalls Knorpeltransplantationen vornehmen, ist das Verfahren keineswegs Standard in deutschen Krankenhäusern, betont der 60-Jährige, der sich in wissenschaftlichen Arbeiten intensiv mit diesem Fachgebiet beschäftigte.

Eigenknorpel wurde übrigens früher ausschließlich in amerikanischen Laboren gezüchtet. Dass sich nun auch in Deutschland Firmen auf die Züchtung von Knorpel spezialisiert haben, hat mit dem Terroranschlag am 11. September 2001 zu tun – die strikten Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen in den USA und die damit verbundene Durchleuchtung machten die Zellen auf ihrem Transportweg in die USA und zurück unbrauchbar.

Klaus Bläsius gehört zu den Pionieren der zementfreien CLS-Hüftendoprothese aus Titan. Er war schon bei der ersten Implantation auf deutschem Boden in der Uni Heidelberg dabei und ist Autor der ersten deutschsprachigen Publikationen. Er ist Leiter der deutschen CLS-Multicenter Studie. Heute ist dieser Prothesenschaft der erfolgreichste zementfreie Schaft überhaupt und kann sogar minimalinvasiv operiert werden.

Viele der Patienten, die Klaus Bläsius und seine Kollegen operieren, lassen sich im Stolberger Hospital ihre gelockerten zementierten Prothesen entfernen. Mit einer speziellen Methode wird der Zement, der Hüftschaft und Oberschenkelknochen verbindet, verflüssigt. „Dieses Verfahren ist deswegen so grandios, weil man ohne Verflüssigung vereinfacht ausgedrückt nicht das Risiko hat, beim Aufmeißeln des Zements den Knochen zu beschädigen“, erklärt der Chefarzt.

Dieses sogenannte Oscar-Verfahren wurde auf deutschen Kliniken erstmals in Stolberg routinemäßig angewendet.

Viel schneller auf den Beinen

Die zementlosen Ersatzgelenke der neuen Generation, die im Gesundheitszentrum eingesetzt werden, bestehen aus Titan und sind damit wesentlich haltbarer und belastbarer. Auch die Verweildauer im Krankenhaus und die Phase, bis die Krücken im Schrank auf Nimmerwiedersehen verschwinden, haben sich dank der modernen Endoprothetik radikal reduziert. „Früher war der Patient, der beispielsweise ein künstliches Hüftgelenk erhielt, im Schnitt drei Wochen hier. Heutzutage liegt die Verweildauer mal gerade bei der Hälfte“, berichtet der Mediziner.

„Gehhilfen brauchte der Patient zu der Zeit, als ich meine Karriere begann, circa drei Monate lang. Nun sind es vielleicht drei Wochen.“

Ob Hüfte, Knie, Fußgelenk oder Schulter: Prothesen gibt es in allen erdenklichen Varianten – und für Bläsius und seine „Mannschaft“ ist es immer wieder eine Freude zu sehen, wie Patienten beschwerdefrei das Gesundheitszentrum verlassen.

<i><b>Orthopädie auf Augenhöhe: Fragen und Antworten</b>

Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Bethlehem-Gesundheitszentrums lädt für Mittwoch, 6. März, Interessierte zum persönlichen Gespräch in die Mayersche Buchhandlung an der Buchkremerstraße 1-7 in Aachen ein. Es ist keine Informationsveranstaltung in Form eines Vortrages; stattdessen können die Besucher all das fragen, was sie ums Thema Endoprothetik beschäftigt.

Die Ärzte des Stolberger Krankenhauses werden mit Kollegen der orthopädischen Praxen Bakies (Forst) und Plum-Schunk (Eschweiler) anhand von Modellen leicht verständlich erklären, welche Vor- und Nachteile die unterschiedlichen Ersatzgelenke haben und auch erläutern, wie eine „maßgeschneiderte“ Anpassung funktioniert.

Fragen zu Operationsmethoden und neuen Techniken werden natürlich auch beantwortet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Los geht es um 16 Uhr, Schluss ist gegen 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.</i>

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