Stolberg - Polizei nimmt Stolberg stärker ins Visier

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Polizei nimmt Stolberg stärker ins Visier

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Urlaubszeit ist Einbruch-Hochsaison. Neben Schutzmaßnahmen an Haus und Wohnung empfiehlt AXA, mit einer Hausratversicherung vorzusorgen.

Stolberg. „Drei Punkte bereiten mir große Sorgen“, sagt Klaus Oelze: „Die Wohnungseinbrüche, die Straßenkriminalität und Stolberg“. Der dramatischen Entwicklung der Kriminalität in der Kupferstadt wird der Aachener Polizeipräsident jetzt ein besonderes Augenmerk widmen. Mit einer Verdopplung der Wohnungseinbrüche auf 242, mit einer Steigerung der Gewaltkriminalität um ein Drittel auf 172 Delikte und einem Plus von 8,9 Prozent auf 909 Taten bei der Straßenkriminalität im vergangenen Jahr ist Stolberg zu einem besonderen Sorgenkind im Bereich der Städteregion geworden.

Die gesamte Anzahl von Straftaten stiegt um 12 Prozent auf 3977 – der Spitzenwert im Vergleich der vergangenen fünf Jahre. „Das ist schon ziemlich heftig“, konstatiert Klaus Oelze.

In keiner anderen Kommune hat sich die Kriminalität so ausgeweitet. Allerdings liegt Stolberg im Vergleich der Delikte bezogen Bevölkerungszahl noch im guten Mittelfeld. Mit einer Häufigkeitszahl von 6905 rangiert die Kupferstadt deutlich unter Eschweiler (9311) und Aachen (11 737); im Bereich der gesamten Kreispolizeibehörde liegt dieser Vergleichswert bei 9147. Nur in der Eifel und in Baesweiler lebt man sicherer.

Jeder Fünfte unter 21 Jahren

Sorgen bereitet Ulrich Flocken an einem seiner ersten Arbeitstage als neuer Leiter der Direktion Kriminalität auch eine weitere Entwicklung: „In Stolberg wurden 1635 Tatverdächtige ermittlet, der Anteil der unter 21-jährigen beträgt 22,7 Prozent“. Auch das ist ein hoher Wert. Der Kriminaldirektor hat Erklärungen parat. „Wir haben eine Gruppe jugendlicher Intensivtäter im Visier“. Die Ermittlungen dauern noch an, aber auf ihr Konto soll ein erheblicher Teil der Straßenkriminalität gehen, bei dem vor allem Jugendliche die Opfer und die Täter sind.

Auch wenn zum Leidwesen von Kaus Oelze die Aufklärungsquote der Polizei im Präsidiumsbereich wie in Stolberg – hier um über drei auf 50,39 Prozent – gesunken ist, mit der Festnahme eines gesuchten „Profis“ im Januar konnten zahlreiche Einbrüche aufgeklärt werden. „Seitdem nimmt die Zahl der Delikte wieder ab“, sagt Flocken. Und einer überregional operierenden albanischen Bande, die in Stolberg und in Eschweiler aber auch in Norddeutschland aktiv war, sind die Beamten auf der Spur. „Wir haben eindeutige Spuren gesichert“, erläutert der Polizeipräsident: „Wenn die Einbrecher gefasst werden, können wir ihnen ihre Taten nachweisen“.

Doch damit ist es für Klaus Oelze nicht getan. „Wir wollen versuchen gegen den Trend in Stolberg anzugehen“. Die Polizei wird ihre Präsenz in der Kupferstadt verstärken – sichtbar wie auch mit verdeckten Ermittlern und präventiv. Das für Eschweiler aufgelegte Präsenzkonzept wird zugunsten Stolbergs verändert. Mit seinen begrenzten personellen Kapazitäten von rund 1700 Mitarbeitern will der Präsident so effizient wie möglich „einen hohen Verfolgungsdruck auf die Straße bringen“. Und auch landesweit nehme die Polizei mit speziellen Ermittlergruppen mobile Täter intensiv ins Visier.

Immerhin geht die Kriminalpolizei davon aus, dass die Hälfte der Täter vor Ort leben; Drogenkonsum oder Gewinnstreben sind ihre wesentlichen Motive. Die zweite Hälfte der Taten werde vor allem von ausländischen, reisenden Tätergruppen begangen, erläutert Flocken. Ein Resident vor Ort baldowert Objekte aus und kümmert sich um die Logistik. Die eigentlichen Akteure werden gleich nach der Tat weitergereicht. „Wir nutzen alle Möglichkeiten, um Verdächtige zu überführen“, gesteht Oelze ein, „aber wir müssen feststellen, dass die Täter professioneller geworden sind“.

Kein professioneller Feuerteufel

Indizien, dass ein professioneller „Feuerteufel in Stolberg sein Unwesen treibt, liegen uns bislang nicht vor“, erklärte Ulrich Flocken auf Nachfrage. Eine ganze Reihe von Bränden hält seit vergangenem Sommer die Stolberger Feuerwehr in Atem. Unstrittig seien die Feuer in einem Geschäftslokalen und einem Restaurant in der Innenstadt Fälle von Brandstiftung gewesen, aber ein Zusammenhang mit anderen Fällen von entzündeten Fahrzeugen „lässt sich derzeit nicht erkennen“, so Flocken.

Zahlen und Perspektiven zur politisch motivierten Kriminalität wollen der Innenminister und seine Experten zwar noch auf einer gesonderten Pressekonferenz präsentieren, aber Klaus Oelze lässt schon einmal vorsichtig durchblicken, dass er dann für Stolberg eine positive Entwicklung berichten können wird.

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