Stolberg - Planungssicherheit für die nächsten vier Jahre

Planungssicherheit für die nächsten vier Jahre

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Die Grundschule Hermannstraße wird ab dem nächsten Schuljahr zweieinhalbzügig sein. Das ist ein Ergebnis des Kompromisses, den die Stadt Stolberg und die Leiter der zehn Grundschulen zusammen mit dem Bildungsbüro der Städteregion erzielt haben. Foto: M. Grobusch
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Renate Krickel, neue Sprecherin der Grundschulleiter, lobt die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Stolberg. Dass schon einiges erreicht worden ist, aber dennoch viel zu tun bleibt, war die Erkenntnis, die es am Donnerstag Mittag im Stolberger Rathaus festzuhalten galt. Dort präsentierten Vertreter der Schulen, der Stadt als Schulträger, des Bildungsbüros der Städteregion als Moderator sowie der Schulausschuss-Vorsitzende Patrick Haas die erzielte Einigung über die Verteilung der insgesamt 31 Eingangsklassen an den zehn Stolberger Grundschulen im kommenden Schuljahr.

„Unser erklärtes Ziel war und ist, für mehr Chancen- und Bildungsgleichheit zu sorgen. Dafür haben wir jetzt die Grundstrukturen geschaffen, auf denen sich aufbauen lässt“, resümierte der städtische Fachbereichsleiter Willi Seyffarth. Es ist eine Basis, auf die die Beteiligten durchaus stolz sind. Ada-Sophia Luthe vom Bildungsbüro etwa lobte am Donnerstag die konstruktive Arbeitsatmosphäre: „Es ist ehrlich, durchaus kontrovers, aber auch wertschätzend diskutiert worden. Und nach vier Sitzungen haben wir ein gutes Ergebnis erzielt.“ Das konnte Renate Krickel, Leiterin der Hermannschule und jetzt auch Sprecherin der Stolberger Grundschulleiter, unterstreichen: „Die Zusammenarbeit war auffallend gut, was angesichts der komplizierten Materie nicht unbedingt zu erwarten gewesen war.“

Kompliziert war die Situation, weil es auf der Basis des 8. Schulrechtsänderungsgesetzes erstmals selbstständig zu entscheiden galt, wie die angehenden Erstklässler auf die zehn Einrichtungen im Stadtgebiet verteilt werden sollen. Schwierigkeiten gab es vor allen Dingen aber, weil im Sommer 2014 – unerwartet – deutlich mehr Kinder vor der Einschulung stehen werden als im vergangenen Jahr. Das macht sich vor allem in der Innenstadt bemerkbar, während in den Außenbezirken an einigen Schulen rückläufige Anmeldezahlen registriert wurden.

Der erzielte Kompromiss berücksichtigt diese Entwicklung. So behält die Grundschule Donnerberg zunächst die Dreizügigkeit und wird erst im darauf folgenden Jahr ihre Aufnahmekapazitäten auf zwei bis zweieinhalb Klassen (pro Jahrgang im jahrgangsübergreifenden Unterricht) herunterfahren. Drei statt wie eigentlich vorgesehen zwei erste Klassen wird es an der Grüntalschule geben. Umgekehrt wird an der Grundschule Mausbach verfahren: Hier gibt es im kommenden Sommer nur eine Eingangsklasse – zwei waren ursprünglich vorgesehen. Auf die veränderte Nachfrage in Büsbach und Münsterbusch wurde mit einem Tausch reagiert: Während an der Bischofstraße nur zwei erste Klassen gebildet werden, sind es an der Prämienstraße nunmehr drei.

Für das Schuljahr 2014/15 ist also eine tragfähige Lösung gefunden worden. „Wir müssen aber davon ausgehen, dass wir das Konzept in jedem Jahr anhand der jeweiligen Schülerzahlen aktualisieren müssen“, erklärte Schulverwaltungsamtsleiter Udo Griese. Die Vorstellungen der Schulleiter sehen da allerdings etwas anders aus. „Wir wünschen uns Planungssicherheit. Unsere letzte Konferenz hat ergeben, dass wir darauf bedacht sind, für die nächsten vier Jahre eine stabile Planungsgrundlage zu schaffen“, berichtete Renate Krickel. Die große Herausforderung bestehe darin, vier wichtige Kriterien zu erfüllen: die Berücksichtigung des Elternwillens, die wohnortnahe Beschulung, eine soziale Ausgewogenheit bei der Zusammenstellung der Eingangsklassen und der Erhalt aller Schulstandorte. „Wir müssen mit Blick auf die nächsten Jahre überlegen, wie die Stolberger Grundschullandschaft aussehen kann. Da wird sich eine ganze Menge bewegen“, ist Renate Krickel überzeugt.

Willi Seyffarth bleibt jedoch gelassen, weil er die Stadt Stolberg gut aufgestellt sieht. „Wir werden sicher nicht nur nach den bloßen Zahlen gehen, sondern schauen, was wir gemeinsam mit den Schulen machen können.“

Dauerhafter Schulterschluss

Der Schulterschluss soll also von Dauer sein. Diesen wollen alle Beteiligten auch bei den schwierigen Entscheidungen beibehalten, die sich durch die Schwankungen bei den grundsätzlich in den kommenden Jahren eher rückläufigen Schülerzahlen ergeben dürften. Deshalb setzen Stadtverwaltung und Schulleiter auch weiter auf die Begleitung durch das Bildungsbüro der Städteregion. Renate Krickel formuliert es in diesem Sinne so: „Der Blick und die Moderation von außen sind nach wie vor sehr wichtig und wohltuend.“

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