Stolberg - Piraten hissen ihre Flagge in allen Bezirken

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Piraten hissen ihre Flagge in allen Bezirken

Von: Jürgen Lange
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Erleichterung macht sich breit
Erleichterung macht sich breit, als klar ist, dass der Stolberger über die Reserveliste wieder in den Landtag einrückt: Werner und Margret Wolff, Fritz und Inge Wirtz, der neue und bisherige Abgeordnete Axel Wirtz mit Lebensgefährtin Nicole und Josef Jakobs (v.r.) feiern mit weiteren Parteifreunden in der Gressenicher „Elle” den persönlichen Erfolg und betrauern das Ergebnis der CDU. Foto: J. Lange

Stolberg. Ihre Schatztruhe haben sie auf der „Teufelsinsel” gefunden: Im Wahlkreis Velau/Steinfurt entern die Piraten auf Anhieb mit 13,64 Prozent das beste Ergebnis in der Kupferstadt, wo insgesamt 8,8 Prozent (2087 Stimmen) der Wähler das Kreuz machten.

Satt über zehn Prozent kommen sie bei ihrer Premiere bei einer Landtagswahl in weiteren zehn Stimmbezirken: Breinig I, Unterstolberg II, Werth, Atsch I, Liester I, Münsterbusch II, Oberstolberg, Breinigerberg, Donnerberg II und Mausbach II. An weiteren 14 Stolberger Urnen liegt ihr Ergebnis über dem Landesschnitt von 7,9 Prozent; selbst bei den Erststimmen ergattern die Piraten 8,6 Prozent. Ihre „Crew 13”, die ihren Stammtisch jeden ersten Monat im Büsbacher „Kieck in” abhalten, hat ganze Arbeit geleistet. Die orange Fahne ohne Totenkopf hat sich quer durch das Stadtgebiet, quer durch die gesellschaftliche Schichten erst einmal etabliert. Am wenigsten allerdings in Dorff, wo die Piraten mit 3,67 Prozent noch deutlicher unter ihrem „Soll” bleiben als in Venwegen mit 6,1 Prozent.

Hochburgen Venwegen und Dorff

In diesen beiden Dörfern haben Liberale und Grüne eine starke Basis. Die FDP legt in Venwegen sogar noch deutlich zu. Ein Plus von 4,15 Punkten beschert ihr in dem Stimmbezirk satte 11,83 Prozent. In weiteren fünf Wahllokalen knackt die Stolberger Engelhardt-Truppe die Zehn-Prozent-Marke: Liester I, Donnerberg II und V, Büsbach II und Münsterbusch II. Acht weitere Bezirke liegen über dem Landesschnitt von 8,5 Prozent. Und doch kommen in der Kupferstadt trotz eines Zuwachses von 1,3 Punkten nur 7,67 Prozent (1818 Stimmen) aufs liberale Konto. Besonders mager siehts aus für die FDP in Unterstolberg I (3,77) und Donnerberg IV (3,82) .

Doch auch die Stolberger Grünen bleiben einmal mehr deutlich hinter ihren Werten im weiten Land zurück. Während in 24 Wahllokalen eine deutliche Talfahrt - mit bis zu minus 8,7 Punkten in Breinig I - zu registrieren ist, bleiben die Zuwächse in zwölf Bezirken eher mager; am größten noch in Donnerberg V (3,76). Selbst in Dorff legen sie „nur” 1,4 Punkte auf ihr Konto. Dort ist allerdings die grüne Hochburg mit 15,3 Prozent. Über dem Landesschnitt von 11,3 Prozent liegen sonst nur noch Breinig II (12,4), Venwegen (12,4 bei einem Minus von 4,2) und Oberstolberg (12,2). In Stolberg sind die Grünen auf Talfahrt. Nach 9,3 Prozent in 2010 reichts nur noch für vergleichsweise magere 8,4 Prozent (1995 Stimmen), was 2,9 Punkten unter dem NRW-Wert entspricht.

Noch ein kleines Stück tiefer in die Bedeutungslosigkeit als im Land hat der Stolberger Wähler die Linke geschickt. An der Vicht liegen sie mit 2,34 Prozent (554 Stimmen) noch um 0,16 Punkte schlechter als im Land. Es gibt nicht einen Bezirk mehr, in dem „Oskars” hiesige Vertreter eine Stimme hinzu gewonnen hätten. Am deutlichsten ist die Diskrepanz noch im Bezirk Donnerberg II auszumachen. Der größte Einbruch mit 6,56 Prozent führt zum stadtweit schlechtesten Ergebnis (0,68). Weitere 16 Bezirke liegen ebenfalls unter dem Landesschnitt. Die Fünf-Prozent-Hürde erklimmt die Prußeit-Truppe nur noch in den drei Bezirken Donnerberg V (6,57), Velau/Steinfurt (5,66) und Atsch II (5,35).

Schevenhütte ist der Ort, in dem mit zwei Kreuzen die ÖDP die meisten Zweitstimmen und damit 0,68 Prozent ergatterte. Der Stimmbezirk IV war für Reiner Buchholz der ertragreichste: 0,72 Prozent entsprachen vier Stimmen. Insgesamt sammelte er 59 Kreuze (0,25) und die ÖDP 38 Zweitstimmen (0,16).

Dagegen kann Hans-Hubert Franke alias Hubert vom Venn seine Premiere als Kandidat der Freien Wähler schon als Achtungserfolg verbuchen. Mit insgesamt 320 Stolberger Stimmen (1,35 Prozent) schnitt der Kabarettist deutlich besser ab als die Partei, die mit 130 Stimmen auf 0,55 Prozent kam. Auch für Franke ist Schevenhütte die Hochburg mit 3,08 Prozent. Stark sind auch Donnerberg I und IV (2,3 bzw. 2,16 ); sonst liegen nur Briefwahlbezirke an bzw. über zwei Prozent. Nur ein Dorf ist frei von Freien Wählern: In Dorff erhält Hubert vom Venn kein einziges Kreuz, und seine Partei außerdem keins in den Stimmbezirken Donnerberg V und Breinig I.

Weitere Ergebnisse bei den Zweitstimmen

Bei den Ergebnissen der weiteren Parteien, die ohne Direktkandidaten im Südkreis angetreten sind, wird im Stolberger Rathaus mit Freude registriert, dass die NPD weiter an Boden verliert: Sie büßt ein halbes Prozent ein und kommt auf 201 Stimmen (0,85). Allerdings legt pro NRW um 0,76 Punkte (183 Stimmen) auf 423 Stimmen (1,78 ) zu.

Das Abschneiden der weiteren sonstigen Parteien in Stolberg: Tierschutz 215 / 091 (+0,23) Familie 91 / 0,38 (+0,29) Die Partei 75 / 0,32 (+0,18) FBI 24 / 0,10 (+0,01) Vernunft 12 / 0,05 (+0,05) AUF 7 / 0,03 (+0,00)

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