Peter-Sonntag-Quartett: Brillanz trifft Leidenschaft

Von: Dirk Müller
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Markus Plum, Max Sonntag, Peter Sonntag und Reno Schnell (v.l) ergründen auf ihrer Reise durch die unendlichen Weiten des Musikuniversums neue Dimensionen und begeistern auch ihr Publikum beim „Heimspiel“ im „Piano“. Foto: D. Müller

Stolberg. Wir schreiben das Ende des Jahres 2012, und die instrumentale Besatzung der „Final Virus“ ist wieder auf Reise durch die unendlichen Weiten des Musikuniversums. Lichtjahre entfernt von der Kategorisierung in E- und U-Musik, die das Peter-Sonntag-Quartett mit regelrecht überirdischer Spielfreude ad absurdum führt, ergründen die Stolberger Musiker virtuos neue Dimensionen und begeistern das Publikum in der Altstadtkneipe „Piano“ mit kunstvollen, innovativen Interpretationen alter und jüngerer Klassiker.

 Die Klasse der Instrumentalisten offenbart sich etwa bei den genialen wie hochkomplexen Kompositionen von Frank Zappa, die das Quartett in unvergleichlichen Arrangements präsentiert.

Frenetisch gefeiert

Kult-Bassist Peter Sonntag, Gitarristin Reno Schnell, Schlagzeuger Max Sonntag und das Multitalent Markus Plum an Keyboard, Posaune und Trompete vereinen unnachahmlich technische Brillanz mit nahezu greifbarer musikalischer Leidenschaft und werden zu Recht von den vielen Gästen im „Piano“ frenetisch gefeiert.

Das Quartett spielt das Publikum wie sich selbst in einen Rausch, der seinesgleichen sucht, wobei sowohl die klangliche Einheit der Formation als auch die zahlreichen solistischen Einlagen aller vier Bandmitglieder beeindrucken. Viele der Stolberger Zuhörer erleben ein Treffen mit alten Bekannten – den Kupferstädter Musikern und manchem Song. Doch „Final Virus“ vermag es, grandiose Kompositionen der Rockgeschichte durch vollständig neue Arrangements noch zu erhöhen.

Enorm emotional beginnt der „Beatles“-Klassiker „A Day in a Life“, die Band türmt Harmonie bis in schwindelnde Höhen auf, lässt sie dann psychedelisch in sich zusammenstürzen, und etwas völlig Neues entsteht: Harter, rhythmischer Rock mit Attituden von Jazz und Funk wächst organisch aus dem Song, bevor das Quartett wieder zu der fließenden Wärme der Ballade zurückkehrt.

Band passt in keine Schublade

Der „Säbeltanz“ trifft auf Jimi Hendrix, und das „Kinks“-Stück „You really got me“ wird für ein großartiges Gitarrensolo zwischenzeitlich zum „Peter Gunn Theme“. Kosmische Bass-Soli, ekstatische Drums, phänomenale Bläsersounds komplettieren den Abend in der Altstadt.

Bei Interpretationen von „Pinball Wizard“ und „Behind blue Eyes“ (The Who), J. J. Cales „Cocaine“ oder „Epitaph“ von King Crimson fasziniert das Peter-Sonntag-Quartett mit anspruchsvoller Kunst, die zugleich unterhält, beweist eindrucksvoll, dass „Final Virus“ in keine Schublade passt.

Dem kürzlich verstorbenen Dave Brubeck widmen die Musiker das „Mission impossible Theme“ im 5/4 Takt, überraschen mit dem irischen Folk-Traditional „Toss the Feathers“ – ohne Violine oder Flöte, aber mit Reno Schnells Gitarre, die keine Wünsche offen lässt. Nach rund zweistündigem Konzert ohne Pause ist die Euphorie des Publikums im „Piano“ ungebrochen, es fordert die inzwischen vierte Zugabe und singt bei bester Stimmung lautstark den Refrain von „Hey Jude“ mit.

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