Stolberg - Personal für Touristik weiter nicht in Sicht

Personal für Touristik weiter nicht in Sicht

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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In die Schusslinie der Opposition geraten: Barbara Breuer als Leiterin der Stolberg-Touristik. Foto: Linden

Stolberg. In wie weit die Stolberg-Touristik in der publikumsträchtigen Zeit einsatzbereit ist, ist seit Dienstagabend ungewiss. Bürgermeister Ferdi Gatzweiler denkt jedenfalls schon einmal über „rheinische Lösungen” nach, wie die Öffnung der Tourist-Information sowie die Sachbearbeitung aufrecht erhalten werden kann.

Dabei zeigten insbesondere CDU und SPD eine deutlich unterschiedliche Wahrnehmung der Ergebnisse aus der Vorberatung im politischen Arbeitskreis Tourismus.

Während die SPD-Touristiker ihrem Fraktionsvorsitzenden Dieter Wolf die Zustimmung des Arbeitskreises zu den Vorschlägen der Verwaltung übermittelt hatten, erklärte Paul Kirch, dass die CDU diese dort lediglich zur Kenntnis genommen, dann in der Fraktion beraten und sich auf eine Ablehnung verständigt habe.

Denn „das Konzept ist nicht überzeugend”, erläuterte Kirch. Bedenken hegt die CDU gegen eine Befristung auf gleich drei Jahre und wegen der zwei Vollzeitstellen. „Günstigere Modelle auch mit 400-Euro-Kräften sind nicht geprüft worden”, sagte Kirch und kritisierte die „Organisations- und Mitarbeiterführung” der Touristikleiterin, die selbst noch im März händeringend nach Aushilfskräften gesucht habe.

Statt dessen verließen Mitarbeiter „im Unfrieden” die Touristik, Ehrenamtler beklagten sich öffentlich und „Unbefugte verfassen Zeugnisse und versuchen Kündigungen auszusprechen”, so Kirch weiter.

„Da liegt einiges im Argen.” Wenn dann auch noch der Bürgermeister die Schaffung der zweiten Vollzeitstelle der Touristik-Leiterin „in die Augen verspreche”, sei dies Gutsherrenart. Ferdi Gatzweiler und Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt seien gefordert, Arbeitsfrieden und -fähigkeit in der Touristik herzustellen.

„Sehr irritierend und verwirrend” vernahm SPD-Kollege Wolf, dass die Probleme zwar im Ausschuss, nicht jedoch zuvor im Arbeitskreis thematisiert worden und seine Fraktion auch seitdem nicht darauf angesprochen worden sei. „Dabei sind das fundamentale Fragen”, sagte Wolf. Die CDU wolle wohl die sachliche Diskussion verlassen und „oppositionellen Sand ins Getriebe streuen”. Deshalb vertraue die SPD ihren Touristik-Experten und stimme dem Verwaltungskonzept zu.

Während die Linke der Stelle nur zustimmen möchte, wenn sie unbefristet ist, kündigte die FDP ihre Ablehnung an, weil sie 400-Euro-Kräfte bei der Stolberg-Touristik für sinnvoller als eine Vollzeitstelle hält.

Angesichts dieser „verschiedenen Wahrnehmungen” meldete Mario Wissel für die Grünen einen noch erheblichen Beratungsbedarf an. Seinem Antrag auf Vertagung folgten letztlich auch CDU, FDP und Linke. Zuvor hatte der Bürgermeister noch versucht, eine Mehrheit für das Verwaltungskonzept zu erringen, das neben ihm nur die SPD mittrug. Auch der Versuch, aus der befristeten eine unbefristete Stelle zu machen, fand nur die Zustimmung der Linken.

Die nächste Gelegenheit, Klarheit in Struktur, Besetzung und Zukunft der Stolberg-Touristik zu bringen bieten erst wieder die Sitzungen von Hauptausschuss und Stadtrat am 7.Dezember. Dann werden die Kupferstädter Weihnachtstage bereits 18 Tage geöffnet sein.
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