Parkgebühren in der Innenstadt sollen runter

Von: oha
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Annelie Vonderstein wirft zunächst nur 50 Cent ein und wundert sich, dass sich der Parkscheinautomat nicht rührt. Mindestens 1,20 Euro müssen es in Stolberg schon je Stunde sein. Foto: O. Hansen

Stolberg. Der Bund der Steuerzahler hat die hohen Parkgebühren in Stolberg kritisiert. Üblicherweise kassierten Städte in der Größe von Stolberg 50 Cent je Stunde für das Abstellen eines Pkw in bester Innenstadtlage. Die durchschnittliche ermittelte Gebühr für die erste Stunde Parken auf öffentlichen Parkplätzen liege bei 56 Cent die Stunde, so der Steuerzahlerbund. In Stolberg werden 1,20 Euro je Stunde fällig.

Es sei denn, man drückt die „Brötchentaste“ und macht den Parkplatz nach 15 Minuten wieder frei. Für diese kurze Zeit wird keine Parkgebühr erhoben.

Ein gutes Viertel der Kommunen berechne einen Euro je Stunde, so der Steuerzahlerbund. Mittelgroße Städte, die mehr als einen Euro je Stunde für das Parken verlangten, seien im Vergleich zu teuer. In Königswinter, Pulheim oder Gronau werden 0,50 Cent verlangt. Im benachbarten Eschweiler, in Würselen oder in Herzogenrath wird ein Euro je Stunde fällig. In Stolberg war die Gebühr erst voriges Jahr um 20 Prozent angehoben worden. In Heinsberg wurden zuletzt 50 Cent erhoben. In Städten wie Baesweiler oder Geilenkirchen muss der Autofahrer nur seine Parkscheibe raus legen.

In Großstädten doppelt so teuer

Erst wenn er die vorgegebene Parkzeit überschreitet, wird ein Knöllchen fällig. In Großstädten ist das Parken im Schnitt doppelt so teuer wie in kleineren Kommunen. Aber selbst im benachbarten Aachen wird meist nicht mehr als 1,10 Euro je Stunde verlangt. Zum Vergleich: In Lemgo werden zwei Euro je Stunde fällig, in Köln drei Euro. Aber in Großstädten sei der Parkraum ja auch knapper und das Kaufangebot für den Kunden größer, so der Steuerzahlerbund.

Überraschend viele Städte und Gemeinden, so hat der BdSt ermittelt, verzichten aber auch völlig auf Parkgebühren. So etwa Frechen, Kaarst oder Meerbusch. „Nach Kleingeld kramen – überflüssig. Ein wahres Paradies für Autofahrer“, so der Steuerzahlerbund. Zu hohe Parkgebühren in der City hielten Besucher aus den Städten fern. Die erledigten ihre Einkäufe stattdessen lieber auf der „grünen Wiese“ oder in günstigeren Nachbarstädten. Der BdSt: „Dabei haben schon zahlreiche Kommunen mit Leerständen in den Innenstädten zu kämpfen.“

Außerdem müsse man die Kosten der Parkraumbewirtschaftung (Automaten, Politessen, Rathausmitarbeiter) den erzielten Einnahmen gegenüberstellen. Nicht immer blieben unter dem Strich Gewinne übrig.

Der Haushaltsansatz der Stadt Stolberg für die Bewirtschaftung der Parkscheinautomaten lag im Jahr 2012 bei 330.000 Euro. Erwirtschaftet wurden 304.731 Euro. Also ein eklatantes Minus. Auch für das laufende Jahr waren 330000 Euro in die Haushaltsposition eingesetzt worden. Hereingekommen seien bis Anfang Dezember 288.800 Euro, so Arbeitsgruppenleiter Jörg Düsterwald vom städtischen Ordnungsamt. „Da wird zum Jahresende wohl wieder ein Minus bleiben.“ Anders sieht es bei den Politessen aus.

Die Stadt hat fünf Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte eingestellt, die den ruhenden Verkehr in Stolberg überwachen. Zuletzt war noch eine Politesse in Dienst genommen worden, die sich mehr um die Außenbezirke kümmern sollte. Außerdem gehört eine 450-Euro-Kraft zum Überwachungsteam. Und die Politessen rechnen sich. Hier war die Stadt für dieses Jahr von Einnahmen in Höhe von 310.000 Euro ausgegangen. „Erwirtschaftet“ haben die Politessen bereits 495.000 Euro. Die höhere Einnahme liegt aber nicht nur daran, dass die Politessen genauer hinsehen. Die Verwarnungsgelder sind gestiegen. Knöllchen von 5 Euro wurden abgeschafft. Jetzt werden mindestens 10 Euro fällig.

Wer kostenlos parken und einkaufen will, fährt in Stolberg am besten zum Burg-Center. Das Center wirbt schon seit Jahren damit, dass Autos auf dem großen Parkplatz ohne Gebühr abgestellt werden können. Und zum Teil noch überdacht. Außerdem sind die Geschäfte hier barrierefrei.

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