Stolberg - Otto Junker GmbH: Prominente Redner beim Firmenjubiläum

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Otto Junker GmbH: Prominente Redner beim Firmenjubiläum

Von: Lukas Franzen
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NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) war nicht nur zum Gratulieren in den Zinkhütter Hof gekommen. Er sprach auch über die Erfolgsgeschichte des deutschen Mittelstands und aktuelle Krisen. Foto: L. Franzen
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EU-Parlamentspräsident Martin Schulz würdigte die Standorttreue des Eifler Ofenbauers.

Stolberg. Ungeahnte Herausforderungen sind für international ausgerichtete Unternehmen wie die Otto Junker GmbH keine Seltenheit. Deutlich wird dies bereits an ganz banalen Dingen, wenn ein Geschäftsführer etwa das Kunstwerk vollbringen muss, den so urdeutschen Begriff „Ortsvorsteher“ für die Gäste aus 15 Nationen ins Englische zu übersetzen.

Doch auch diese Aufgabe meisterte Markus D. Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung, beim Festakt zum 90-jährigen Bestehen des Eifler Ofenbauunternehmens souverän. Und der Ortsvorsteher aus Lammersdorf, dem Hauptsitz des Traditionsunternehmens, war bei weitem nicht der einzige politische Vertreter, den es im Zinkhütter Hof zu begrüßen galt. Neben kommunalen und regionalen Repräsentanten aus der Politik, den Bürgermeistern Dr. Tim Grüttemeier, Karl-Heinz Hermanns sowie Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp und Städteregionsrat Helmut Etschenberg, gratulierten auch der Bundestagsabgeordnete Helmut Brandt und Landtagsmitglied Stefan Kämmerling bei der Festveranstaltung im Industriemuseum. Komplettiert wurde das Stelldichein der politischen Prominenz von einem ranghohen Vertreter der nordrhein-westfälischen Landesregierung, Wirtschaftsminister Garrelt Duin und Martin Schulz, dem Präsidenten des Europäischen Parlaments.

Der gebürtige Würselener, der sich angesichts der Ereignisse in der Ukraine und eines kurzfristigen TV-Auftritts in der ZDF-Sendung Maybrit Illner gezwungen sah, seine geplante Rede auf ein kurzes Grußwort zu reduzieren, würdigte die Otto Junker GmbH als „ein Stück Heimat“, an dem man auf dem Weg in die Eifel im wahrsten Sinne des Wortes nicht vorbeikäme. Die Standorttreue und Führungsprinzipien des Ofenbauers seien in Zeiten, in denen oftmals andere Kriterien bei Unternehmen in den Vordergrund rückten, ein „wichtiges Signal“. Das mittelständische Unternehmen aus der Eifel sei ein Vorbild, so Schulz , da es trotz internationaler Ausrichtung niemals die Bodenhaftung verloren habe.

„90 Jahre sind keine Selbstverständlichkeit“, sprach auch NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin den Jubilaren Dank und Anerkennung aus. Der SPD-Politiker ging in seiner Rede auf die aktuellen Krisen, allen voran der Russland-Ukraine-Konflikt, ein. „Wir dürfen den Gesprächsfaden niemals abreißen lassen“, warnte Duin vor dem Versuch, politische Krisen mit Waffen lösen zu wollen. Die besten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im eigenen Land seien nichts wert, wenn schwerwiegende Ereignisse in anderen Teilen der Welt die Wirtschaft negativ beeinflussten. Diplomatische Lösungen seien damit gleichermaßen im Sinne der betroffenen Bevölkerungen und der Wirtschaft.

Nach seinem Ausflug auf das weltpolitische Parkett konzentrierte sich Duins zweite Kernbotschaft auf den heimischen Wirtschaftsstandort. Hier bekräftigte der Minister seine Überzeugung, dass eine starke industrielle Wertschöpfung, getragen von einem großen Mittelstand, für eine erfolgreiche Wirtschaft unerlässlich sei. Viele mittelständische Unternehmen seien Familienbetriebe, die „wissen, wo sie herkommen“, lobte Duin deren ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein für Standort und Mitarbeiter. „Die Politik muss sich noch stärker um diese Unternehmen mit dreistelligen Mitarbeiterzahlen kümmern, nicht nur um die ganz großen Betriebe.“ Mit rund 450 Mitarbeitern fällt auch die Otto Junker GmbH in diese Kategorie.

Den Aufstieg Junkers mit Wurzeln in der Stolberger Kupferindustrie und den rapiden technischen Wandel symbolisierten zwei auf dem Vorplatz des Zinkhütter Hofs ausgestellte Fahrzeuge: ein 28 PS starker „Buick Tourer“ aus dem Gründungsjahr 1924 und ein brandneuer Flitzer eines deutschen Autoherstellers als Ausdruck von Nachhaltigkeit und Innovation.

 

Nähe zur Wissenschaft

 

„Ob Autos, E-Bikes oder Flugzeuge – die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass verschiedene Werkstoffe dieser Fortbewegungsmittel aus einem Ofen von Otto Junker stammen“, stellte Geschäftsführer Werner die Bedeutung seines Unternehmens, das bereits 1956 seinen ersten Ofen nach China lieferte, heraus. Teil dieser Erfolgsgeschichte sei auch die enge Bindung zu den Aachener Hochschulen.

Die RWTH hatte dem 1982 verstorbenen Firmengründer 1962 die Ehrendoktorwürde verliehen. Fest in den Unternehmensgrundsätzen verankert sei die Nähe zur Wissenschaft noch heute, wie Dr. Ambros Schindler, Vorsitzender der Otto-Junker-Stiftung, betonte. Seiner Rede lauschten die Rektoren von RWTH und FH Aachen, Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg und Prof. Dr. Marcus Baumann. Sie endete mit einem Zitat des Industriellen Robert Bosch: „Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.“

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