Oststraße: Mieter sitzen im Winter ohne Heizung da

Von: Ottmar Hansen
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Immer wieder werde den Mietern angedroht, dass ihnen das Wasser abgedreht werde, so Ferdinand Schmidt. Der Bewohner des Häuserblocks an der Oststraße hat inzwischen einen Anwalt eingeschaltet. Foto: O. Hansen

Stolberg. Ferdinand Schmidt dreht am Donnerstagmorgen den Hahn auf, und es läuft Wasser in das Spülbecken der Küche. Noch einmal Glück gehabt. Es gibt Wasser! Das Versorgungsunternehmen Enwor hatte Anfang der Woche angedroht, den mehr als 50 Familien im Häuserblock Oststraße 25 bis 35 am Donnerstag den Hahn abzudrehen. Der Grund: Seit Wochen ist kein Geld für die Trinkwasserlieferung gezahlt worden.

In letzter Minute hat der Hausverwalter dann zumindest einen Abschlag von 1500 Euro an Enwor überwiesen. Offen ist nun noch, wie der Öltank für die Zentralheizung gefüllt werden soll. Offenbar ist auch das Geld dafür verschwunden. Die Mieter rechnen mit eiskalten Wohnungen im Winter.

„Das ist jetzt schon das dritte Mal innerhalb kürzester Zeit, dass man uns kein Wasser mehr liefern will“, ärgert sich Ferdinand Schmidt. Dabei zahle er jeden Monat pünktlich nicht nur seine Miete, sondern auch die Nebenkosten in Höhe von 220 Euro.

Aber offenbar komme das Geld nicht an die richtige Adresse. „Wir haben jetzt innerhalb kürzester Zeit schon den dritten Hausverwalter. Der vorherige hat Geld unterschlagen.“ Der neue Mann brauche offenbar Zeit, die Schulden abzutragen.

Mahnung an Vermieter

Die meisten Wohnungen in den Häuserblocks sind Eigentumswohnungen, die von ihren Besitzern vermietet werden. Schmidts Vermieter, der seinen Namen nicht nennen will, versteht nicht, dass die Mieter darunter leiden sollen, wenn die Wohnungsbesitzer oder die Hausverwalter die Abgaben für Wasser, Strom und Heizung nicht weiterleiten, sondern sich das Geld in die eigene Tasche stecken: „Normalerweise müsste der Vermieter oder der Hausverwalter die Mahnung von Enwor bekommen, und nicht die Mieter.“

Ähnlich sieht es Christian Neuß vom Jobcenter, das für die meisten Bewohner im Block an der Oststraße, die Hartz IV-Empfänger sind, die Miete und auch die Nebenkosten bezahlt. „Die Mieter bekommen von uns das Geld überwiesen. Sie müssen es dann an ihren Vermieter weiter leiten.“

Wenn es Probleme gebe, könne das Jobcenter das Geld auch gleich an den Vermieter oder den Energieversorger weiter leiten. Doch das sei die Ausnahme. Neuß: „Wir können nicht selbst gegen den Vermieter vorgehen.“

Jobcenter und Städteregion finanzieren ihren Klienten allerdings notfalls die Mitgliedschaft im Mieterschutzbund.

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