Ortsgeschichte zum Anfassen im Sägewerk

Von: Toni Dörflinger
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Fachmännische Beratung: Schreinermeister Heinz Schmitz (rechts) erklärt Andreas Berner Funktion und Verwendung eines Brennstempels zur Holzmarkierung. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Als Heinz Schmitz das Museumssägewerk im Solchbachtal betritt, kommt plötzlich Leben in den Ausstellungsraum. Sachkundig erläutert der Schreinermeister seinem Schwiegersohn Andreas Berner Funktion und Verwendung der ausgestellten Werkzeuge und Maschinen.

Der 78-Jährige stellte der Museumssägerei zwei selbstgezimmerte Vitrinen zur Verfügung und übernahm Anfang 2000 die Restaurierung der alten Bänke in der evangelischen Kirche. In der zum Museum umfunktionierten Holzbaracke ist er öfters anzutreffen.

Auch wenn Schmitz nicht an den Vorführungen beteiligt ist - an jedem dritten Samstag im Monat wird auf traditionelle Art und Weise Holz gesägt - fühlt sich der Schreinermeister mit dem kleinen Museum, das an der Jägerhausstraße 148 in der Nähe des örtlichen Forsthauses liegt, sehr verbunden. Denn die Holzverarbeitung hat sein Leben geprägt.

Den Werdegang bestimmt

So freut sich der 78-Jährige, dass das Museum viel von dem wiedergibt und darstellt, was nicht nur seinen, sondern auch den Werdegang vieler Zweifaller bestimmt hat. Denn der Waldreichtum hat in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Entstehung von Sägewerken gefördert, die Generationen von Zweifallern Beschäftigung gaben.

Den Anfang machte 1850 der Holzhändler und Bürgermeister Johann Lennartz, der 1850 eine Holzschneidemühle gründete. Die in der historischen Sägerei ausgestellten Maschinen, die einmal monatlich laut ratternd in Betrieb genommen werden, stammen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Um 1930 sind nämlich Gatter und Bandsäge entstanden, die eine örtliche und eine in Mulartshütte gelegene Sägerei zur Verfügung stellte. Auch wenn die beiden großen, altertümlichen Maschinen nur einmal im Monat vorgeführt werden, stellt der an jedem Samstag und Sonntag geöffnete Ausstellungsraum eine Attraktion dar.

Neben einer umfangreichen Fotoschau, die die Geschichte der einst zehn örtlichen Sägewerke demonstriert, werden im Ausstellungsraum zahlreiche Werkzeuge präsentiert, die bei der Holzernte und -verarbeitung eine Rolle gespielt haben. So sind im Ausstellungsraum neben altertümlichen Sägen, Schälmessern und Äxten auch mechanische Kettensägen aus der Vorkriegszeit und Brennstempel zu sehen, die der Markierung von Baumstämmen dienten.

Betreut wird das Museumssägewerk von einem im September 2008 gegründeten Förderverein, der von Forstdirektor Robert Jansen geleitet wird. Dieser Verein stellt auch die Liste zusammen, die die Betreuung während der Öffnungszeiten regelt.

An diesem Samstag, der von dem Besuch des Schreinermeisters geprägt wird, hat Karl-Heinz Kaiser Dienst. Der Bürokaufmann ist erst kürzlich auf die Arbeit des Fördervereines aufmerksam geworden. „Da ich mein Kaminholz selber schneide, ist mir der Zweifaller Wald und das an seinem Rand liegende Museumssägewerk vertraut. Dortige Informationen haben mich dazu ermuntert, mich für die Aufsicht zur Verfügung zu stellen. Nach einem Gespräch mit dem stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Joachim Krings war es dann soweit”, sagt der engagierte 67-Jährige, der im Ausstellungsraum des Museums nach dem Rechten sieht.

Öffnungszeiten und Kontakt

Geöffnet ist der Ausstellungsraum, Jägerhausstraße 148, bis zum 31.Oktober, samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 16 Uhr.

Holz gesägt wird an jedem dritten Samstag im Monat. Nächster Termin ist der 17. April um 16 Uhr. Anmeldungen für spezielle Gruppentermine beim Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde, Kirchstraße 2, 52393 Hürtgenwald, 02429/94000.

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