Stolberg - Oberliga-Aufstieg der SSV-Wasserballer: Nun wird mehr trainiert

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Oberliga-Aufstieg der SSV-Wasserballer: Nun wird mehr trainiert

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Stolberg. Deutschlands dritthöchste Klasse, die Oberliga, hat noch einen Platz frei, und den haben sich die Wasserballer des Stolberger Schwimmvereins jetzt erkämpft.

„Dieses Ergebnis war wirklich für keinen überraschender als für uns selber”, gerät Trainer Jochen Drees noch heute ins Schwärmen, wenn er daran denkt, wie unverhofft „seine” Jungs auf einmal mittendrin waren im Aufstiegskampf.

Trotz eines holprigen Saisonstarts erreichte die 1. Mannschaft zur Mitte der Saison mit einiger Mühe die Aufstiegsrunde und verhinderte so schon frühzeitig den Abstieg.

Was dann folgte, ist laut Drees eine der bedeutendsten Erfolgsserien in der jüngeren Geschichte. Niemand habe zu Beginn der Playoffs geglaubt, dass ein Aufstieg überhaupt rechnerisch noch möglich sei. Doch im Hintergrund der Kämpfe um die drei begehrten Aufstiegsplätze sammelte der SSV ruhig und konsequent seine Punkte, bis die Mannschaft plötzlich um den Aufstieg kämpfte.

Auch hier behielten die Stolberger Nerven, fuhren gegen Hamm und Coesfeld die Siege fünf und sechs ein und sicherten so vorzeitig den dritten Platz hinter Lünen und der dritten Mannschaft von Krefeld, „mit denen wir nun in Deutschlands dritthöchste Spielklasse aufsteigen”, freut sich der Wasserballwart.

Wie sieht der Schlachtplan für die nächste Saison aus? Jochen Drees: „Wir müssen natürlich mehr trainieren. Unterm Strich halten wir es so wie die Fußballer: Wir denken von Spiel zu Spiel.” Die Schwimmleistungen der Stolberger Wasserballer seien kaum zu toppen, jetzt stehe Krafttrainig auf dem Plan, vorzugsweise Liegestützen und viel Beinarbeit. „Es gibt da so Bänder, mit denen man zuhause trainieren kann, die werde ich dem ein oder anderen verschreiben”, sagt der Trainer mit einem Augenzwinkern. Ansonsten sehe man die Sache eher gelassen.

Einen solch hohen Stand hatte der Wasserball in Stolberg auf jeden Fall bisher noch nie, und auch sonst sieht Jochen Drees den Regierungsbezirk Köln als „Wasserball-Diaspora” an. Einzig Köln spiele in der Bundesliga, andere Mannschaften bewegten sich auf Verbands- oder Bezirksebene. Die meisten Spiele werden in den Wasserball-Zentren Duisburg und Krefeld sowie Hannover und Berlin ausgetragen.

So gelassen die frischgekürten Oberligisten der im November startenden Saison auch entgegensehen mögen, in dieser Klasse weht mit Sicherheit ein anderer Wind bzw. schlagen die Wellen in den Becken höher. Und wenn die Spieler mehr trainieren möchten, müssen sie dazu erst einmal die Möglichkeit haben. Ein Problem für die Wasserballer sind nämlich die eingeschränkten Zeiten.

Zum Balltraining ist schließlich das komplette große Becken des Hallenbades Glashütter Weiher notwendig. „Vor und nach der Saison haben wir genug Zeit zum Trainieren, in der Saison sind freitags die Spiele, da bleibt nur der Samstag für Balltraining, und das ist definitiv zu wenig”, betont Wasserballwart Drees. Die Sportler müssen so mit gerade mal 45 Minuten wirklichem Wasserballtraining auskommen. „Damit haben wir die wenigsten Trainingsstunden in der ganzen Liga”, ergänzt Mark Braun.

Seit fast zwei Jahren bemühen sich die Mitglieder darum, 45 Minuten mehr Trainingszeit von der Stadt zu bekommen, sagt der Jugendwart.

Ein Erfolg ist in Jochen Drees Augen indes endlich in Sicht: „Wir hatten kürzlich einen Termin bei Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, er steht unserem Anliegen wohlwollend entgegen.” Den Wasserballern sei gesagt worden, dass im August Neuigkeiten dazu gebe. Klar ist, dass der Stadtrat zugunsten der Stolberger Sportler entscheiden müsste, damit diese in der Oberliga nicht ersaufen.
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