Nur ja keine Berührung mit den Schützen

Von: Kolja Linden
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So soll es sein: Sportschießen fernab von Schulen. Das klappt aber nicht immer, deshalb gelten an Schulen hohe Sicherheitsregeln.

Stolberg. An drei Schulen in in Stolberg gibt es Schießstände von Schützenvereinen: Die Grundschulen Prämienstraße und Zweifall haben jeweils einen im Keller, in der Grundschule Höhenstraße auf dem Donnerberg wird im Dachschoss geschossen.

Die Diskussionen darüber sollen möglichst auf einer sachlichen Ebene geführt werden. „Ich weiß, welche Sensibilität das Thema hat”, sagt Günter Jansen, Rektor der Grundschule Prämienstraße zwar, gestört fühlt er sich aber durch die Schützen im Keller nicht. „Ich kann es ertragen, weil ja gar keine Berührungspunkte vorhanden sind”, sagt Jansen.

Der Raum liege im abgelegensten Winkel der Schule, wo kein Kind jemals hinkomme, außerdem sei er doppelt und dreifach gesichert. Weil die Schützen auch immer nur dann vor Ort sind, wenn sich keine Schüler in der Schule aufhalten, wüssten diese gar nichts von dem Schießstand, auf den nirgends hingewiesen wird. Auch sei kein Vorgang bekannt, bei dem Kinder der Schule für die Jugendabteilung des Vereins angeworben worden seien.

Ähnlich sei die Situation auf dem Donnerberg, wo die St. Michael-Schützen eine Schießanlage im Dachgeschoss der Grundschule Höhenstraße betreiben. Auch hier gebe es niemals einen Kontakt zwischen Schülern und Schützen, sagt Schulleiterin Birgit Weiß-Schröder.

Man müsse auch jeden Einzelfall isoliert betrachten, so Weiß-Schröder weiter. Und der sei auf dem Donnerberg nun mal so, dass sich Schützen und Kinder nicht in die Quere kommen.

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt Stadtsprecherin Petra Jansen, dass an beiden Schulen die Schützen separate Räume nutzen, die - ebenso wie die Waffenschränke - verschlossen seien. Auf beiden Anlagen werde lediglich mit Luftdruckwaffen geschossen, die Schlüsselgewalt hätten die jeweiligen Vereine. Von einer regelmäßigen Überprüfung der Vorkehrungen durch die Stadt wusste Jansen jedoch nichts. Das sei ständiges Geschäft der Hausmeister und außerdem im Interesse der jeweiligen Vereine.

Eine vertragliche Vereinbarung, die die Nutzung der Räume in den Schulen durch die Schützen regelt, gebe es übrigens nicht, so Jansen weiter. Das seien zum Teil uralte Vereinbarungen. Die Stadt wolle und könne dennoch die Schützen nicht auf die Straße setzen: „Die Stadt wird sich hüten, das zu tun, ohne die Vereine mit ins Boot zu holen”, sagte Jansen auf Anfrage. „Es müssten ja auch Ersatzlösungen gefunden werden.”
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