Nur einer kann das Herz der Wirtin erobern

Von: Toni Dörflinger
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Friedel Recker als Gauner und Kellner Fabrizio (Mitte) versucht Sabine Möller als Ortensia (links) und Petra Leonhardt als Dejaniera (rechts) für seine zwielichtigen Zwecke einzuspannen. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Mirandolina (Aggi Dondorf) ist eine erfolgreiche Wirtin. Das von ihr geleitete Gasthaus erfreut sich besonders bei den männlichen Gästen großer Beliebtheit. Denn der Graf von Forlinpopoli (Reiner Leonhardt) und der Marchese von Albafiorita (Wolfgang Furch) wollen an ihrem Erfolg teilhaben.

Sie veranstalten untereinander einen Wettbewerb, der die Liebe der Wirtin zum Ziel haben soll. Zu den Kandidaten gehört auch der aus Neapel stammende Gauner Fabrizio (Friedel Recker), den die Wirtin als Kellner eingestellt hat und der ebenfalls um die Anerkennung der lebenstüchtigen Gastronomin buhlt.

Ganz anders verhält sich der Cavaliere von Rippafratta (Manfred Haas). Der Offizier gilt als Frauenhasser. Ihm widerstrebt es, sich an dem seiner Meinung nach lächerlichen Spiel um das Wohlwollen der Wirtin zu beteiligen. Diese Abwehr fordert allerdings die Wirtin heraus, die ihre Verführungskünste einsetzt, um bei dem Offizier das Eis zu brechen.

Das 1973 von dem Österreicher Peter Turrini geschriebene Stück, dessen Handlung in der Barockzeit des 18. Jahrhunderts angesiedelt ist und sich an den Vorgaben des italienischen Komödiendichters Carlo Goldoni orientiert, hatte am Samstagabend Premiere im Burghof-Theater an der Aachener Straße 3. Das Stück kam bei den Zuschauern sehr gut an.

„Niveauvoll, witzig und technisch brillant in Szene gesetzt, sagte Heinrich Brandt, Leiter der Musikgruppe „Inderebellen”, schon zur Pause über die die Handlung, und Walter Werner, 66-jähriger Sprengsachverständiger, lobte die hohe Darstellungskunst der von Regisseurin Karin Graf geleiteten Laienschauspieltruppe. Das kleine, im Sommer 2006 gegründete Zimmer-Theater, bezeichnete er als einen kulturellen Gewinn für die Kupferstadt.

Diese beiden Äußerungen stehen stellvertretend für das Empfinden der Zuschauer, die nicht mit begeistertem Applaus sparten und nach der Premiere sich bei den Darstellern persönlich bedankten.

Zu den mit viel Beifall belohnten Darstellern gehörten auch Sabine Möller und Petra Leonhardt, die als Dejaniera bzw. Ortensia im Auftrage von Kellner Fabrizio ein Manöver starten, um die liebestollen Adeligen von der Wirtin abzulenken. Doch weder dem Graf noch dem Marchese gelingt es, die Wirtin auf ihre Seite zu ziehen. Nur der gerissene Fabrizio kann sich letztendlich der Gunst der Wirtin sicher sein.

Abgeschmettert wird auch der Offizier, dessen Frauenhass sich inzwischen ins Gegenteil umgekehrt hat. Allerdings rächt sich der als Cavaliere von Rippafratta bezeichnete Offizier, indem er das Gasthaus kauft und die Wirtin zu seiner Köchin degradiert.

Die amüsante Story war geprägt von einer hohen und engagierten Darstellungskunst der Schauspieler, die im Verlaufe der Handlung förmlich über sich hinaus wuchsen und so dem Spiel eine ganz persönliche Note gaben.

Großartig und überzeugend in Szene gesetzt wurden auch die witzigen Monologe und Dialoge, die von lokalen Hinweisen und Einsprenkelungen nicht frei waren.

Als Fazit kann gesagt werden: Die von Gestik und Mimik geprägte anspruchsvolle Handlung wurde fantastisch gemeistert. Positiv bemerkbar machten sich auch die vor zwei Wochen neu angeschaffte Lautsprecheranlage und der Einsatz von Bennet Möller und Sabrina Heinen, die als Helfer in barocken Kostümen den Bühnenumbau managten und sich durch witzige, pantomimische Gesten als Jungschauspieler bestens empfahlen.

Karten für weitere Vorstellungen

Akteure des Stückes „Die Wirtin” waren Aggi Dondorf, Friedel Recker, Reiner und Petra Leonhardt, Wolfgang Furch, Sabine Möller und Manfred Haas. Regie führten Karin Graf und Vera Kohlen. Für die Technik waren Sabrina Heinen, Bennet Möller, Friedel Recker und Reiner Leonhardt verantwortlich.

Fortgesetzt wird „Die Wirtin” am 14.; 21. und 28. April sowie am 5. und 12. Mai, um jeweils 20 Uhr. Einlass ist ab 19.30 Uhr. Das Stück kostet 12 Euro. Karten können unter 0163-1526627 oder im „Ketsch-Shop”, Steinweg 10, (montags von 18 - 20 Uhr und samstags von 11 - 14 Uhr), bestellt werden.

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