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Nistkästen: Quelle der Lebensfreude für Ältere

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Nistkästen vor der Brutzeit aufhängen: Beobachten von Vögeln bietet Senioren und Pflegebedürftigen Zugang zu Naturerlebnissen.

Stolberg. Große Freude strahlt aus dem Gesicht der 86-Jährigen, die mit dem Finger aus dem Fenster zeigt. Ihre gleichaltrige Nachbarin und ihr 89-jähriger Ehemann blicken gebannt in die gleiche Richtung. „Jetzt ist wieder eine kleine Kohlmeise aus dem Kasten geschlüpft”, sagt die Seniorin. „Die sitzen in den Ästen und werden von den Altvögel gefüttert”, fügt sie begeistert an.

„Die Meisen bringen ständig neue Nahrung, eine schwere Aufgabe”, schmunzelt ihr Mann. „Vergangenes Jahr waren es sogar sechs Junge, die wir beobachten konnten”, sagt die Nachbarin. „Da würde mir wirklich was fehlen, wenn ich die Kleinen nicht mehr sehen könnte. Ich kann ja nicht mehr laufen. Die Vögel erinnern mich sehr an meine Kindheit. Ich bin auf dem Lande groß geworden, da hatten wir noch viel mehr Vögel und auch mehr Arten.”

Die drei sind Bewohner eines Seniorenheimes in der Nordeifel. Aber diese Szene aus dem vergangenen Frühjahr könnte sich in Stolberg ebenso wie an jedem anderen Ort genauso abspielen - in jedem Jahr.

Brutzeit in drei Monaten

Angesichts der in gut drei Monaten anstehenden Brutzeit richtet der Nabu einen ungewöhnlichen Appell an die Leitungen von Alten- und Pflegeheimen: Diese können durch die Anbringung leicht zu bauender Vogel-Nistkästen den Bewohnern ihrer Einrichtungen, insbesondere jenen, die nicht mehr mobil sind, „einen wunderbaren Zugang zum Naturerlebnis bieten”.

Der Nabu erläutert: „Für diese Menschen bietet ein Nistkasten über Wochen oder gar Monate - wenn beispielsweise Kohlmeisen oder Blaumeisen mehrmals brüten - eine wunderbare Beobachtungsmöglichkeit. Sie können miterleben, wie die Altvögel das Nistmaterial eintragen, sie können erahnen, mit welcher Mühe drinnen das Nest gebaut wird, sie werden sehen, dass sie tausende Male einfliegen, um Insekten als Nahrung an die stets hungrigen Jungvögel zu verfüttern, und sie werden das Ausfliegen der Kleinen ebenso sehen wie deren erste zaghafte Flugversuche.

Sammlung mit Bauplänen

Da die meisten Alten- und Pflegeheime über Gärten oder Parks verfügen, lässt sich hier in der Regel auch genug Insektennahrung finden. „Es muss nicht unbedingt der Meisenkasten sein, der nahe der Terrasse, des Fensters oder der Cafteria angebracht wird, es kann auch ein Starenkasten sein. Stare sind besonders putzig zu beobachten, weil sie gern mit den Flügeln rudernd singend auf dem Kasten sitzen und andere Vögel imitieren - ein großer Spaß für alle Beobachter”, regt der Naturschützer an.

Der Nabu hält dafür eine Bauplansammlung für Nistkästen aller Art bereit. Diese kann angefordert werden gegen Einsendung von fünf Euro beim Nabu, Stichwort Nisthilfen, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg.
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