Stolberg-Münsterbusch - „Nightsoccer”: Seit zehn Jahren ein echtes Erfolgsmodell

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„Nightsoccer”: Seit zehn Jahren ein echtes Erfolgsmodell

Von: Philip Hilger
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Immer wieder begeistert sind die Jugendlichen beim und vom „Nightsoccer” das seit zehn Jahren in Stolberg angeboten wird. Foto: P. Hilger

Stolberg-Münsterbusch. Michael Bosseler erinnert sich gerne an die Anfänge zurück: „Was wir vor zehn Jahren als Versuchsprojekt gestartet haben, hat sich bis heute bewährt”, sagt der städtische Jugendsozialarbeiter stolz und fügt hinzu: „Für die Jugendlichen ist es eine tolle Sache”.

Bosseler leitet zusammen mit Polizist Hans Kreutz das unter Stolberger Jugendlichen sehr beliebte Fußballturnier „Nightsoccer”. Beide sind schon lange dabei und bilden ein eingeschworenes Team.

„Mit der Zeit hat sich ein richtiges Vertrauensverhältnis zu den Jugendlichen entwickelt”, freut sich Kreutz. Er tritt zwar in Polizeiuniform auf, fungiert jedoch hauptsächlich als Ansprechpartner. „Ich spiele hier nicht den klassischen Polizisten, sondern habe stets ein offenes Ohr für die Jugendlichen”, erklärt Kreutz.

„Mussten etwas unternehmen”

„Damals lief in der Jugend so manches schief. Wir mussten etwas unternehmen, um die Jugendlichen von der Straße zu holen”, berichtet Michael Bosseler. Gesagt, getan: „Nightsoccer” wurde vom Jugendamt, der Polizei sowie dem Integrationsbeirat ins Leben gerufen und erfreute sich sofort einer großen Beliebtheit. Schließlich war die Teilnahme von Anfang an kostenlos, und alle Jugendlichen ab 14 Jahren konnten mitmachen.

„Wir veranstalten das Turnier bewusst erst um 21.30 Uhr. Zu dieser Zeit hängen viele auf der Straße herum und wissen nichts mit sich anzufangen”, sagt Michael Bosseler. Dem pflichtet Hans Kreutz bei: „Hier können sich die Jugendlichen auch mal abreagieren. Das sollte lieber beim Sport geschehen als an Fensterscheiben.”

Auch dieses Mal ist der Andrang wieder einmal sehr groß. Als Michael Bosseler um 21.30 Uhr die Türen der Sporthalle „Glashütter Weiher” aufschließt, strömen viele Jugendliche herein. Die meisten von ihnen gehen auf Bosseler zu, begrüßen ihn per Handschlag und unterhalten sich mit ihm.

„Wir sind ein wichtiger Ansprechpartner und suchen oft das Gespräch. Da geht es nicht nur um Fußball, sondern oft auch um wichtige Themen wie zum Beispiel Bewerbungen oder familiäre Probleme”, erklärt der Jugendsozialarbeiter. Hans Kreutz betont: „Alle sind natürlich ganz harte Kerle, aber trotzdem ist jeder froh, mal sein Herz ausschütten zu können. Es haben sich sehr persönliche Beziehungen entwickelt.”

Einige neue Gesichter sind dabei, die meisten Teilnehmer sind jedoch Stammgäste. „Wir freuen uns immer wieder über sportbegeisterte Jugendliche, die zu uns stoßen”, sagt Michael Bosseler. Sofort werden Mannschaften gebildet, und jeder spielt gegen jeden. Der Turniersieg ist heiß begehrt und hart umkämpft, das Gebot der Fairness wird in den spannenden Begegnungen jedoch nie außer Acht gelassen.

„In Ligaspielen gibt es viel mehr Auseinandersetzungen. Hier geht es nur um den Spaß. Und es kommt sehr selten vor, dass wir eingreifen müssen”, berichtet Hans Kreutz. Man kennt sich eben einfach untereinander. Das, so Bosseler, sei auch der Grund, dass es auf dem Platz so friedlich zugehe.

Mittlerweile ist „Nightsoccer” ein Vorbild für andere Gemeinden geworden. Stolberg gilt als Vorreiter, andere Städte, wie zum Beispiel Eschweiler, haben es den Kupferstädtern gleichgetan. Mehr noch: Jedes Jahr gibt es einmal einen „Jugendcup”, bei dem die Stolberger gegen Teams aus den anderen Kommunen antreten. „Die Spiele sind meist sehr spannend, und die Fahrten machen immer wieder einen Riesenspaß”, sagt Bosseler.
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