Niederschlagswassergebühr sorgt für Ausnahmesituation im Rathaus

Von: Johannes Mohren
Letzte Aktualisierung:
Hubert Kind (Mitte) und Tochte
Hubert Kind (Mitte) und Tochter Elke Jansen wollen sich nicht beschweren, aber haben einige Fragen zur Niederschlagswassergebühr. Sachbearbeiter Siegfried Cremer gibt Antworten. Foto: Johannes Mohren

Stolberg. In diesen Tagen ist viel los im Stolberger Rathaus. Genauer gesagt in der zweiten Etage vor Raum 201. Dort, wo das Bürgerbüro beheimatet ist. „Manchmal stehen die Leute hier morgens den Flur entlang bis zum Aufzug Schlange”, sagt Ulrike Beckers vom städtischen Tiefbauamt.

Die acht Stühle vor dem Zimmer reichen in den Stoßzeiten längst nicht mehr aus, um allen Fragestellern Platz zu bieten - und Stoßzeit ist seit Mitte Juli (fast) rund um die Uhr.

Grund für den großen Ansturm sind die Erhebungsbögen, die Anfang Juli in die Briefkästen aller Stolberger Grundstückseigentümer flatterten. Eine Luftaufnahme des Grundstücks ist in den Unterlagen enthalten, das Ergebnis einer Befliegung aus dem vergangenen Jahr. Diese zeigt die Größe der bebauten und versiegelten Flächen. Quadratmeter, für die eine Niederschlagswassergebühr anfällt, wenn das Wasser von den Flächen in die Kanalisationsanlagen abfließt. Aktualisiert werden sollen die Gebühren anhand der neuen Flächendaten. Bis dato musste man bei der Berechnung auf veraltete Angaben aus den 90er Jahren zurückgreifen.

Mit der Aktualisierung ergeben sich viele Fragen. „Da sind befestigte Flächen angegeben, von denen das Wasser aber nicht in die Kanalisation fließt, sondern im Erdreich versickert”, erklärt Hubert Kind, der sich mit seiner Tochter Elke Jansen auf den Weg zum Bürgerbüro gemacht hat. Nicht beschweren wolle er sich, sagt er, lediglich den Sachverhalt klären. Er wirkt gelassen. „Es gibt auch Leute, die hier recht aufgeregt ankommen. Wenn sie den Raum verlassen, ist immer alles geklärt”, betont Beckers und bittet um Verständnis: „Wir sehen ja nur aus der Luft, was an bebauten und versiegelten Flächen da ist.”

Bei allem Weiteren sei man auf Mithilfe der Eigentümer angewiesen. Wohin das Wasser letztendlich fließe, das könnten die Luftaufnahmen nicht immer abschließend aufklären. „Gerade ältere Menschen nutzen das persönliche Gesprächsangebot. Ansonsten gibt es ja selbstverständlich auch die Möglichkeit, solche Dinge einfach schriftlich auf den Erhebungsbögen anzugeben”, erklärt sie.

Viele Bürger kommen mit dem gleichen Anliegen wie Hubert Kind, die meisten Fälle verlaufen schnell und problemlos. „Wenn es mal etwas komplizierter ist, fahren wir auch raus und schauen uns die Lage vor Ort an”, erzählt Beckers. Besonders bei alten Häusern sei der Sachverhalt oft nicht so klar. Man müsse manchmal zunächst prüfen, wohin die Rohre überhaupt führten.

„Das Feedback ist unheimlich gut. Immer mehr Bürger werden von Nachbarn und Bekannten, die schon hier waren, zu uns geschickt. Wir finden eigentlich in jedem Einzelfall eine für alle zufriedenstellende Lösung”, sagt Siegfried Cremer, einer der Sachbearbeiter. Und er hat augenscheinlich Recht: Zufriedene Gesichter sind vor Raum 201 die Regel, spätestens nach dem Gespräch.

Haben Sie noch Fragen zur Gebühr?

Beratungen gibt es noch bis zum 29./30. Juli im Bürgerbüro der Stadt (Rathaus, Raum 201), zusätzlich ist montags bis freitags von 8 Uhr bis 18 Uhr eine Telefonhotline (13-650) freigeschaltet.
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