Stolberg - Nicht jeder Händler lockt jetzt mit satten Rabatten

Nicht jeder Händler lockt jetzt mit satten Rabatten

Von: Lars Brepols
Letzte Aktualisierung:
bilanz_bu
Das Modegeschäft Kohler lockt mit satten Rabatten: Die Verkäuferinnen Karin Müller (l.) und Barbara Kohler hoffen jetzt auf einen großen Ansturm der Kunden. Foto: L. Brepols

Stolberg. Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise hat der Einzelhandel in Stolberg eine durchweg positive Bilanz des Weihnachtsgeschäfts gezogen. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Umsätze insgesamt stabil geblieben, so der Tenor der Händler aus den verschiedensten Bereichen der Kupferstadt.

Insbesondere der verkaufsoffene Sonntag im Dezember habe den Verkauf angeregt, berichtet Bettina Krüpe, Inhaberin der Bücher Stube am Rathaus, in der in diesem Jahr das Buch „Außer Dienst” von Helmut Schmidt zum Verkaufsschlager avancierte. „Natürlich haben auch wir bemerkt, dass die Leute den Euro dreimal umdrehen. Dennoch ist das Geschäft ein bisschen besser gelaufen als im Vorjahr”, bilanziert Krüpe.

Auch Hildegard Giesen, Inhaberin des Lederwarenfachgeschäftes im Steinweg, zeigt sich im Nachhinein zufrieden. „Um in einer belebten Stadt wie Stolberg mithalten zu können, habe ich bei vielen Artikeln 20 Prozent Preisnachlass gewährt”, schildert die versierte Kauffrau, wohlwissend, dass viele Kunden sich durch besondere Rabattaktionen und Preisnachlässe leichter zum Kauf animieren lassen.

Zum Umsatzrenner des abgelaufenen Geschäftsjahres entwickelte sich der Handtaschenverkauf, der das meiste Geld in ihre Ladenkasse fließen ließ. „Weitere Preissenkungen und -aktionen sind für die kommenden Wochen allerdings nicht geplant”, informiert Giesen und betont, dass Ausverkaufsaktionen in ihrem Geschäftszweig nicht so stark ausgeprägt seien wie beispielsweise in der Textilbranche.

Nicht ausnahmslos zufrieden mit dem abgelaufenen Weihnachtsgeschäft ist Andreas Köhler. „Leider konnten wir unser Vorjahresniveau nicht ganz erreichen,” zieht der Inhaber des Modegeschäfts Köhler sein Fazit. In den letzten zwei Wochen vor Weihnachten sei der Verkauf plötzlich weggebrochen und der gute Start von Ende November/Anfang Dezember hätte trotz deutlicher Rabattaktionen nicht gehalten werden können. Aktuell möchte Kohler seine Verkaufszahlen mit Preisnachlässen von bis zu 70 Prozent wieder ankurbeln. „Ich bemühe mich, die Zukunft nicht so schwarz zu malen, wie es viele andere derzeit tun. Die Modebranche wird von der Finanzkrise nicht so stark betroffen sein”, glaubt Kohler zu wissen.

Mit eher gemischten Gefühlen geht Goldschmied Dirk Nolte in das neue Jahr. „Die täglichen Negativmeldungen zur Finanzkrise verunsichern die Bürger”, sagt Nolte, der sich dessen ungeachtet mit dem abgelaufenen Weihnachtsgeschäft zufrieden zeigt. „Wir haben zwar auch die ein oder andere Marke reduziert, leben aber im Kern von unserer Handwerkskunst, die uns in die Lage versetzt, Spezialanfertigungen zu realisieren.”

Erwartungsvoll blickt Frank Klein, Inhaber des Elektonikfachgeschäfts im Steinweg, in die Zukunft. „Bei uns zählt der Januar normalerweise zu den umsatzstärksten Monaten des Jahres”, spricht Klein aus Erfahrung. Die Zeiten, in denen das Weihnachtsgeschäft die Umsatzzahlen in die Höhe treibe, seien längst vorbei. Die Kunden würden sich höchstens selber mit einem neuen Flachbildfernseher beschenken.

Ein durchaus positives Fazit zieht auch Rudi Flink vom gleichnamigen Sportgeschäft in der Rathausstraße. „Unser Vorjahresergebnis haben wir auch diesmal gut erreicht”, resümiert Flink, der das Geschäft nunmehr in der fünften Generation betreibt. Insbesondere Trekking- und Wanderartikel seien gut gelaufen. Großzügige Rabatte wird es bei ihm auch in naher Zukunft wohl nicht geben. „Unsere Maßnahmen zur Verkaufsförderung werden im überschaubaren Rahmen bleiben. An wilden Preisschlachten werden wir uns nicht beteiligen”, stellt Flink klar.

Ganz anders stellt sich die Situation beim großen Kaufhaus Victor dar. Dort schmücken derzeit große rote Plakate mit der Aufschrift 50 Prozent die Schaufenster und den Eingangsbereich. Der Ausverkauf ist bereits in vollem Gange, denn es wird Platz benötigt für die neue Ware, die in Kürze in die Verkaufsregale eingeräumt werden soll.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert