Stolberg - Neun Austritte: Linke verliert fast 20 Prozent ihrer Mitglieder

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Neun Austritte: Linke verliert fast 20 Prozent ihrer Mitglieder

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. „Die Stolberger Linke schreibt Erfolgsgeschichte”, lobte Kreissprecher Darius Dunker noch im Januar bei der Kür der Kandidaten für die Kommunalwahl, weil der erst ein halbes Jahr zuvor gegründete Stadtverband schon alle Wahlbezirke besetzten konnte. Nun muss die etwa 50-köpfige Partei in Stolberg allerdings nachnominieren.

Nachdem am Sonntag neun Mitglieder aus der Partei ausgetreten sind, sind vier Rats- und ein Städteregionsbezirk vakant. Mit Martin Weilerscheidt, Bert-Erich Zollchow und Ludwig Müller (Listenplatz 4) haben die Bewerber für die Ratsbezirke Mausbach-Süd, Vicht und Atsch sowie mit Sibille Müller die Kandidatin für den Bezirk Büsbach/Liester wie auch für den südöstlichen Städteregionskreis der Partei in Stolberg den Rücken gekehrt.

Dabei richtet sich ihre Kritik vor allem gegen Bürgermeisterkandidat Mathias Prußeit, dem „ein selbstherrlicher Führungsstil” vorgeworfen wird, erklärt Ludwig Müller als Sprecher der ausgetretenen Mitglieder. Das Ratsmitglied benehme sich wie ein „selbst ernannter Leader”, schare Opportunisten um sich und dulde keinen Widerspruch oder andere Ansichten.

Bürgermeisterkandidat Prußeit und Vorstandssprecherin Anita Jilk würden private Interessen verfolgen. So tage die Wahlkampfkommission in deren Imbiss bei laufendem Betrieb, während der Vorstand sich normalerweise in einer anderen Gaststätte treffe, moniert Müller, der ebenso wie Gattin Sibille einst engagierter Sozialdemokraten war.

„Die Imbiss-Mafia”, so Müller, habe Absprachen für die Aufstellung der Reserveliste getroffen. Mit der Folge, dass er in der Abstimmung um Platz 3 unterlag und sich für den vierten Platz erst in der dritten Kampfkandidatur durchsetzen konnte. Außerdem kritisiert der 65-Jährige, dass bereits die zukünftige Ausschussbesetzung für den Stadtrat ausgehandelt werde.

„Solche Leute demonstrieren vor Werkstoren öffentliche Solidarität, schreiben aber in ihren eigenen Reihen Intrigen und Manipulation groß”, sagt Müller, für den mit dem Parteiaustritt das Ende seines politischen Engagements gekommen sei. Allerdings stimme er mit Zielen der Linken weiterhin überein.

Absolut verwundert über diese Vorwürfe ist derweil Bürgermeisterkandidat Mathias Prußeit. Der Partei gegenüber habe Müller zwei Gründe für seinen Austritt genannt: Weil bei der Sitzung der Wahlkommission in dem Imbiss zu viel geraucht werde und Publikumsverkehr herrsche, sowie weil er erst im dritten Wahlgang gegen eine vermeintlich unbedarfte Konkurrentin auf die Liste gekommen sei, berichtet Prußeit.
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