Neues Netzwerk zum Schutz von Kindern

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Präventive Arbeit: Familienpaten sollen hilfsbedürftige Eltern bei der Bewältigung des Alltags und bei der Betreuung der Kinder unterstützen.

Stolberg. Der Handlungsbedarf ist groß, da sind alle Beteiligten sicher: Weil die Zahl der Inobhutnahmen ebenso steigt wie die Fälle von möglicher Kindeswohlgefährdung zunehmen, üben der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), das Bethlehem-Krankenhaus und der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) in Stolberg den Schulterschluss.

Gemeinsam wollen die drei katholischen Träger im Herbst das Kooperationsprojekt „Familien stützen - Kinder schützen” ins Leben rufen. Dabei ist der Name Programm.

„Das ist die ideale Gelegenheit, verschiedene Partner, die das gleiche Ziel verfolgen, zusammenzuführen”, freut sich Willi Seyffarth.

Der Leiter des städtischen Jugendamtes wird mit seinen Kollegen die Initiative während der dreijährigen Pilotphase beratend begleiten. Danach soll auf politischer Ebene entschieden werden, inwieweit die Stadt das Projekt im Rahmen der „frühen Hilfen” fortführen und dann auch finanzieren kann.

Das Konzept von „Familien stützen - Kinder schützen” ruht auf drei tragenden Säulen: Der Aufbau eines Frühwarnsystems wird in erster Linie Aufgabe des Bethlehem-Krankenhauses sein, das mit jährlich rund 1250 Geburten und fast 3000 jungen Patienten oftmals den frühesten Kontakt zu den Kindern und ihren Familien hat.

Zudem soll eine Projektkoordinatorin des Hauses das Gespräch mit allen Familien suchen und über die Beratungs- und Hilfsangebote, die es in Stolberg gibt, informieren.

Information und Beratung stehen auch im Vordergrund des Elterntrainings des SkF . „Zukünftige Eltern werden angeleitet, die Bedürfnisse ihres Babys wahrzunehmen und angemessen darauf zu reagieren”, erläutert Geschäftsführerin Margit Schmitt.

Die dritte Säule bildet die Familienpatenschaft. „Mit Hilfe von ehrenamtlichen Paten soll Überlastungssituationen vorgebeugt werden”, verweist SKM-Geschäftsführer Mark Brülls auf die Zielrichtung.

Dabei geht es um praktische Hilfe im Haushalt und Entlastung bei der Kinderbetreuung ebenso wie um den Aufbau eines sozialen Netzwerkes im Familien- und Nachbarschaftskreis.

Voraussetzung allerdings ist, dass die Finanzierung für drei Jahre sichergestellt wird.

Rund 360.000 Euro an Sach- und vor allem Personalkosten werden für die dreijährige Pilotphase angesetzt. Sie müssen über Spenden und Stiftungsgelder abgedeckt werden. Auch deshalb haben sich die drei Projektträger zusammengeschlossen.
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