Stolberg - Neues Mahnmal: Blaustein erinnert an Deportation von Roma

Neues Mahnmal: Blaustein erinnert an Deportation von Roma

Von: jül
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André Hennecken legt letzt Hand an: Am Samstag soll das Mahnmal eingeweiht werden. Foto: J. Lange

Stolberg. „Hoffentlich klappt‘s mit dem Wetter“, sorgt sich Steinmetz André Hennecken um die Temperaturen, während er in seiner Werkstatt letzte Hand an die beiden Stelen-Hälften anlegt, die als Mahnmal am Hauptbahnhof an die Deportation von 37 Stolberger Roma nach Auschwitz am 2. März 1943 erinnern werden.

An diesem Samstag, 2. März, dem 70. Jahrestag, möchten die „Gruppe Z“ und das „Bündnis gegen Radikalismus“ das Mahnmal im Rahmen einer um 15 Uhr beginnenden Feierstunde einweihen und der Opfer der Deportation gedenken. So wie in jedem Jahr, nachdem 1995 ein so genanntes Zigeuner-Rad zum Gedenken in Eigeninitiative installiert worden war. 18 Jahre lang war es ein Ort der Erinnerung, ein Symbol, an dem allerdings auch der Zahn der Zeit kräftig genagt hatte und das der Sanierung des Hauptbahnhofes letztlich weichen musste.

Zunächst war daran gedacht, das Rad nach der Restaurierung wieder zu installieren, aber sein Zustand war zu schlecht. Und auch dank des Engagements der EVS ist es jetzt möglich, eine würdig gestaltete Gedenkstätte in Höhe von Bahnsteig 27 anzulegen und die Namen aller Deportierten quasi in Stein zu meißeln: Sie werden auf Metallplatten an den Seiten der beiden mannshohen Blausteinstelen befestigt, so dass die Folgen des Terrors der NS-Zeit namhaft werden und so ein Gesicht bekommen.

Die beiden Stelen werden so auf einem kleinen, mit Grün eingefasstem Rondell platziert, dass an- und abreisende Besucher die Frontseiten erblicken. Eine ziert ein „Zigeunerrad“, die andere ein Eisenbahnrad. Inschriften erinnern an die schrecklichen Ereignisse; eine Bank wird zum Verweilen und Gedenken einladen. Komplett fertiggestellt wird diese Gedenkstätte erst nach dem Umbau der Rhenaniastraße, der im nächsten Jahr ansteht. Doch zum 70. Jahrestag der Deportation möchten die Organisatoren und der Bildhauer gerne die Gedenksteine präsentieren können.

Die Bodenplatten sind eingelassen, und die Stelen nahezu vollendet. Während André Hennecken noch letzte Hand an die Intarsien legt, schweifen seine Gedanken zum Thermometer. Bei Minustemperaturen wird der Steinkleber nicht haften können. „Dann müssen wir sehen, wie wir das am Samstag hinbekommen“, hofft Hennecken auf wärmeres Wetter.

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