Neuer Kupferhof soll Licht ins Dunkel bringen

Von: Robert Flader
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Nackte Fassade: Der Kupferhof
Nackte Fassade: Der Kupferhof an der Steinfeldstraße wird umfassend modernisiert. Im Herbst 2013 sollen rund 80 Grünenthal-Mitarbeiter nach Stolberg zurückkehren. Foto: R. Flader

Stolberg. Der große Kran, er wacht wie ein Aufseher über das prominente Grundstück an der Steinfeldstraße. Als wenn er sagen würde: Seht her, was hier gerade Historisches passiert. Und wenn man dann wirklich hinschaut, dann lässt sich unschwer erkennen, dass der altehrwürdige Kupferhof im Moment wahrlich nicht attraktiv aussieht.

Von der Jahrhunderte langen Tradition des Grundstücks ist aktuell nur wenig zu spüren. Ein riesiges Loch klafft in der Fassade, es ist ein ungewöhnlicher Anblick eines altbekannten Stolberger Wahrzeichens. Doch der Kupferhof, Heimat der Firma Grünenthal, wird sein momentanes, tristes Gewand nicht mehr allzu lange behalten und soll spätestens im Herbst 2013 in ganz neuem Glanz erstrahlen.

Die Komplettsanierung der alten Grünenthal-Zentrale schreitet sichtbar voran - und jeder, der an der Steinfeldstraße entlang spaziert, kann schon jetzt sehen, worum es bei dem Großprojekt, in das die Unternehmerfamilie Wirtz eine siebenstellige Summe investiert, eigentlich geht: Licht. Helligkeit. Einen neuen Innenhof.

Büros für 100 Mitarbeiter

Der Innenteil des Gebäudekomplexes soll offen und, wie es heißt, zu einem „Ort der Begegnung” werden. Ein Ort, der neudeutsch „Meeting Point” genannt wird und Mitarbeiter zum Verweilen einladen sowie die Atmosphäre in den rund neugestalteten 100 Büros erheblich verbessern soll - weil er ihnen Licht spendet.

Wenn rund 80 Grünenthal-Angestellte, die momentan in der Niederlassung im Gewerbegebiet Oberforstbach arbeiten, im Herbst 2013 in die Kupferstadt zurückkehren, dann, so der Plan, soll es keine dunkle einzige Stelle mehr im gesamten Gebäudekomplex geben. Jede Kopierecke soll mit aureichend - natürlichem - Licht versorgt werden.

Dass dies tatsächlich einmal so kommen könnte und dass die Arbeiten an der Steinfeldstraße planmäßig voranschreiten, dafür ist maßgeblich Michael Dahmen verantwortlich. Der Stolberger Architekt, der mit dem Düsseldorfer Büro DDJ-Architekten (Döring, Dahmen, Joeressen) den Kupferhof grundlegend saniert, sagt über den momentanen Stand der Dinge: „Im Grunde sind wir mit dem Abriss jetzt fertig.” Nun müssten noch die alten Treppenhäuser und ein nicht mehr ganz zeitgemäßer Aufzugsschacht abgerissen beziehungsweise „versetzt” werden, „der ganze Kleinkram halt”, wie Dahmen es ausdrückt.

Ein Spaziergänger steht vor der Baustelle, blickt ehrfürchtig auf das Loch in der Fassade und murmelt sichtlich irritiert etwas von Denkmalschutz. Ja, auch wenn der Kupferhof, dessen Anfänge ins frühe 17. Jahrhundert zurückreichen, geschützt ist: In enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde konnten „überflüssige” (Bahmen) Gebäudeteile, vor allem der ehemalige und „viel zu dunkle” Verwaltungstrakt, abgerissen werden.

Seit dem vergangenen Wochenende also wacht ein großer Kran über die Baustelle. Die Ausgestaltung des Rohbaus, sagt Dahmen, sei mittlerweile an eine Firma vergeben „und damit geht es jetzt in eine neue Phase.” In dieser sollen auch die Fenster und das Dach an die aktuellen Energiestandards angepasst werden. Dahmen: „Zumindest das, was geht. Wir können definitiv nicht alles verbauen.” Im konkreten Fall heißt das: Der Kupferhof erhält eine neue Dachisolierung, die alten Einfachverglasungen der Fenster werden ausgetauscht.

Die Fassade soll in diesem Herbst fertig gestellt sein, bevor es an die Innenausstattung, die Flure und Büroräume geht. „Wir wollen im Sommer 2013 fertig sein”, sagt Architekt Michael Dahmen.

Ein architektonisches Zeugnis

Ein paar Wochen später soll der Kupferhof dann endgültig in neuem Glanz erstrahlen und dezent modern auch weiterhin als architektonisches Zeugnis an die Industriegeschichte des Vichttals erinnern.

Der neue Eingang soll übrigens eine Fassade aus Kupfer erhalten - und genau das könnte vielleicht die wichtigste Botschaft der Firma Grünenthal im gesamten Bauvorhaben sein: „Es ist eine Investition in den Standort Stolberg”, sagt Dahmen stellvertretend für die Familie Wirtz.
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