Whatsapp Freisteller

Neuer Anlauf auf dem alten Sägewerk-Areal

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
Vom Parkplatz „An der Mühle
Vom Parkplatz „An der Mühle” wird der Zerfall, aber auch die Dimension des Bebauungsplangebietes sichtbar, das sich bis auf die Höhe der Reithalle hinter dem Kahnweiher erstreckt. Am Parkplatz soll die Senioreneinrichtung gebaut werden, während die Wohnbebauung für den südöstlichen Teil vorgesehen ist. Dafür muss allerdings der Bebauungsplan angepasst werden.

Stolberg-Schevenhütte. Nur wenig hat sich verändert im Lauf der vergangenen Jahre. Wie in einem Dornröschenschlaf liegt das rund 11 000 m2 große Gelände des ehemaligen Sägewerks Körner zwischen der Nideggener Straße und „An der Mühle” in Schevenhütte. Für die Schevenhütter ist das Areal ein Schandfleck im Dorf.

Nur am steten Verfall der früheren Betriebsgebäude lässt sich erkennen, dass sich dort seit mehr als einem Jahrzehnt nichts getan hat. Doch jetzt kommt wieder Bewegung in die Pläne, das Gelände zu bebauen. Ein Dutzend Jahre reichen die Versuche zurück. Zunächst sollten es etwa 40 Wohneinheiten sein.

Dagegen liefen die Schevenhütter Sturm; die Politik reagierte. Die Planung wurde abgespeckt. 19 Ein- und Zweifamilienhäuser und ein Mehrfamilienhaus mit neun Wohneinheiten sieht der Bebauungsplan Nr. 127 vor, der am 31. April 2004 in Kraft getreten war. „Mit diesem Bebauungsplan ist viel Geld in den Sand gesetzt worden”, sagte Miteigentümer Hermann Körner vier Jahre später. Denn eine Bebauung ließ sich bis heute nicht realisieren.

Dazu trugen die Preisvorstellungen der Eigentümer ebenso bei wie der erforderliche ökologische Ausgleich und die Kosten für die Beseitigung der Altgebäude sowie den Abriss und Neubau der Brücke über den Wehebach, über die das Baugebiet erschlossen wird.

Fußweg zum Festplatz

Doch nun nimmt der Projektentwickler, der seinerzeit das Vorhaben umsetzen wollte, einen erneuten Anlauf mit einem modifizierten städtebaulichen Konzept: Die Errichtung eines Seniorenwohnheims mit rund 50 Betten ist vorgesehen neben dem Mehrfamilienhaus am Parkplatzes An der Mühle. „Die damit einhergegende Schaffung von technischen und sozialen Infrastruktureinrichtungen mit leistungsfähigen Pflege- und Dienstleistungseinrichtungen wie Cafeteria, Friseur und Betreuung, ermöglicht die zusätzliche Errichtung von seniorengerechten Wohnformen”, erklärt Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt in seiner Vorlage für den am Donnerstag tagenden Ausschuss für Stadtentwicklung.

Er soll eine Änderung des Bebauungsplanes empfehlen, so dass der Stadtrat am 20. September den Einstieg ins Verfahren beschließen kann, das aufgenommen werde sobald ein notariell beurkundete Option vorgelegt wird, da der Investor weder Eigentümer noch Besitzer der Flächen ist. In einem städtebaulichen Vertrag soll außerdem die Übernahme sämtlicher Kosten durch den Investor geregelt werden.

Dieser plant neben dem Seniorenzentrum, das bereits einmal vor sieben Jahren ein Thema im Ort war, die Errichtung eines kleinen Nahversorgungsmarktes „direkt gegenüber der Brücke, so dass der Kioskladen für alle Bürger gut erreichbar ist”, erklärte der Investor gegenüber unserer Zeitung. „Das wird der erste Nahversorger in Schevenhütte sein”. Ein Fußweg soll darüber hinaus eine den traditionellen Festplatz der Schevenhütter mit der Nideggener Straße verbinden. Trotz der beantragten südlichen Erweiterung der Bauflächen soll die Anzahl der Ein- und Zweifamilienhäuser auf zwölf Wohneinheiten reduziert werden.

„Durch das Vorhaben kann ein Beitrag geleistet werden, den bestehenden und wachsenden Bedarf an Betreuung älterer Menschen in seniorengerechten Wohnformen sicherzustellen”, würdigt Pickhardt das Projekt. „Aus städtebaulicher Sicht bestehen keine Bedenken.” Auch die Grundzüge der bisherigen Planung blieben bestehen. Das Gelände sei für die Errichtung seniorengerechter Wohnformen geeignet mit seiner integrierten Lage innerhalb des Ortsteils Schevenhütte, dem unmittelbaren Zugang zu „vorhandenen Naherholungsgebieten und der vergleichbar guten Anbindung über den öffentlichen Personennahverkehr an die Stolberger Innenstadt”.

Weitere Seniorenheime in Breinig geplant

Ein weiteres Seniorenheim mit 50 Einheiten plant der Investor auch in Breinig. Ein Bauantrag für das Gelände Kastanienweg / Stockemer Straße, das sich ebenfalls noch nicht im Eigentum des Investors befindet, wird derzeit in der Stadtverwaltung geprüft. Genehmigt ist eine Bauvoranfrage für zwei Doppelhaushälften auf der gegenüberliegenden Seite der Stockemer Straße. Die Vermarktung für die Projekte sei angelaufen.

In unmittelbarer Nähe an der Straße Alt Breinig ist eine weitere Seniorenpflege- und -wohneinrichtung auf dem früheren Erweiterungsgelände des Friedhofes durch einen anderen Investor angedacht. Auf Antrag der SPD hat der Hauptausschuss am 19. Juli die Verwaltung einstimmig damit beauftragt, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine solche Einrichtung in Alt Breinig zu schaffen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert