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Neue Kühlanlage: 20 Millionen bei Schwermetall investiert

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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In die Modernisierung und Optimierung von Warmwalze, Gießerei und Endfertigung sowie weiteren Umweltschutz investiert das Halbzeugwerk Schwermetall bis in den Sommer kommenden Jahres rund 20 Millionen Euro am Breinigerberg. Foto: J. Lange

Stolberg. Wenn Dirk Harten ganz bescheiden sagt, „es läuft“, dann meint der Geschäftsführer von Schwermetall nicht nur die Auftragslage des Halbzeugwerkes am Breiniger Berg. Es laufen auch die Planungen, vorbereitenden Arbeiten und Genehmigungsverfahren für ein Paket an Investitionen, das Stolberg als Standort weiterhin zukunftsträchtig sichern, effizienter und umweltfreundlicher machen soll.

Rund 20 Millionen Euro wiegt dieses Paket, mit dem in erster Linie vorhandenes Equipement ersetzt und damit in einem die Produktpalette stärkt, Herstellungskosten optimiert und Kapazitäten erweitert.

In Gießerei, Walzwerk und Endfertigung soll moderne Technik den Altbestand ersetzen. Zudem sollen durch den Bau einer neuen Halle die Staubemissionen minimiert werden.

Ausschuss berät Bauantrag

Ganz aktuell wird jetzt die Stadt Stolberg an einem bei der Bezirksregierung Köln geführten Genehmigungsverfahren nach den Bestimmungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes beteiligt. Dabei ist es lediglich die Aufgabe der Stadt, den vorhandenen Bauantrag unter planungsrechtlichen Aspekten zu begutachten. Bedenken hegt die Stadtverwaltung nicht, weil „es sich hier um die Änderung einer vorhandenen Anlage“ innerhalb der überbaubaren Flächen des Bebauungsplans befindet, der das Areal als Industriegebiet ausweist.

Ganz konkret geht es bei dem vorliegenden Projekt um die Modernisierung der Warmwalzanlage. Bei dieser „ist die Verbesserung der Kühlung hinsichtlich der Werkstoffeigenschaften und der Kühldauer sowie die Aktualisierung des Kühlkreislaufes vorgesehen“, erläutert Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt in seiner Vorlage für den Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt, der das gemeindliche Einvernehmen zu dem Projekt auf seiner Sitzung am Donnerstag sicherlich geben wird.

Mit den angestrebten Änderungen könne Schwermetall eine „wesentliche Energieeinsparung“ erzielen. Ebenfalls ist der Ersatz einer vorhandenen Längsteilschere für Dickbänder vorgesehen, um die Betriebsabläufe weiter optimieren zu können.

Optimiert werden sollen ebenfalls die Möglichkeiten der Gießerei. Bislang stammen bereits rund 50 Prozent der auf dem Breinigerberg für die Produktion eingesetzten Rohstoffe aus dem Wertstoffkreislauf. Aus Schrott und aus Primärstoffen entstehen in dem 40 Jahre alten Werk die Bänder, aus denen die weiterverarbeitenden Kunden feinste Elemente für Automobil, Telekommunikation, Medizintechnik oder auch Energieeffizienz fertigen. Ein Markt mit steigender Nachfrage insbesondere aufgrund des Nachholbedarf innerhalb der Schwellenländer, aber auch ein Markt, der den Produzenten eine immer größer werdende Flexibilität bei Materialen und vor allem Lieferzeiten abverlangt.

Dies ist einer der wesentlichen Gründe für die Tochter der Wieland-Werke AG und der Aurubis AG, in die Effizienz am Standort Stolberg zu investieren und ihn nachhaltig zu sichern.

Darüber hinaus erwartet Geschäftsführer Dirk Harten eine Absatzsteigerung um etwa zehn Prozent durch eine Standortentscheidung des Hamburger Mutterkonzern Aurubis. Im Rahmen der Neuordnung nach der Übernahme der „Luvata‘s Rolled Products Division“ wird zur Bereinigung von Überkapazitäten ein Teil der dortigen Produktion im schwedischen Finspång ins niederländische Zutphen verlagert.

Die Vorprodukte für die dortige Kühlerbandproduktion sollen dann aus der nur 230 Kilometer entfernten Kupferstadt angeliefert werden. Auch dieser positiven Entwicklung trägt Schwermetall mit seinem Investitionsprogramm Rechnung. Bis Sommer kommenden Jahres sollen die Projekte am Standort Kupferstadt umgesetzt sein.

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