Whatsapp Freisteller

Neue Kompetenz für Streuobstwiesen

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
streuobstwiese-bu
Die Mobile Saftpresse der Biologischen Station in Aktion: Helfer befüllen sie mit frischen Äpfeln, natürlich von einer Streuobstwiese. Foto: D. Müller

Stolberg. „Die Pflege der Streuobstwiesen ist aktiver Naturschutz und Erhaltung der alten Kulturlandschaften gleichermaßen”, beschreibt Herbert Theißen, stellvertretender Leiter der Biologischen Station im Kreis Aachen, das Hauptanliegen des neuen „Kompetenz-Netzwerks Streuobstwiesen”.

In den 15 Kommunen der „Leader-Region” Eifel werden bestehende Initiativen aus den Bereichen Obstbaumpflege, Vermarktung, Obstproduktion und Naturschutz miteinander vernetzt.

„Leader” ist ein Förderprogramm der EU für den ländlichen Raum. Alexander Sobotta, Manager der Lokalen Aktionsgruppe Naturpark Eifel, erläutert: „Leader kommt aus dem Französischen und bedeutet: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Es fördert innovative Projekte, die nicht durch andere Förderprogramme abgedeckt sind.” Das Kompetenznetzwerk widmet sich aktiv dem Erhalt und der Ausweitung von Streuobstwiesen und wird von „Leader” mit rund 100.000 Euro gefördert.

Bei der Vorstellung des Netzwerks in der Biologischen Station in Stolberg arbeitete die mobile Saftpresse auf Hochtouren. Seit zehn Jahren können die Anlieferer ihr eigenes Obst bringen und nehmen dann den daraus gepressten Saft haltbar und gut verpackt mit nach Hause. Zur Einweihung des „Kompetenznetzwerks Streuobstwiesen” verköstigten die Gäste Saft und Apfelkuchen, natürlich von Streuobstwiesen, und konnten sich somit ein geschmackliches Bild vom praktischen Nutzen der schützenswerten Kulturlandschaft machen.

Projektkoordinatorin des Netzwerks, das sich von Stolberg über Bad Münstereifel, Blankenheim, Dahlem und Monschau erstreckt und insgesamt 15 Kommunen einbindet, ist Ursula Gerke. Sie lebt seit 20 Jahren in der Eifel und ist Baumschulmeisterin, die in landwirtschaftlichen Fachzeitschriften Gartentipps und Fachbeiträge veröffentlicht.

„Das Kompetenz-Netzwerk soll Begeisterung für die Streuobstwiesen wecken. Es will helfen, dass Gleichgesinnte sich finden, austauschen und organisieren können. So werden wir beispielsweise Kontakte zwischen Obstwiesenbesitzern und Interessenten ohne eigene Wiesen herstellen oder die alte Tradition der Baumwarte wieder aufleben lassen”, erklärt Gerke.

Qualifizierung zum Baumwart

In der Eifel gab es bis in die 1940er Jahre Baumwarte, die Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Obstwiesen waren. Innerhalb des dreijährigen „Leader”-Projektes werden in Schulungen, Seminaren und regelmäßigen Fortbildungen Obstbaumwarte qualifiziert, um langfristig vor Ort als Fachleute zur Verfügung zu stehen. Sie informieren über Fördermöglichkeiten, leisten Unterstützung bei Baumschnitt und Neuanlage und tragen als kompetente Ansprechpartner zur Pflege und zum Erhalt der Streuobstwiesen bei.

Ihre Tätigkeit können sie sowohl beratend als auch praktisch ausführen und als Dienstleitung anbieten, zum Beispiel bei der Sortenwahl, der Anlage und Planung einer Obstwiese oder der Baumpflege. Die Qualifikation zum Baumwart ermöglicht somit auch neue berufliche Perspektiven.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert