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Neue Idee für Umgestaltung des Seniorenzentrums Amselweg

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
Die Vorschläge der Architektu
Die Vorschläge der Architekturstudenten sind nicht nur bloße Theorie, sondern sollen zum Teil auch umgesetzt werden. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Liester. Das Seniorenzentrum Amselweg ist zwar für viele der Bewohner gefühlsmäßig ein Zuhause, aber optisch sieht die Immobilie nicht gerade einladend aus.

Das Gebäude braucht außen wie innen dringend eine Generalüberholung, denn der Zahn der Zeit hat deutliche Spuren hinterlassen. Doch alleine mit einem Anstrich und hier und da einigen Reparaturen ist es nicht getan: Architektur und Wohndesign haben sich im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte grundlegend geändert.

Der Mensch steht im Fokus

Heutzutage stehen der Mensch und seine Bedürfnisse im Alter im Fokus der Planung, aber natürlich auch die Wirtschaftlichkeit der Einrichtung. Beides miteinander in Einklang zu bringen, ist eine Herausforderung.

Architekturstudenten aus dem dritten Semester der Fachhochschule Köln haben sich im Rahmen eines Ideenwettbewerbs dieser Herausforderung angenommen. Drei Konzepte sind das Resultat, das nun im kleinen Kreis vorgestellt wurde.

Dass das keine Spielerei ist, sondern Planungen, die Hand und Fuß haben, daran ließ die Präsentation keinen Zweifel, auch wenn nicht jedes Detail umsetzbar sein wird. „Einfach beeindruckend”, bilanzierte Sascha Saßen, Geschäftsführer des Seniorenzentrums, nach der Präsentation.

Die Aufgabenstellung war klar definiert: Die angehenden Architekten, die den Schwerpunkt Ökonomie für ihr Studium gewählt haben, sollten aus einem ineffizienten ein effizient genutztes Gebäude machen.

Die Wirtschaftlichkeit ist eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Modernisierung, zu der sich die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) als Eigentümerin entschlossen hat. Die Stadt Stolberg wiederum ist 100-prozentige Anteilseignerin der Betriebsführungsgesellschaft.

Rentabilität mit Behaglichkeit in Einklang zu bringen und obendrein das komplette Gebäude barrierefrei zu gestalten, verlangte ein Offenlegung aller Zahlen. Dass eine Einrichtung so dezidiert ihre Zahlen preisgebe und damit den Studenten überhaupt ein realistisches Planung ermögliche, sei die Ausnahme, bedankten sich Professor Dr. Manfred Koopmann, Leiter des „Instituts für Ökonomie und Organisation des Planens und Bauens” der Fachschule Köln, und Architekt Timm Saßen.

Er ist der Bruder des Geschäftsführers und hatte die Idee mitentwickelt, die Neugestaltung in Form eines Wettbewerbs zur Diskussion zu stellen.

Eine der Kernfragen des Wettbewerbs war, wie die Leerflächen sinnvoll zu nutzen sind. Der frühere Liester-Keller ist bereits lange verwaist. Der Lösungsansatz, wie die Gaststätte in Zukunft genutzt werden könnte, ist in allen drei Konzepten derselbe: Der fensterlose Liester-Keller wird zum Lagerraum.

Dort können die Bewohner zusätzlichen Stauraum anmieten. Dass dieser Vorschlag tatsächlich umgesetzt wird, ist höchstwahrscheinlich, hieß es.

Der Denkansatz bei der Pflegestation war ebenfalls identisch: Eine Modernisierung der Räume ohne bauliche Veränderung ist nicht praktikabel.

Der Trakt muss von Grund auf neu konzipiert werden. An dieser Stelle enden die Gemeinsamkeiten: Eine Gruppe schlug vor, dort eine Wohngemeinschaft für demenziell Erkrankte zu eröffnen.

Der Gedanke ist hinsichtlich der demografischen Wandels und der Prognose, dass die Zahl der Demenzkranken schon in wenigen Jahren rapide ansteigen wird, durchaus sinnvoll.

Ob Massagepraxis, Internetcafé, Sanitätsbedarf, Kiosk, Friseur: Die Lebensqualität wird durch Geschäfte im Haus erhöht werden. Auch das ist eine Gemeinsamkeit innerhalb der Präsentationen. Auffallend war jedoch, dass kein Konzept eine Arztpraxis vorsah.

Behaglichkeit zu schaffen, das Gebäude freundlicher und heller zu gestalten, das sehen die Studenten als Muss. Teilweise ist gar nicht so viel Aufwand erforderlich, um ein tolles Ergebnis zu erzielen. Die dunklen Flure etwa tauchen die Studenten in Licht.

Indirekte Beleuchtung, aber auch gut erkennbare Zahlen, die den Flur und das Stockwerk kennzeichnen, würden nicht nur gut aussehen, sondern auch bei der Orientierung helfen.

Der Aha-Effekt stellte sich bei der Präsentation häufig ein: Besonders deutlich wurde der Unterschied zwischen Vorher und Nachher, als der Speissaal, der auch Veranstaltungsraum ist, gezeigt wurde.

Dort ist auch der Empfang untergebracht, der ebenfalls komplett neugestaltet werden soll. Rund eine Million Euro haben die Studenten für die Modernisierung berechnet.

„Erstaunlich ist, dass das exakt die Summe ist, die die Fachleute für die Sanierung in einer ersten Schätzungen angegeben haben”, betonte Sascha Saßen.
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