Stolberg - Neue Aufgaben nach fast 40 Ratsjahren

Neue Aufgaben nach fast 40 Ratsjahren

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Sie wird sich am Tag der Kommunalwahl aus der aktiven Politik zurückziehen: Am 25. Mai vollendet Hildegard Nießen ihr 68. Lebensjahr. Fast 40 Jahre davon arbeitete sie im Stolberger Stadtrat. Foto: J. Lange

Stolberg. Bis Donnerstagabend wussten es nur wenige Eingeweihte: Hildegard Nießen kandidiert im kommenden Jahr nicht mehr für den Stadtrat. Nach beinahe 40 Jahren wird die große Dame der Stolberger SPD nicht der Bürgervertretung der Kupferstadt angehören. Über eine Generation hinweg hat Hildegard Nießen die Geschicke dieser Stadt maßgeblich mitbestimmt. Und wird sie noch mit vollem Elan weiterhin mitgestalten.

Die stellvertretende Bürgermeisterin und langjährige Fraktionsvorsitzende wäre nicht Hildegard Nießen, wenn sie sich langsam und peu á peu aus einer Aufgabe, die sie einmal übernommen hat, verabschieden würde.

Denn was sie anpackt, macht sie auch mit ganzem Herzen, voller Elan und auch bis zur letzten Konsequenz. Eine Konsequenz, mit der sie sich sicherlich nicht immer nur Freunde gemacht hat. Aber es hat Hildegard Nießen immer Freude gemacht, sich für diese Stadt, genauer noch für die Menschen in dieser Stadt, und für ihre Partei einzusetzen und sich zu engagieren.

Halbe Sachen, nur dabei sein, nur die Fäden in der Hand zu haben, das hat Hildegard Nießen nie gereicht. Das ist auch der Grund, dass sie am 25. Mai 2014 nach acht Legislaturperioden nicht mehr antreten möchte für eine weitere, die dann sechs Jahre dauern würde. Am Tag der Kommunalwahl wird Hildegard Nießen auf 68 Lebensjahre zurückblicken können. 39 davon hat sie ihr Leben unter die Prämisse der Kommunalpolitik gestellt.

Das gilt auch für den zehn Jahre währenden Ausflug in die Landespolitik. Denn als Abgeordnete in Düsseldorf strebte sie nicht etwa nach höheren Weihen oder hatte ihr eigenes politisches Fortkommen – ein Weg, den sie sicherlich hätte wählen und gehen können – im Visier, sondern verstand sich stets als ein fleißige und umsorgende Anwältin ihres Wahlbezirkes Stolberg und Eschweiler.

So wie der Abschied aus dem Landtag von ihr selbstbestimmt gewählt war, 2005 verzichtete die Atscherin auf eine erneute dritte Kandidatur, ist es auch bei der Kommunalwahl eine bewusste Entscheidung, nicht mehr anzutreten. „Ich möchte mehr Zeit haben für mich“, sagt Hildegard Nießen. Wofür, lässt sie bewusst offen. Sicherlich auch für ihre Familie mit zwei Kindern und zwei Enkelkindern.

Aber ebenso sicher ist, dass sich die gebürtige Bardenbergerin weiterhin für ihre ebenso gewählte Heimatstadt, die sie 1969 für sich entdeckte und lieben lernte, einbringen wird. „Mal sehen“, sagt Hildegard Nießen. Und wer sie kennt, weiß, dass sie das auch so meint. Sie wird eine Aufgabe wählen, die ihr Spaß macht, der sie mit ganzer Kraft nachgehen kann, die ihr aber auch den Spielraum lässt, mehr Zeit für sich zu haben; und für das, was man halt mal eben so machen möchte, was aber in den vergangenen Jahren nie ging, weil der vollgepackte Terminplan keine Zeit dafür ließ. Die Kommunalpolitik, mit Herz, Sachverstand und dem erforderlichen Ernst betrieben, lässt dafür keine Zeit. Denn das, was Hildegard Nießen gemacht hat, hat sie stets mit vollem Engagement getan.

Das, was davon öffentlich wurde, ist nur ein kleiner Teil dessen, was die „Arbeitsfrau“ geleistet hat. Markant sind sicherlich die Führungsqualitäten der Politikerin. Aber gleichzeitig ist sie sich nicht zu schade, sich auch um den unangenehmen Kleinkram zu kümmern. Telefonate, Ablage und Archiv, Hintergrundinformationen sammeln, Nachschlagen, Protokolle schreiben, Treffen verabreden, Ortstermine vorbereiten und abhalten, und seien sie noch so profan – niemand in Stolberg weiß besser als die 67-Jährige, was Kommunalpolitik bedeutet und einem abfordert. Und bei all dem vielen Tun besteht ein hoher Anspruch an Qualität – erst recht an die eigene.

„Ich kann nicht einfach kürzertreten“, sagt Hildegard Nießen. Wie denn auch? Das wäre wider ihr Naturell. Also bleibt nur das Aufhören. Natürlich erst dann, wenn die Arbeit getan und ein neuer Stadtrat in Amt und Würden ist. Bis dahin bleibt für die agile Ratsdame noch viel zu tun. Die Große Koalition hat bis zum Wahltermin noch viel vor, um Stolberg wieder auf die richtige Schiene zu setzen. Eine der treibenden Kräfte mit hohem Arbeitstempo dabei ist Hildegard Nießen. Weil sie sich für ihre Heimatstadt einsetzt – und es nach dem Ausscheiden aus dem Stadtrat nach 39 Jahren auch weiterhin machen wird.

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