Stolberg - Netz der Begegnung ist für die Zukunft geknüpft

Netz der Begegnung ist für die Zukunft geknüpft

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Netzwerk für die „Soziale Stadt”: Das Team um Awo-Mitarbeiterin Christa Leinders-Wilms, Fachbereichsleiter Willi Seyffarth, Caritasverbandsreferent Ralf Bruders und Stadtteil-Manager Wolfgang Joußen (r.) engagiert sich im dritten Jahr. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Wolfgang Joußen und seine Mitstreiter spüren es ganz deutlich: Die Zeit verrinnt schnell. Bis Ende 2011 müssen der Stadtteil-Manager und sein Team die Projekte innerhalb des Projekts „Soziale Stadt” in der Velau zum Abschluss gebracht haben.

Im Jahr 2008 fiel der Startschuss zum Programm, das auf drei Jahre begrenzt ist. In ihren Grundzügen aber ist diese Initiative mit Testcharakter so angelegt, dass einige ihrer 14 Projekte dauerhaft Bestand haben und künftig ohne öffentliche Förderung weiterlaufen sollen - getragen von Bürgern, Institutionen und Sozialverbänden. „60 Prozent der Projekte sind baulicher Art, 40 Prozent sind sozialwirtschaftlicher Natur”, fasst Joußen zusammen, der zuversichtlich ist, bis Ende des Jahres alles unter Dach und Fach zu haben.

Die „Kugel” etwa - errichtet wird das Kultur- und Generationenhaus auf dem Gelände der Hauptschule Kogelshäuserstraße - ist das größte Bauprojekt innerhalb des Programms. Zwei der Projekte, die sozialer Natur sind und fester Bestandteil für die Zukunft sein sollen, heißen „Interkulturelle Seniorenarbeit” und „Frühe Hilfen für Familien”. Zentrales Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität im Stadtteil. In der Velau leben besonders viele junge Familien, und der Ausländeranteil ist vergleichsweise hoch.

Doch auch der demographische Wandel ist ein Thema, das an Bedeutung gewinnt. „Viele der Gastarbeiter, die in den 60er Jahren nach Deutschland kamen, planten ursprünglich, nach einigen Jahren zurück in ihre Heimat zu gehen, was aber aus unterschiedlichen Gründen nicht geschah”, erzählt Ralf Bruders, Referent für den Bereich „Ehrenamt, Familie und Migration des Caritasverbandes Aachen Stadt und Land. Der Sozialverband wurde wegen seines Fachwissens im Bereich der Migrationsarbeit als Träger mit ins Boot geholt.

Auch der Arbeiterwohlfahrt-Kreisverband Aachen-Land steuert die nötige Fachkompetenz im Umgang mit Familien bei. Im Hinblick auf den demographischen Wandel steht man vor einer Herausforderung: Die Gastarbeiter der ersten Generation sind im Vergleich zu ihren Kindern kaum richtig in Deutschland angekommen, was vor allem mit dem Spracherwerb zusammenhängt. „Es wurde viel versäumt”, resümiert Bruders, der dringend Plattformen schaffen will, wo sich Menschen unterschiedlicher Kulturen begegnen.

Landsleute bleiben unter sich

„Wir haben festgestellt, dass die einzelnen Gruppen gerne unter sich bleiben: Die Türken bleiben unter sich, so wie die Afrikaner oder die Spätaussiedler. Wir sehen den interkulturellen Ansatz daran, alle zusammen an einen Tisch zu bringen”, beschreibt Bruders „interkulturelle Seniorenarbeit”. Joußen sieht auch eine Chance, Arbeitsplätze zu schaffen: „Nehmen wir als Beispiel die türkische Großfamilie. Früher war es gang und gäbe, dass die Kinder die Eltern pflegten. Das ist heute nicht mehr gesichert”, sagt der Stadtteil-Manager. Eine Lösung sieht er in Pflegediensten mit Mitarbeitern, die die Sprache verstehen und die kulturellen Besonderheiten kennen.

Eine gute Vernetzung der Träger ist für den Erfolg unbedingt notwendig, bilanziert Christa Leinders-Wilms von der Awo. Sie und ihre Mitarbeiter befragen derzeit Familien in der Velau. Woran fehlt es? Gibt es soziale Versorgungslücken? Was hat man in der Schwangerschaft vermisst? All das sei Neuland, sagt die Sozialpädagogin: „Wir müssen den tatsächlichen Bedarf abdecken, vorausgesetzt, wir wissen, woran es fehlt.”
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