Narzissenweg: Anlieger müssen tief in die Tasche greifen

Von: Dirk Müller
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Im Moment müsse nur der Kanal saniert werden, in wenigen Jahren aber die gesamte Fahrbahn. Kombinierte Sanierung sei finanziell im Sinne der Anlieger, erläuterte Jörg Veltrup. Foto: O. Hansen

Stolberg. Eigentlich wollten der Technische Dezernent Tobias Röhm und Jörg Veltrup vom Amt für Immobilienmanagement und technische Infrastruktur mögliche Planungen zum Ausbau des Narzissenwegs im Rahmen einer Bürgerbeteiligung vorstellen.

Doch nachdem Paul M. Kirch in seiner Funktion als Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (ASVU) zahlreiche Anlieger der Straße begrüßt hatte, stellten diese zunächst die Sanierung des Narzissenwegs grundsätzlich in Frage.

Die Straße sei nur an wenigen Stellen schadhaft und die Verkehrssicherheit durchaus gegeben, meinten die Anlieger. Und brachten weitere Kritikpunkte vor. Verständlich, denn nach dem kommunalen Abgabengesetz werden die Haus- und Grundstückseigentümer bei der Maßnahme zur Kasse gebeten – in diesem Fall mit 70 Prozent für die Sanierung von Fahrbahn, Bürgersteig und Straßenentwässerung.

„Die Anliegerkosten beginnen laut der Planung bei etwa 4000 Euro und je nach Grundstücksgröße und Anzahl der Gebäudestockwerke können sie bis zu circa 16000 Euro ausmachen“, spannte Röhm den finanziellen Rahmen. Umso bemerkenswerter, dass die Pläne im Ratssaal zwar kontrovers, aber sachlich diskutiert wurden.

Veltrup betonte: „Der wichtigste Aspekt in der Planung ist die Kostenverträglichkeit für die Anwohner gewesen“, und er erläuterte die Möglichkeit, den Anliegeranteil in individuellen Raten über bis zu 42 Monate zu entrichten. Dennoch herrschte bei Anwohnern Skepsis bis Misstrauen vor. Ein junges Paar berichtete, 2013 ein Haus am Narzissenweg gekauft zu haben. Auf Nachfrage habe ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung gesagt, dass dort keine Sanierungsmaßnahmen geplant seien, weil „die Stadt dafür gar kein Geld hat“. Nach dem Kauf sei für die jungen Leute das böse Erwachen gekommen.

Andere Anlieger wiesen auf den Durchgangsverkehr auf der Straße hin, auf Schäden, die durch Bau- und Containerfahrzeuge entstanden seien oder regten an, Fördermöglichkeiten zu prüfen, da es sich um „Umsiedler-Grundstücke“ handele. Unmut erregte, dass Kanal und Straße in einer Maßnahme saniert werden sollen. Ein so genannter „Operator“, der die Kanal-TV-Befahrung vornahm, habe gegenüber einigen Anliegern den Zustand des Kanals als „nicht schlecht“ beschrieben, so dass dieser im Inliner-Verfahren saniert werden könne, ohne die Straße aufzureißen.

Veltrup und Röhm hielten entgegen, dass der Arbeiter gar nicht qualifiziert sei, alle Schäden im Kanal zu entdecken und zu beurteilen, sondern lediglich für die Bedienung der Gerätschaft ausgebildet sei. „Der 1966 gebaute Kanal ist kaputt und muss in offener Bauweise saniert werden“, stellte der Technische Dezernent Röhm klar.

Veltrup hob hervor, dass die Stadt den Anliegeranteil für die Grünflächen am Narzissenweg selbst übernehme und erläuterte, dass die Anlieger bei der kombinierten baulichen Maßnahme sparen würden. „Im Moment muss nur der Kanal saniert werden. Aber in schätzungsweise zwei bis fünf Jahren ist auch die Straße zwingend fällig, da die Stadt ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen muss.“

Im Falle einer späteren Straßensanierung würden die Anlieger mit 70 Prozent an den Kosten beteiligt – für die Sanierung der gesamten Fahrbahn. Bei der kombinierten Sanierung werde der Bereich unmittelbar über dem Kanal anders abgerechnet: Für die Hälfte dieser Kosten komme die Stadt alleine auf, so dass der Anteil, den die Anlieger entrichten müssen, insgesamt niedriger ausfalle.

Auf Nachfrage erklärte Röhm außerdem, dass alle Versorger von der geplanten Maßnahme in Kenntnis gesetzt werden, und die Stadt auf eigene Kosten vorsorglich Leerrohre für eine schnelle Internetleitung verlege.

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