Name ist Programm beim „Fest der Begegnung”

Von: Kolja Linden
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Begegnung im Zinkhütter Hof: Während die Ritzefeld-Combo für die richtigen Töne sorgt, kommen sich die Menschen näher. Foto: K. Linden

Stolberg. Ob ein runder Geburtstag immer ein Grund zu feiern ist, diese Frage haben sich auch die Mitarbeiter der Stolberger Tafel gestellt. Zehn Jahre alt ist der Verein in diesem Jahr geworden, und eigentlich ist es kein Grund zu feiern, dass es ihn geben muss. Denn die Tafel - Motto: „Versorgen statt entsorgen” - sammelt Lebensmittel, um damit Bedürftigen zu helfen.

Und die werden immer mehr: 1600 Kunden sind allein bei der Stolberger Tafel registriert. Und deshalb haben sich deren Mitarbeiter etwas Besonderes einfallen lassen, um das zehnjährige Jubiläum würdig zu begehen: Nicht mit einer großen Party, aber auch nicht versteckt im kleinen Kreis, sondern mit einem Fest der Begegnung im Zinkhütter Hof. Und der Name war tatsächlich Programm. Denn die Tischreihen, die am Sonntag voll besetzt waren, zeichneten ein buntes Bild; Tafelkunden mischten sich mit ehrenamtlichen Mitarbeitern, Sponsoren und ganz normalen Bürgern, die der Einladung des Vereinsvorstands gefolgt waren.

„Wir sind richtig froh, dass so viele Leute gekommen sind”, sagte deren Vorsitzender Franz Josef Koke angesichts des vollen Saales, in dem die Tafel-Mitarbeiter allesamt durch ihre blauen Polo-Shirts auffielen. „Wir haben uns extra so angezogen”, erklärte Koke. „Man soll uns erkennen, ansprechen und mit uns diskutieren.” Im alltäglichen Tafelbetrieb nämlich kommt das persönliche Gespräch in der Regel viel zu kurz.

Durch den Tag führte Moderator Stefan Graf, der zunächst einmal verkünden konnte, dass die Stadtwette mit Bürgermeister Ferdi Gatzweiler rundum gelungen war. Über zwei Tonnen gespendete Lebensmittel waren bis Samstag eingegangen, mehr als 100 Kilo kamen am Sonntag selbst noch einmal hinzu - allesamt aufgetürmt zu drei Pyramiden im Foyer des Industriemuseums.

Und Ferdi Gatzweiler versprach nach seiner - einkalkulierten - Wettniederlage, die Schuld einzulösen: Bei der Weihnachtskistenaktion der Tafel im Dezember wird der Bürgermeister mit seinem Privatauto unterwegs sein und Pakete eigenhändig bei Tafelkunden vorbeibringen. Dabei kann er sich wohl auf prominente Unterstützung freuen: Kreisdirektor Helmut Etschenberg will unbedingt helfen, denn „den Bürgermeister als Nikolaus zu sehen, das will ich mir nicht entgehen lassen”.

Für Stimmung sorgten am Sonntag aber nicht nur diese beiden Versprechen, sondern auch die musikalischen und tänzerischen Auftritte. Kostproben von ihrem Können gaben zur Freude der Gäste die Combo des Ritzefeld-Gymnasiums, die serbische Gruppe „Djordjevak”, die „Inde-Rebellen” aus Eschweiler und die Aachener Gruppe „Pfefferschoten”.

Ob es denn nun ein Grund zum Feiern ist, dieses Tafel-Jubiläum, diese Frage wollte auch deren Vorsitzender Franz Josef Koke nicht beantworten. Er ging den salomonischen Weg: „Vielleicht helfen uns diese Stunden einfach, mehr Verständnis füreinander zu finden.”
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