Nächste Etappe von „Kunst auf dem Weg“ am Hammerberg

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Schaffen bei der Ausstellung gemeinsam eine beeindruckende Bandbreite: Susanne Jungbecker, Birgit Engelen, Axel Höptner, Winfried Rinke und Christine Santema (v. l.) freuen sich bei „Kunst auf dem Weg“ auf viele Besucher am Hammerberg.

Stolberg. Wenn es am Sonntag, 25. August, wieder „Kunst auf dem Weg“ heißt, lohnt sich der Weg zum Atelierhaus und Skulpturengarten am Hammerberg gleich mehrfach: Die Werke von fünf Künstlern werden dort zu sehen sein, Malerei und Zeichnungen treffen auf Stahlskulpturen und Kunstsatire in besonderem Ambiente.

So zeigt Axel Höptner am Hammerberg abstrakte Zeichnungen. Mit Kreide und Kohle geht der Kölner Künstler spontan zu Werke, zeichnet, wie er sagt, „ohne vorhergehende Idee“, lässt diese erst im Zusammenspiel von Geist, Hand und Bild entstehen. Resultat sind Spuren des Unbewussten, die Höptner impulsiv zutage fördert.Dynamisch zeichnet er Formen und Flächen teils mit Strukturen, zwischen denen er Beziehungen herstellt. Höptners Bilder enthalten meist auch plastische Momente und erlauben dem Betrachter mannigfaltige Deutungsmöglichkeiten.

Die dritte Dimension öffnet Christine Santema, ebenfalls aus Köln, im Skulpturengarten – mit zwei unterschiedlichen Ansätzen. Einerseits ist sie als „Jägerin und Sammlerin“ stets auf der Suche nach metallenen Fundstücken.

Schrott als Inspiration

„Dieser Schrott bringt viele Ideen mit sich, die mich dann regelrecht anspringen“, beschreibt Santema. Sie verschweißt die Fundstücke, kombiniert sie zu sowohl abstrakten, als auch zu gegenständlichen Skulpturen mit nicht nur ansprechender, sondern auch anregender Formsprache.

In Santemas zweiter Herangehensweise nimmt sie ihre Inspiration nicht aus dem bereits vorhandenen Charakter von Fundstücken; in diesem Ansatz steht die Idee vor der Skulptur. Wie etwa bei dem „Tanzenden Hexenhaus auf Hühnerbeinen“, das sie einem Kinderbuch entliehen und eindrucksvoll plastisch umgesetzt hat. Beide Varianten Santemas Schaffens sind ausdrucksstark und faszinierend, was vom Rost, der den Exponaten eine individuelle Patina verleiht, noch begünstigt wird. In ihren Zeichenstudien mit hoher Anziehungskraft variiert Susanne Jungbecker einen „vergewaltigten Baum“.

Auf das Motiv ihrer Serie sei sie beim Joggen im Wald gestoßen, erzählt Jungbecker: „Der abgesägte Baum ähnelte einem Frauentorso und zog mich gleich in seinen Bann.“ Mit diesem Motiv spielt die Aachener Künstlerin beeindruckend vielfältig. Mittels differenter Farbgebung schafft sie Stimmungen, die düster und bedrohlich bis leicht und hoffnungsgebend reichen. So löst Jungbecker die Schwere mancher Varianten auf, indem sie zum Beispiel das Motiv vervielfältigt und humorvoll an eine Wäscheleine hängt.

Korrespondierend zu Jungbeckers Serie und doch völlig unterschiedlich zeigt Gastgeberin Birgit Engelen bei „Kunst auf dem Weg“ filigran gezeichnete Baumstudien, die atmosphärische Wirkungen entfalten. Mal formen zwei Bäume ein Tor zum Wald und gleichsam ein Tor zum Inneren des Betrachters. In anderen Zeichnungen gehen Bäume verflechtend Beziehungen miteinander ein, deuten auf den Wald als harmonisches Miteinander von lebenden Individuen hin. Der Harmonie von Komischen Elementen und Kunst hat Winfried Rinke sich verschrieben. Er wird exklusiv bei „Kunst auf dem Weg“ die Gemeinschaftsausstellung am Hammerberg mit Satire anreichern.

Rinke wird um 14 und um 16 Uhr im Skulpturengarten aus seinem Buch „Sightseeing in der Kaiserstadt“ lesen, in dem allerdings auch die Kupferstadt Erwähnung findet: „In Stolberg werden leer stehende Immobilien von Wildschweinen bevölkert, und in manchen Fußgängerzonen ist es für Kinder ein Vergnügen, grunzende Frischlinge mit Cheeseburgern zu füttern“, lautet eine Passage der Kunstsatire, in der auch Zeichnungen enthalten sind. Einige davon wird Rinkens zum Hammerberg mitbringen, so dass etwa „Der Weinkauf zu Breinig“ bei „Kunst auf dem Weg“ bewundert werden kann.

Bei „Kunst auf dem Weg“ am Sonntag, 25. August, öffnen Atelierhaus und Skulpturengarten am Hammerberg 13 als eine von neun Kunst(h)orten von 11 bis 19 Uhr ihre Pforte zur freien Schau. Um 14 und 16 Uhr finden die Kunstsatire-Lesungen statt.

Die Gemeinschaftsausstellung mit Werken von Axel Höptner, Christine Santema, Susanne Jungbecker und Birgit Engelen ist in der Folge noch bis Sonntag, 8. September, am Hammerberg zu sehen. Öffnungszeiten sind samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr.

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