Stolberg - Nach Prüfung: Stadt bleibt bei der Erweiterung

Nach Prüfung: Stadt bleibt bei der Erweiterung

Von: Kolja Linden
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Klarheit ins Dickicht um die geplante Mensa bringen: Das kann der Hauptausschuss am 8. März zwar nicht, aber er kann durch ein klares Votum die Verhandlungsposition der Stadt stärken. Foto: K. Linden

Stolberg. Das Goethe-Gymnasium soll seinen Erweiterungsbau so bekommen, wie er geplant war: Mit Mensa und weiteren Funktionsräumen auf einer Fläche von jeweils rund 400 Quadratmetern, also insgesamt 800 Quadratmeter. Das schlägt Bürgermeister Ferdi Gatzweiler in seiner Vorlage für die Sondersitzung des Hauptausschusses am 8. März vor.

Zweifel, ob diese Sitzung überhaupt Sinn macht, solange die Kommunalaufsicht keine Entscheidung darüber gefällt hat, ob sich die Stadt eine Erweiterung - in welcher Form auch immer - überhaupt leisten kann, räumt der Bürgermeister aus. Er will sich „wegen der Bedeutung des Projekts und aufgrund der aktuellen Stimmungslage” den Auftrag holen, selbst die Verhandlungen mit der Aufsichtsbehörde zu führen: „Ich verhandele nur dann, wenn ich ein offizielles und klares Mandat durch eine Beschlussfassung des Rates bzw. in dem Fall des Hauptausschusses habe”, sagt Gatzweiler. Und verweist darauf, dass der Ausschuss in seiner Sondersitzung am 10. Februar ein solch klares Mandat nicht erteilt habe.

Kein finanzieller Vorteil

Damals wurde lediglich beschlossen, die Mensa zu bauen und zu prüfen, ob es bei den Zusatzräumen Einsparungsmöglichkeiten gebe. Dazu jedoch teilt das Hochbauamt mit, dass die Architektenplanung im wesentlichen abgeschlossen ist und eine Planänderung entsprechende Kosten nach sich zöge. „Es bleibt festzuhalten, dass der finanzielle Vorteil einer Flächenreduzierung gegebenenfalls durch Umplanungskosten sowie erneuter Ausschreibung aufgezehrt wird”, sagt Ulrich Coopmann, Leiter des Hochbauamts.

Mit der Schulleitung hat es erst gar keine Verhandlungen gegeben, obwohl der Hauptausschuss diese mit großer Mehrheit beauftragt hatte. Bürgermeister Ferdi Gatzweiler stützt sich in seiner Begründung nicht nur auf die bereits bestehenden Beschlüsse des Rates zum Erweiterungsbau, sondern auch auf „die gründliche und umfangreiche Auswertung” eines Gutachtens, dass Kämmerer Dr. Wolfgang Zimdars in seiner damaligen Funktion als Schuldezernent zum Raumbedarf hat erstellen lassen. Die Firma Dr. Garbe Consult aus Leverkusen hatte darin im April 2009 - bisher wurde das Gutachten noch nicht veröffentlicht - einen erheblichen Fehlbedarf an Räumlichkeiten ausgemacht.

Interessant ist der „Soll-Ist-Vergleich”, den der Gutachter Dr. Detlef Garbe anstellt. Dabei bezieht er sich auf das (allerdings nicht mehr gültige) Musterraumprogramm (MRP) für Schulen in NRW. Demnach hat das „Goethe” zwar mit 35 Klassenzimmern einen Raum mehr, als für die Schülerzahl vorgesehen. Aber in fast allen anderen Bereichen wird deutlich, dass der Schule Kapazitäten fehlen.

So müsste sie bei einer Vierzügigkeit, die derzeit gegeben ist, nach MRP über neun naturwissenschaftliche Fachräume verfügen, sie hat aber nur fünf. Selbst wenn aufgrund sinkender Schülerzahlen die Schule demnächst dreizügig würde, gäbe es nach der Vorgabe immer noch zwei solcher Räume zu wenig. Außerdem hat das Goethe-Gymnasium nur zwei Computerräume, gerade einmal halb so viele, wie es das MRP vorsieht.
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