Musik öffnet den Schülern viele Türen

Von: Dirk Müller
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In kleinen internationalen Gruppen erarbeiteten die Schüler beim „Comenius“-Projekt am Goethe-Gymnasium eigene Kompositionen. Foto: D. Müller

Stolberg. In kleineren Gruppen sitzen Schüler und arbeiten konzentriert wie kreativ. An Gitarren und Keyboards entstehen klangvolle Kompositionen, und die Nachwuchsmusiker sind sichtlich sowohl mit Eifer als auch mit Spaß bei der Sache.

Das Besondere an dem Projekt ist, dass die Schüler nicht nur drei verschiedene Schulen besuchen, sondern auch aus drei Ländern kommen: Im Stolberger Goethe-Gymnasium treffen die deutschen Kinder auf ihre Projektpartner der „IES Jándula“ im spanischen Andújar (Andalusien) und der „Altparmak Fethi Açançiçek lköretim Okulu“ im westtürkischen Bursa, um gemeinsam Lieder zu komponieren.

Die drei Schulen nehmen an „Comenius“ teil, einem Programm der Europäischen Union, das die Begegnungen zwischen Schülern aus der EU und der EU nahestehenden Staaten fördert. „Unser Ziel ist es, die Kulturen mittels Musik zu verbinden“, beschreibt Ute Dons. Die Lehrerin am Goethe-Gymnasium kümmert sich um die Organisation des Projekts, sagt von sich selbst, sie sei „nur das Reisebüro“, während ihre Kolleginnen Musiklehrerin Mathilde Kick und Susanne Camphausen, Koordinatorin des bilingualen Zweigs und stellvertretende Schulleiterin, „Comenius“ in der Praxis betreuen. Dazu gehört auch, die Besucher, die reichlich Geschenke mitgebracht haben, in Stolberg unterzubringen.

In der „Comenius“-Klasse des Goethe-Gymnasiums, der 7c, fanden sich schnell 14 Gastfamilien, die die Projektpartner herzlich aufgenommen haben. Je sechs Schüler aus der Türkei und aus Spanien sind in Begleitung ihrer Projekt-Lehrer seit Samstag in der Kupferstadt und verbringen am Mittwoch den letzten Tag in Stolberg. Im Oktober erfolgt die nächste Zusammenkunft in Andalusien, und im Frühjahr 2014 werden die gemeinsam komponierten Lieder bei einem großen Abschlusskonzert in der Türkei präsentiert.

Doch in der Zwischenzeit gehe die Projektarbeit natürlich weiter, erklärt Kick: „Jede Schule nimmt ein Lied mit nach Hause, und vor Ort werden die Texte aus englischen Refrains und Strophen dann in den Landessprachen geschrieben sowie landestypische Musikstile und Instrumente eingearbeitet.“

Auch internationale Projetgruppen würden gebildet, und die Vernetzung via Internet wird genutzt, um etwa Projektlogos, eine DVD und ein Wörterbuch für den Alltag zu erstellen und das Abschlusskonzert zu planen. Ebenfalls ein Wörterbuch zum Themenbereich „Komposition“ soll in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch und Türkisch entstehen.

Musiklehrerin Kick wertet schon das erste „Comenius“-Treffen in Stolberg als vollen Erfolg: „Die Schüler arbeiten sehr gut zusammen und haben bereits einige schöne Melodien komponiert. Daran, dass sie eigene Instrumente wie Gitarre, Flöte oder Geige mitgebracht haben, sieht man, wie engagiert sie sind.“

Den frühen musikalischen Erfolg des Projekts erkennt auch Layla Lenz aus der 7c: „Das Komponieren klappt echt gut, aber die Kommunikation auf Englisch ist noch etwas schwierig. Umso besser ist es, dass bei dem Projekt die Musik im Mittelpunkt steht – eine Art Sprache, die jeder versteht.“ Das ist auch für Annika Hilgert wichtig: „Ich nehme an dem Projekt teil, weil ich grundsätzlich Interesse an anderen Kulturen habe. Und gerade in der Musik gibt es so viele Einflüsse verschiedener Kulturkreise.“

Wie die anderen „Comenius“-Schüler aus Stolberg ist auch die 13-Jährige vom bisherigen Verlauf des gesamten Projektes spürbar begeistert. Aber auf das Finale im nächsten Jahr freut sie sich ganz besonders: „Wenn wir bei dem Abschlusskonzert in der Türkei unsere selbst geschriebenen Lieder singen und spielen werden, wird das bestimmt ein ganz tolles Erlebnis für alle.“

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