Stolberg - Mobile Jugendarbeit: Mine Kilic ist „wieder hier, in meinem Revier“

Mobile Jugendarbeit: Mine Kilic ist „wieder hier, in meinem Revier“

Von: Alexander Barth
Letzte Aktualisierung:
6118826.jpg
Mine Kilic, seit Mai als mobile Jugendarbeiterin in Stolberg unterwegs. Foto: A. Barth
6118828.jpg
Sie setzen sich für die Mobile Jugendarbeit ein: v.l. Ben Grendel (CDU), Patrick Haas (SPD), Michael Bosseler (Jugendarbeiter), Mine Kilic und Andreas Theves (Busfahrer).
6118999.jpg
Ihr Arbeitsplatz ist überall: Mine Kilic ist regelmäßig mit dem Bus der mobilen Jugendarbeit unterwegs. Die gebürtige Stolbergerin ist nach Jahren im Ruhrgebiet in ihre Heimatstadt zurückgekehrt. Foto: A. Barth

Stolberg. Mine Kilic ist angekommen. „So fühlt es sich jedenfalls an“, sagt die 29-Jährige und lässt den Blick über den Rathausplatz schweifen. Um sie herum toben Kinder und Jugendliche, kicken Fußbälle durch die Gegend, schwingen Hockeyschläger oder versuchen sich im Breakdance. Seit rund vier Monaten leitet Mine Kilic die Mobile Jugendarbeit. Streng genommen ist sie „nur“ zurückgekommen.

„Ich bin in Stolberg geboren. Das ich nach dem Studium und den Arbeitsjahren im Ruhrgebiet wieder hier gelandet bin, ist vielleicht kein Zufall.“ Seit Mai ist Mine Kilic mit dem rot-weißen Bus unterwegs, fährt verschiedene Jugendtreffpunkte in Stolberg und den umliegenden Orten an. In dieser Rolle hat sie Frank Döhla beerbt, ihr Vorgänger hatte sich beruflich anders orientieren wollen. „Ich bin schnell reingewachsen in den Job, schließlich kenne ich ja die meisten Ecken hier“, sagt sie selbstbewusst.

Und dann bemüht sie einen Hit von Marius Müller-Westernhagen: „Ich bin wieder hier, in meinem Revier. War nie wirklich weg, hab mich nur versteckt. Passt irgendwie.“ Mine Kilic hat durchaus Respekt vor ihrem rollenden Arbeitsgerät. „Das ist schon ein großes Teil. Aber ich bin froh, dass uns so auch jede Menge Platz zur Verfügung steht, um unser mobiles Angebot überall anbieten zu können.“ Überall, das war in den vergangenen Wochen unter anderem in Mausbach, Atsch, Breinig oder Münsterbusch.

„Während der Ferien haben wir bewusst Stellen angefahren, die sonst nicht auf unserer regulären Route liegen. Wichtig war vor allem während der gesamten sechs Wochen ein Angebot parat zu haben“, erklärt Jugendarbeiter Michael Bosseler das Konzept in den Sommerferien. Ebenfalls regelmäßig dabei ist Andreas Theves. Er sitzt am Steuer des PS-starken „Schätzchens“, Baujahr 1988, einst in Diensten der Aseag.


Wo immer der Bus der mobilen Jugendarbeit Station macht, Mine Kilic verschafft sich einen Überblick: Wer ist da, und wie viele? Wie alt sind die Kinder und Jugendlichen? Dann wird sie meist auch schon bestürmt, sagt die studierte Sozialarbeiterin. „Es ist immer das Gleiche“, lacht sie. „Alle wollen zur gleichen Zeit etwas anderes. Da muss ich geduldig bleiben, und das will ich den Kids auch vermitteln: man muss auch warten können.“
An diesem Nachmittag hat Andreas Theves den Bus auf dem Rathausplatz mitten in Stolberg geparkt.

Ein Pavillon ist schnell aufgebaut, mobile Fußballtore ebenso, ein Volleyballnetz wird zwischen zwei Laternenmasten gespannt. Bis Abends um 22 Uhr bleibt der Bus an einem Ort. „Wir haben in den letzten Wochen immer rund 80 Kids bei uns gehabt. Natürlich sind es in den Ferien immer ein paar weniger als sonst.“ Die, die gekommen sind, kennt die Jugendarbeiterin fast alle. „Das kommt von alleine. Vertrauen ist wichtig.“

Berührungsängste haben die kleinen und großen nicht. Egal ob sieben oder 17, „wir kommen gut klar.“ Dafür hat sie ein Rezept: „Man muss ihnen offen und ehrlich begegnen. Die Kids merken, wenn man es nicht ernst meint.“
Wonach greift der Junge mit dem vorwitzigen Grinsen im Gesicht, der gerade den Bus geentert hat? Das Klischee würde sagen: Nichts wie an die Spielkonsole. Stattdessen soll es ein Klassiker der Brettspielunterhaltung sein.

„Kniffel ist bei den Kindern hoch im Kurs“, erklärt Mine Kilic. „Soll man gar nicht glauben.“ Die älteren Jugendlichen halten sich noch bedeckt, sitzen lieber lässig auf den Bänken am Rande des Kaiserplatzes. „Die tauen gleich auf“, sagt Mine Kilic, lacht wieder und zwinkert. „Später toben die auch rum.“


Die große Koalition im Stolberger Stadtrat will sich weiterhin für die mobile Jugendarbeit einsetzen. Patrick Haas (SPD) und Ben Grendel (CDU) schauen auf dem Kaiserplatz vorbei. „Ein wichtiges Instrument der Jugendarbeit, dass man mit Geld gar nicht aufwiegen kann“, nennt Grendel das Bus-Angebot. Patrick Haas schlägt in die gleiche Kerbe: „Die Arbeit ist unheimlich wertvoll, besonders jetzt in den Ferien, wenn die Vereine pausieren und die Turnhallen geschlossen sind.“

Weitere Infos im Internet: www.fb3-stolberg.de    http://www.fb3-stolberg.de

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert