Mit viel Elan in die letzten drei Schuljahre

Von: Michael Grobusch
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Verstärkung für die letzten drei Jahre: Mit Ilka Fielen (l.) hat Silvia Müller-Gröls jetzt wieder eine Stellvertreterin an ihrer Seite. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Das Bild vom sinkenden Schiff scheint nahe zu liegen, doch es passt so gar nicht zu der Stimmung, die der Besucher in der Realschule 1 erlebt. In weniger als drei Jahren wird die Einrichtung in Stolberg Geschichte sein, und dennoch scheint die Dynamik bei den verbliebenen Lehrern und Schülern ungebrochen.

„Wir denken nicht ans Aufhören, sondern sind darum bemüht, unseren Kindern all das zu bieten, was ihnen eine Schule bieten kann, die nicht ausläuft“, erklärt Silvia Müller-Gröls.

Dazu passt gut, dass die Leiterin mit Beginn des drittletzten Schuljahres auf der Liester noch einmal eine Stellvertreterin begrüßen kann. Wobei das mit der Begrüßung eher bildlich aufgefasst werden sollte, schließlich ist Ilka Fielen eine Ur-Stolbergerin und seit elf Jahren an der Realschule 1 als Lehrerin für Deutsch und katholische Religion tätig.

„Stundenplan, Aufsicht, Vertretungen und zentrale Prüfungen sind nach wie vor wichtige Dinge in unserem Schulalltag“, betont Fielen. Darum kümmert sie sich nun als Konrektorin – und weiterhin um die Berufswahlvorbereitung, die auch in der verbleibenden Zeit einen ganz wesentlichen Schwerpunkt für die Schüler und deren zukünftigen beruflichen Werdegang darstellt.

„Ich weiß, wie wichtig ein gut funktionierender organisatorischer Bereich ist. Außerdem schlägt mein Herz für diese Schule“, nennt die 39-Jährige Gründe für den doch recht ungewöhnlichen Schritt, sich in einer bald schließenden Schule für einen Leitungsposten zu bewerben. „Derzeit ist nicht absehbar, dass die Schulleitung auf eine Stelle reduziert wird. Also werden wir hier solange wir können gemeinsam für unsere Schüler arbeiten“, beschreibt Silvia Müller-Gröls die Grundeinstellung der beiden Schulleiterinnen. Noch sind in den drei vierzügigen Jahrgangsstufen in der Summe immerhin 313 Realschüler an der Walther-Dobbelmann-Straße anzutreffen. Sie werden von einem 19-köpfigen Kollegium unterrichtet – bislang noch ohne wesentliche inhaltliche Einschränkungen. „Die Mischung, sowohl altersmäßig wie auch hinsichtlich der Fächerkombinationen, passt“, freut sich Müller-Gröls über ein zwar kleiner gewordenes, aber immer noch „sehr eingespieltes Team“.

Der Teamgedanken wird bald auch noch an anderer Stelle gefordert sein. Denn mit Beginn des nächsten Schuljahres werden erstmals Klassenzimmer von der benachbarten Gesamtschule belegt. Bisher beschränkt sich der schrittweise Übergang noch auf die Nutzung der Fachräume und der Turnhalle. „Die beiden Schulleitungen werden sich schon bald zusammensetzen und ganz konkret überlegen müssen, wie der Betrieb beider Schulen unter einem Dach organisiert werden kann“, sieht Silvia Müller-Gröls „viel Arbeit und viele offene Fragen“ auf sich und ihren Gesamtschul-Kollegen Helge Pipoh zukommen.

Unterschiedliche Stundenpläne

Da geht es beispielsweise darum, zwei unterschiedliche Stundenpläne mit ganz verschiedenen Zeitfenstern (und Pausenzeiten) aufeinander abzustimmen. Die disziplinarische Zuständigkeit der Lehrer muss geklärt werden, gemeinsame Aufsichten soll es geben, die Hausordnung muss auf die neuen Gegebenheiten abgestimmt werden, und nicht zuletzt sollen sich die Kollegen beider Einrichtungen näher kennenlernen, um den gemeinsamen Alltag, wenn er auch auf maximal zwei Jahre begrenzt sein wird, besser meistern zu können.

Wehmut will bei all den schon erlebten und absehbaren Veränderungen und Einschnitten in der Realschule (noch) nicht aufkommen. Müller-Gröls versichert: „Wir denken nicht ans Ende, sondern an den nächsten Tag. Wir wollen den Unterricht und auch dessen hohe Qualität bis zum letzten Tag gewährleisten“, versichert die Schulleiterin.

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